Achtung: Nicht für Kinder unter 36 Monaten geeignet.
Welcome to Walnut Grove
In Walnut Grove schlüpfen die Spieler in die Rolle von Farmern, die ihre Farm wachsen lassen. Neues Land, mehr Arbeiter und Verbesserungen an den Gebäuden tragen dazu bei. Je größer die Farm, desto besser die Chancen auf den Sieg.
Welcome to Walnut Grove, ein Spiel für 1 bis 4 Spieler im Alter von 10 bis 100 Jahren. Autor: Klemens Franz
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Die Beschreibung des Spielablaufs bitte ich bei anderen Rezensenten nachzulesen. Ich beschränke mich hier auf mein FAZIT:
Walnut Grove sieht hübsch aus, spielt sich flott und macht durchaus Spaß. Nicht mehr und nicht weniger. Alles in allem ist das Spiel aber nur besserer Durchschnitt.
Im Einzelnen:
Die Aufmachung und das Material sind gelungen. Die farbigen Holzpöppel sind griffig und sehen gut aus. Die Grafik von Klemens Franz ist wie gewohnt sehr schön und stimmig. Die Pappteile sind stabil und optisch ansprechend. Das Material macht also Lust auf das Spiel.
Am Anfang ist es durchaus reizvoll, aus den gezogenen Landschaftsplättchen im Frühjahr nach und nach seine Farm möglichst effektiv (= ertragreich) auszubauen, indem möglichst viele gleiche Landschaften aneinander grenzen. Die Planung, welche meiner Knechte ich auf welches Ressourcenfeld schicke und welche Ressourcen ich zur Versorgung meiner Leute im Winter oder zum Einkauf im Dorf brauche, hat einen gewissen taktischen Anspruch.
Die taktischen Möglichkeiten sind aber letztlich so begrenzt, dass sich für echte Strategen kein Langzeit-Spielspaß einstellen will. Man spielt nur 8 Runden. Dadurch geht das Spiel flott von der Hand (zumal viele Aktionen von allen Spielern gleichtzeitig ausgeführt werden können). Letztlich hat man dadurch aber auch nur 8 Aktionen im Dorf, um Waren zu verkaufen, Knechte, Gebäude oder andere Anschaffungen zu kaufen. Eine langfristige Strategie scheidet dadurch bereits aus.
Wer ein schnelles Optimierungsspiel mit taktischen Elementen und netter Optik sucht, ist mit Walnut Grove sehr gut bedient. Wer ein echtes Strategiespiel erwartet, wird allerdings enttäuscht. Familien und Gelegenheitsspieler können daher zugreifen (fünf Punkte), für Vielspieler ist es kein Must-have (drei Punkte). Alles in allem ist mir das Spiel vier Punkte wert ("gut").
Peter hat Welcome to Walnut Grove klassifiziert. (ansehen)
Das Spiel dauert genau 8 Runden (=8 Jahre) lang. Jede Runde ist dabei in die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter unterteilt. In den einzelnen Jahreszeiten (ausgenommen Herbst) können die Spieler parallel ihre Aktionen auführen. Die Plättchen für die SpielrundenDie einzelnen Aktionen sind im einzelnen:
- Frühling: ein oder zwei Landschaftsplättchen an den eigenen Spielplan anlegen (Zäune und unterschiedliche Flächen müssen nicht übereinstimmen, bringen aber mehr Punkte)
- Sommer: Arbeiter auf den eigenen Landschaftsplättchen einsetzen und dafür Rohstoffe kassieren
- Herbst: auf dem Spielplan in der Stadt fortbewegen, um weitere Rohstoffe zu ergattern, neue Arbeiter anzuheuern, Rohstoffe in Geld umtauschen, eine neue Scheune (zum Einlagern von Rohstoffen und Geld) oder eine neue Hütte (für die Arbeiter) bzw. Bonusplättchen zu kaufen. Diese Phase muss in richtiger Spielerreihenfolge gespielt werden (wer näher beim Rathaus steht, beginnt). Jeder Spieler darf nur eine Aktion ausführen!
- Winter: Rohstoffe abgeben, Nahrung für die Arbeiter bzw. Holz für das Lagerfeuer, wenn ein Arbeiter keine eigene Hütte hat
Nach 8 Runden wird abgerechnet, wer am meisten Punkte hat. Dabei zählt eigentlich fast alles zu den Punkten, da man in nur 8 Runden ohnedies nicht viel aufbauen kann.
Fazit: Ein sehr kurzes (30 - 60 min.) und auch nicht allzu schwieriges Spiel, dass trotz dieser Kürze eine gute Strategie verlangt. Ein Glücksfaktor, der mir nicht so gut gefallen hat, ist das Geld. Denn dies wird während des Spieles mit der Rückseite nach oben gelagert, sodass man erst am Ende erfährt, ob man Gold- (2 Punkte), Silber- (1 Punkt) oder Kupfermünzen (0 Punkt) hatte. In einem ersten Spiel hatte ich zwar 4 Münzen, aber leider nur 1 Silbermünze und 3 Kupfermünzen ... daher auch der kleine Abzug bei der Wertung.
Christoph hat Welcome to Walnut Grove klassifiziert. (ansehen)
Hartmut M.: Der jeweilige Spieler weiß doch, welche Münzen er hat! Nur die Mitspieler wissen es nicht.
Münzen bekommt man auch nur über die Tauschaktion... weiterlesen und die ist mit Risiko für den Tauschenden verbunden. Für wertvolle Rohstoffe kann auch mal ne wertlose Kupfermünze rausspringen. Obendrein braucht man die Münzen auch für die beiden Felder Steuern und Kirchenbasar.
Klar, insofern sind die Münzen bezüglich der Endwertung für andere Spieler nur schwer zu kalkulieren.
Schwerwiegend war für mich aber das Blockadesystem in der Stadt. Wer keine Aktion ausführen kann, muss die Position, die er durch die vorherige Runde innehat, beibehalten, darf die Aktion aber nicht noch einmal ausführen. Das hat bei uns zu regelrechen Patts geführt, da keiner die Aktion durchführen konnte, die er grad gern gemacht hätte und damit jedwede Bewegung verhindert hat.
Etwas ungünstig, wenn das Spiel einen ohnehin mit andauerndem Mangel bestraft.
Ansonsten kann ich Dir nur beipflichten, Walnut Grove ist ein flott erlerntes und flott gespieltes Spiel.
18.12.2011-10:19:25
Christoph K.: Stimmt, der eigene Spieler weiß natürlich welche Münzen er hat. Da haben wir in unserer Runde zu streng gespielt :-) 20.12.2011-22:52:00
Walnut Grove läuft übrt 8 runden zu je 4 Jahreszeiten.
- Frühling: Man zieht Plättchen aus einem Beutel und erweitert mit ihnen das Farmland.
- Sommer: Man platziert Farmer und Knechte auf den Äckern und bringt die Ernte ein.
- Herbst: In der Stadt kann man Waren verkaufen, seine Farm erweitern, neue Knechte anwerden und weitere Rohsstoffe erhalten.
- Winter: Alle Knechte müssen mit Essen und Feuerholz versorgt werden.
Das klingt zunächsteinfach, aber es müssen einige Dinge beachtet werden. Von den 2 bis 4 gezogenen Landschaftsplättchen im Frühling kann ich nur 1 oder 2 behalten. Was soll erweitert werden? Holz, um meine Knechte im Winter zu befeuern? Wasser oder Weide, um sie zu versorgen? Oder Stein, für den ich in der Stadt Anschaffungsplättchen kaufen kann? Außerdem muss ich auf Umzäunungen achten, die am Spielende Sonderpunkte bringen. Im Sommer muss ich abwägen, welche Ackerfrüchte ich einbringe, sonst stehen die Knechte schnell ohne Feuerholz und Nahrung da. Die Anschaffungen im Herbst in der Stadt wirken sich stark auf ein weiteres Vorgehen aus. Oder verkaufe ich Rohstoffe, für die es Extrageld in dieser Runde gibt? Im Winter sind einige Knechte hungriger als andere oder der Winter wird besonders hart und man benötigt mehr Feuerholz. Am Anfang geht es nur zögerlich voran, aber im Laufe des Spiels erwirtschaftet man langsam einen Überschuss.
Im Großen und Ganzen sind einige Entscheidungen zu treffen, aber ohne, dass man sich das Gehirn verrenken muss, denn das Spiel ist relativ einfach, aber keineswegs banal. Die vier Phasen einer Runde sind schnell gespielt, Wartezeiten gibt es kaum, da Frühling, Sommer und Winter von allen Spielern gleichzeitig gespielt werden können. Indirekte Interaktion zwischen den Spielern findet nur im Herbst durch Bewegungen auf dem Stadtplan statt.
Das Material ist fast tadellos, nur die Bilder auf den kleinen Münzen und Plättchen sind etwas aus der Mitte gerutscht. Viel Holz und dicke Pappe läst das Spiel hochwertig aussehen. Die Grafik des Spiels ist recht einfach, aber wirkt liebevoll und übersichtlich.
Das Spiel hat bei mir einen durchweg positiven Eindruck hinterlassen, sowohl vom Material als auch vom Spielgefühl. Ein bisschen Plättchenlegerei, ein bisschen Worker-Placement, ein bisschen Optimierungsspiel - und das alles in einer Stunde. So schön wie eine Folge "Unsere kleine Farm".
Timo hat Welcome to Walnut Grove klassifiziert. (ansehen)