Bewertet durch: Michael Prössel
(Höchstpunktzahl ist 6)
Der Bau einer Kathedrale

Dass wir dieses schöne Spiele spielen durften, ist der Tatsache geschuldet, dass Axel immer wieder neue Spiele spielen muss, die seiner Meinung nach schlecht sind. Und dass man sie dann auch noch ein oder mehrere weitere Male spielen muss, schlägt dem Fass den Boden aus. Aber was soll man machen, wenn man bei ihm spielt und es nur 6 nimmt!, Galaxy Trucker und Hase & Igel gibt? Gute Spiele, ja, aber nicht mit jedermann spielbar und nicht immer abendfüllend. Also mussten gute Spiele her, die man auch gerne viermal, fünfmal oder öfter spielt. Neben Troyes waren das noch 20. Jahrhundert und Macao. Von nun an hatten wir also immer die Auswahl und mussten nicht schlechte Spiele zweimal spielen. Zumindet Axel musste das nicht mehr...

Dieses wirklich schöne Spiel führt uns in eine längst vergessene Zeit. Anders als in Caylus geht es hier nicht um den Bau einer Burg, sondern um die Errichtung einer Kathedrale. Wer sich daran nicht - oder nur wenig - beteiligt, bekommt am Ende 2 bis 6 Minuspunkte auf das Konto geschrieben, was schon recht schlimm ist, sollte man gar nicht mitbauen. Allerdings bietet das Bauen durchaus auch Vorteile - Prestigepunkte und Siegpunkte - weshalb es eingentlich nicht vorkommt, dass ein Spieler komplett auf den Bau verzichtet. Aber auch dies wäre möglich, es reicht (vielleicht), wenn man sich an anderen Fronten profiliert.
Neben der Kathdrale gibt es drei Bereiche, an denen ich meine Arbeiter - oder wie man sie auch immer nennen will - einsetzen kann. Zu Beginn dürfen wir uns vier Arbeiter nehmen und sie nach guter alter Siedlermanier einsetzen. So können sie entweder im Rathaus stehen (weiß), im Palast des Grafen (rot) oder im Bischofssitz (gelb). Je nach Platzierung bekommt wir dafür weiße, gelbe oder rote Würfel - pro Arbeiter einen. Würfel? In einem Strategiespiel? Wo gibt es denn soetwas? Nun, in der Tat Würfel. Aber man sollte dieser Tatsache nicht zu viel Gewicht beimessen, obwohl ein schlechter Wurf sich durchaus negativ auf den Rundenverlauf auswirken kann. Wer aber zu gut würfelt, wird auch nicht glücklich werden - dafür aber ein wenig reicher. Später dazu mehr.
In den einzelnen Gebäuden gibt es unterschiedlich viele Plätze für die Figuren, am Ende der Vorbereitungsphase werden die noch leer verbliebenen Plätze mit grauen Figuren aufgefüllt. Das heßt, es gibt unterschiedlich viele Plätze für die einzelnen Augen. So dauert es im Bischohssitz am längsten, bis mein Arbeiter dort rausgeworfen wird. Entscheidet man sich später im Spiel eine neue Figur in eines der Gebäude zu bringen, fällt eine andere Figur raus. Neue Figuren zu bekommen kostet Prestigepunkte, die auf einer Leiste über dem Spielfeld festgehalten werden. Diese kann ich auch einsetzen um einen oder mehrere meiner Würfel neu zu werfen.

Der Kern des Spieles sind die Würfel. Je nach den Platzierungen der Figuren erhalte ich Würfel, die ich zu Beginn einer Runde werfe. Komme ich an die Reihe, kann ich mich entscheiden, was ich mit den Würfeln anfangen will. Reichen mir meine Würfel nicht aus, kann ich auch die Würfel der anderen Spieler nutzen, muss ihnen aber dafür Gold geben. Das bedeutet aber, dass die von mir benutzten Würfel dann aus dem Spiel sind. Pech für die anderen Spieler! Je mehr fremde Würfel ich nutzen will, desto mehr muss ich zahlen, das ist logisch. Der Preis hängt aber auch von der Gesamtsumme der eingesetzten Würfel ab. Will ich nur einen fremden Würfel nutzen aber zwei eigene, muss ich schon 6 Gold abdrücken. Nutze ich dagegen nur den einen fremden Würfel, kostet mich das nur 2 Gold.

Rote Würfel werden am Anfang, vor der eigentlichen Aktionsrunde hoch gehandelt. Es gilt zu Anfang, beginnend beim Startspieler, die Ereignisse am unteren Rand des Spielplanes zu bekämpfen. Dazu zählt man die schwarzen Würfel unten auf den Ereignissen und wirft entsprechend viele. Der Startspieler einer Runde muss nun den höchsten Würfel besiegen. Dies kann er mit seinen eigenen Würfeln machen, die weißen und gelben zählen einfach, die roten doppelt!, oder er muss alles tun, was er kann und erleidet 2 Siegpunkte Schaden. Für jeden besiegten Würfel bekommt man einen Prestigepunkt. Alle nicht besiegten Würfel wandern nun zum nächsten Spieler, der ebenfalls einen Teil seiner Würfel opfern muss.
Der Startspieler hat einen recht großen Vorteil, kann er doch aus allen Würfeln sich die besten aussuchen; das mag zwar kosten, aber eine rote Sechs eines anderen Spielers ist ihr Geld immer wert. Was genau kann man nun mit den Würfeln machen? Ich kann sie nutzen, um Arbeiter in die einzelnen Gebäude zu bringen um so mehr Würfel zu erhalten. Oder ich versuche die Ereignisse unten auf dem Spielplan zu bekämpfen, dies bringt Prestigepunkte und, sobald das Ereignis besiegt wurde, auch Siegpunkte. Oder ich entscheide mich für ehrliche Arbeit und setze einen Meister, wiederum einen Arbeiter, auf eine der Karten, die in den ersten drei Runden aufgedeckt werden. Diese Karten sind von Spiel zu Spiel anders, so dass es allein an dieser Stelle eine große Abwechslung gibt.
Je Karte dürfen zwei Meister, von unterschiedlichen Spielern, gesetzt werden. Diese bekommen am Ende Siegpunkte. Alle anderen Spieler können zwar auch hineinsetzen, bekommen dafür aber keine Punkte mehr. Habe ich so einen Meister, kann ich seine Dienste in Anspruch nehmen, auch dies kostet wiederum Würfel. So kann der Künstler einen Prestigepunkt in sechs Gold verwandeln, für je vier Augen gelber Würfel. "Auf der Jagd" beschert seinem Meister für je drei rote Augenpunkte drei Prestigepunkte. Oder Der Goldschmied: Für je vier gelbe Augen bekomme ich einen Siegpunkt und ein Gold, das hier Denar heißt.
Wie immer ist die Mischung wichtig, damit man möglichst an allen Fronten Siegpunkte bekommen kann. Einer der wichtigsten Punkte kommt aber noch: Zu Beginn werden an die Spieler Persönlichkeiten ausgeteilt. Sechs gibt es, vier kommen maximal ins Spiel. Jede dieser Persönlichkeiten verteilt am Ende des Spieles Siegpunkte. Da aber jeder Spieler seine Karte geheim hält, müssen die anderen Spieler anhand der Aktionen der anderen Spieler erahnen, welche Persönlichkeiten wohl im Spiel sind. So gibt Hugues de Pays jedem Spieler 1, 3 oder 6 Siegpunkte, wenn man über 5, 10 oder 15 Prestige verfügt. Henry I. wiederum möchte, dass die Spieler die Ereignisse besiegen um vergibt ebenfalls 1, 3 oder 6 Siegpunkte, dieses Mal aber für 1, 3 oder 5 besiegte Ereignisse. Und so geht es weiter: Der eine will, dass wir Gold anhäufen, der andere, dass wir helfen die Kathedrale zu errichten. Wieder einer verlangt, dass wir viele Meister eingesetzt oder dass wir viele Arbeiter in die Häuser bewegt haben.
Jede einzelne Bedingung ist an sich schon wichtig, da immer etwas dabei rauskommt, wenn ich mich in den sechs unterschiedlichen Feldern profiliere; da ich aber nur von einer Karte weiß, sollte ich zuerst versuchen diese zu erfüllen, wenn möglich nicht zu offensichtlich, und dann sehen, was die anderen Spieler machen. Während des Spieles zu gewinnen, ohne die Extrapunkte am Ende, ist eigentlich nicht möglich. Mit ein wenig Glück, dass man auf die richtigen Pferde gesetzt hat, und auch ein wenig Beobachtungsgabe gepaart mit dem Willen, dies auch im Spiel umzusetzen, sollte man am Ende in mindestens zwei der vier (bei vier Spielern) Kategorien Punkte absahnen. Zumindest in der eigenen sollte man die sechs Punkte erreichen. Und das ist am Ende schon ein gehöriger Batzen, denn so oft und so viele Punkte kann man während des Spieles nicht sammeln.
Nach sechs Runden endet das Spiel und der Spieler mit den meisten Punkten hat gewonnen.

Obwohl Würfel im Spiel sind, bemerkt man dies nicht an jeder Ecke. Natürlich ist es von Nachteil, wenn ich nur 1er und 2er würfel, die lieben Mitspieler aber ständig 5er und 6er. Aber auch kleine Zahlen können von Vorteil sein, da die Plätze in den Gebäuden eben auch immer einer Zahl zugeordnet sind. Da aber Arbeiter immer Prestige kosten und begrenzt sind, kann ich das nicht beliebig oft tun. Hinzu kommt, dass die Arbeiter im Palast zwei und im Bischofsitz einen Denar pro Runde kosten, die ich von meinem Einkommen, 10 Denare, bezahlen muss. Habe ich viele kostenpflichtige Arbeiter, kann ich es mir nicht mehr leisten die Würfel der anderen Spieler zu kaufen. Hin und wieder kann es passieren, dass man wirklich nicht weiß, was man mit seinen Würfeln machen soll. Dann heißt es passen und zwei Denare bekommen. Sollten die anderen Spieler noch Ideen haben und ich eigentlich wieder an die Reihe kommen, bekomme ich für jede weitere Runde, die an mir vorbeigeht, einen weiteren Denar. Dies ist ein kleines Trostpflaster für die Tatsache, dass man mal wieder nichts Richtiges mit seinem Zug anfangen konnte. Oft passiert es nicht, aber es kommt eben vor, meistens auch dann, wenn man schlecht gewürfelt hat.

Trotz allem ist Troyes ein sehr zu empfehlendes Spiel, da es immer wieder anders ist und auch andere Taktiken zum Sieg verhelfen können. Wer also keine Probleme mit einem bisschen Glück im Spiel hat, der kann gefahrelos zugreifen. Zur Not kann man ja Prestigepunkte, die im Spiel übrigens Einflusspunkte heißen, aber ich hatte keine Lust mehr das im ganzen Text zu ändern, also blieb ich dabei, ist ja auch nicht ausschlagbegend, zur Not kann man also Prestigepunkte einsetzen, um seine Würfel erneut zu werfen, oder auch einen Meister, wenn er denn im Spiel ist, der Würfel auf die gegenüberliegende Seite drehen kann. Es gibt also genügend Möglichkeiten sich gegen das Glück oder Pech zu schützen.


Sie sollten Troyes kaufen, wenn Sie:
- gerne interessante Spiele mit guten Mechanismen spielen wollen
- finden, dass Würfel sich eigentlich auch gut in einem Strategiespiel machen
- ein Spiel suchen, das man auch öfters spielen kann, ohne langweilig zu werden

Sie sollten Troyes nicht kaufen, wenn Sie:
- meinen, dass Würfel und Strategie nicht zusammenpassen
- nicht wissen, wie man den Titel ausspricht und sich nicht blamieren wollen
- klare Siegbedingungen brauchen

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