Bewertet durch: Michael Prössel
(Höchstpunktzahl ist 6)
Die Wikingerburg

Wikinger scheinen dieses Jahr wirklich hoch im Kurs zu stehen. Was haben die Wikinger, das die anderen Völker aus längst vergangenen Zeiten nicht haben? Da die Grafiken eher Kinder ansprechen, kann es ihre Kampfeslust eigentlich nicht sein. Vielleicht die Bärte? Oder die Helme? Wir werden es wohl nie erfahren…
Neben Wikinger (Hans im Glück), Wikinger (Pro Ludo) und Walhalla (Amigo) kommt nun auch Queen Games mit einem Spiel auf den Markt, in dem die Nordmänner das tun sollen, was sie am besten konnten: Brandschatzen und Burgen angreifen. Sicherlich, gut zur See fahren konnten sie auch, aber darum geht es nun mal nicht.

Wenn man sich ein wenig im Internet schlau macht, dann erfährt man schnell, dass Eketorp, wie es der Untertitel schon vermuten lässt, eben eine Wikingerburg war. Besonders auf der schwedischen Insel Öland sind diese anzufinden. Liest man den Schachteltext und die Anleitung, wird diese Information bestätigt.
Gut, geschichtlich also mit Hintergrund, mal sehen, ob sich das auch im Spiel wiederfinden lässt.

Jeder Spieler besitzt einen Platz um eine Burg zu errichten. Diese hat 6 Bauplätze und auf jeden Bauplatz können bis zu 3 „Bausteine“ liegen. Je zwei Baufelder können von einer Art Angriff heimgesucht werden: Angriff zur See, mit der Rampe und Angriff mit dem Katapult. Zu den Angriffen aber später.
Um die Burg zu bauen und sicherer zu machen, muss Material herangeschafft werden. Es gibt vier verschiedene Materialien: Heuballen, Holz, Lehm und Stein. Die Heuballen sind recht leicht zu tragen und es gibt in der Regel genügend davon. Deshalb bringen sie nur einen Punkt. Holz ist fester und zwei Punkte wert, Lehm drei und Stein vier. Das sind die Punkte, die die Materialien in der Burg am Ende des Spiels einbringen. Aber sie haben auch noch eine zweite Verwendung: Beim Beutemachen. Aber auch das später.
Alle Spieler haben gleich viele Wikinger, die sie individuell einsetzen können. Dazu bekommt jeder Spieler ein Tableau und einen Sichtschirm. Auf dem Tableau sind die unterschiedlichen Rohstofffelder sowie die Burgen mit den drei unterschiedlichen Angriffsplätzen zu sehen. Die eigene Burg hat natürlich keine Felder für die Angriffe. In der ersten Phase verteilen die Spieler ihre Wikinger auf die Felder des Tableaus. Da in der ersten Runde noch kein Spieler Bauteile in seiner Burg hat, lohnt es sich nicht, andere anzugreifen. So verteilen die Spieler ihre Wikinger auf die Rohstofffelder.
Welches Feld wie viel Ertrag einbringt hängt von der Rohstoffverteilkarte ab, die am Anfang einer Runde aufgedeckt wird. Die dort angegebenen Rohstoffe werden auf die entsprechenden Felder verteilt. Nachdem alle Wikinger geheim verteilt wurden (wobei geheim fast ein Witz ist, da die Sichtschirme weder ihre primäre Aufgabe, die Blicke der anderen Spieler abzuwehren, noch ihre sekundäre Aufgabe, die Informationen über die Werte der Rohstoffe und Siegpunkte, erfüllen. Sie sind zu klein im Verhältnis zu den Tableaus und der Winkel ist zu schräg) setzen die Spieler ihre Figuren auf die entsprechenden Felder. Dann kommt es zu Phase 2: Kampfhandlungen. Immer wenn mehr Wikinger als Rohstoffe in einem Feld stehen, prügeln sich die Wikinger. Der Startspieler beginnt und wählt ein Feld, auf dem es zum ersten Schlagabtausch kommt. Natürlich muss es ein Feld sein, in dem er vertreten ist. Er wählt eine gegnerische Figur und der Kampf beginnt.
Gekämpft wird mit Karten. Vier Karten bekommt jeder Spieler zu Anfang. Diese haben die Werte 1 bis 6. Beide Spieler legen verdeckt je eine Karte, decken sie auf und wer die höhere hat gewinnt.
Geschlagene Wikinger kommen ins Lazarett. Je nach Höhe der Niederlage, also Differenz der beiden Kartenwerte, kommt der Wikinger entweder in die Intensivstation (Differenz 3, 4 oder 5) oder in die ambulante Pflege (Differenz 1 oder 2) . Bei Gleichstand landen beide in der Krankenstation auf Feld 0.
Am Ende einer Runde rücken alle Wikinger ein Feld weiter Richtung Entlassung (2 Felder hinter der 0).
Die gespielten Karten kommen nun aber nicht auf den Ablagestapel, sondern werden getauscht. Neben den Burgen befinden sich Ablageplätze für die Karten. Verdeckt werden sie dorthin gelegt, meine bei meinem Gegner und seine bei mir. Nun habe ich eine weniger, aber vielleicht auch eine bessere auf dem Brett. Habe ich alle vier gespielt, darf ich alle vier wieder auf die Hand nehmen.

Sind alle Kämpfe ausgefochten, bekommen die Spieler die Rohstoffe und verbauen sie gleich in ihrer Burg. Von Runde zwei an kann es sich also lohnen andere Burgen zu überfallen. Dazu stelle ich einen meiner Wikinger auf eines der Belagerungsfelder (Schiff, Rampe, Katapult). Sollte ich erfolgreich sein, darf ich aber nur von den angrenzenden Bauplätzen klauen. Dieser Kampf funktioniert ähnlich wie auf den Rohstofffeldern. Der Angreifer spielt eine Karte und auch der Verteidiger, aber nur, wenn er in Phase 1 einen Wikinger in die eigene Burg gestellt hat. Je nach Krankenlage haben die Spieler von Runde zwei an weniger oder mehr Wikinger zur Verfügung! Nicht vergessen!
Steht kein Wikinger in der Burg, klaue ich ohne Einschränkung. Ich spiele zum Beispiel eine 5 und kann von den beiden Plätzen Bausteine im Wert von 5 klauen (der Verteidiger hat eine 0, wenn die Burg leer ist). Zum Beispiel zwei Holz und einen Heuballen. Wird verteidigt, darf ich nur klauen, wenn die Differenz es hergibt. Sollten also nur Steine oben liegen und die Differenz ist 2, bekomme ich nichts.
Noch eins: Sollten zwei oder mehr Spieler vom gleichen Angriffspunkt aus den gleichen Spieler angreifen wollen, müssen sie zuvor um diese Gunst kämpfen. Das Spiel endet, wenn ein Spieler die Burg komplettiert (18 Bausteine) oder nach 10 Runden.
Wer nun die meisten Punkte hat, Bausteine 1 bis 4, vollendetet Burg 5 und Thors Hämmer je 1, gewinnt.
Was sind denn Thor Hämmer? Das sind „Joker“, die ich vor einem Kampf spielen kann. Sie haben allerdings einen Haken: Ich kann mit ihnen Karten tauschen, ein Hammer, eine Karte. ABER: Ich muss immer alle Handkarten tauschen! Was zuerst hart klingt, ist dann doch nicht so schlimm; ich kann vor jedem Kampf tauschen, deshalb warte ich eben einen noch ab, wenn ich noch eine gute Karte auf der Hand halte.

Der interessanteste Mechanismus ist unserer Meinung nach das Kartentauschen nach einem Kampf.
Wer gut aufpasst, weiß, welche Karten die anderen Spieler gleich auf die Hand bekommen. Außerdem kann man seine Chancen steigern, wenn man den Spieler angreift, der nur noch eine Karte auf der Hand hält. Es ist also schon wichtig zu überlegen, in welcher Reihenfolge zumindest ich meine Kämpfe abarbeite. Natürlich kann mir dabei ein anderer Spieler dazwischen funken, aber in jeder Kampfrunde kann ich so meine Chancen neu überdenken.
Die anderen Mechanismen, Wikinger verteilen und Rohstoffe sammeln, kennen wir schon aus Burp!
8 Jahre ist auch hier wieder eine sehr geringe Altersgrenze. Es mag sicherlich Achtjährige geben, die das Spiel gut spielen können, aber etwas älter zu sein, ist bestimmt nicht von Nachteil.

Insgesamt ist Eketorp ein sehr schönes Spiel, das in einer großen Gruppe viel mehr Spaß bringt, als nur zu dritt. Da aber die Rohstoffverteilung und somit eben auch die Möglichkeiten der Spieler mit weniger Spielern abnehmen, ändert sich das Spielverhalten nur wenig.
Grafik und Material stimmen, die Anleitung ist ausführlich und übersichtlich. Auch das Thema findet sich im Spiel wieder, gut gemacht Queen Games. Im Gegensatz zu manch einem anderen Spiel gab es bei Eketorp keine unterschiedlichen Meinungen in den Spielgruppen.



Sie sollten Eketorp kaufen, wenn Sie:
- einen interessanten Kartentauschmechanismus ausprobieren wollen
- das Thema Wikinger mögen
- Spiele mögen, bei denen man den anderen Spielern etwas wegnehmen kann
- Spiele mögen, bei denen sich Überlegen und Aufpassen rentiert
- ein interessantes Ressourcenmanagement suchen

Sie sollten Eketorp nicht kaufen, wenn Sie:
- Wikinger doof finden
- nicht wollen, dass Ihre Freunde Sie bestehlen (oder umgekehrt)

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