Bewertet durch: Michael Prössel
(Höchstpunktzahl ist 6)
Bestseller zum Spielen

Wir befinden uns in England zu Beginn des 12. Jahrhunderts. Wer den Roman von Ken Follet gelesen hat, und, wer - Hand aufs Herz, hat das nicht?, wird die Ortsbezeichnungen sofort wieder erkennen. Und wie im Buch, wird eine Kathedrale entstehen, mitten auf dem Spielplan. Hoch wird sie in den Himmel ragen, auch wenn ein Spieler Probleme hatte, die Bauteile richtig zusammenzusetzen. Und dieser Spieler ist nicht 5 Jahre alt, sondern Ingenieur! Aber es ist auch eine Herausforderung. Nun ja.

Der Spielplan ist wunderschön, sehr detailiert und farbenfroh ohne überladen zu wirken. So sehen wir die bekannten Orte aus dem Buch: Die Burg, den Bischofssitz, den Steinbruch, den finsteren Wald und den Bauplatz für das Gotteshaus. Einige der Mechanismen werden Sie an Caylus erinnern, auch wenn Die Säulen der Erde genügend andere Wege geht, diese Mechanismen zu verändern und zu erweitern.
Worum geht es also? Die Spieler bauen Rohstoffe ab, veredeln diese mit Hilfe von Handwerkern und bekommen dafür dann Siegpunkte, je nach dem, wie sehr sie am Bau der Kathedrale teilgenommen haben. Am Ende des Spiels gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

Wie schon gesagt gibt es verschiedene Orte, an denen es verschiedene Aktionen gibt:
1. Der Bischofssitz: Wer diese Aktion kauft, kann entweder ein negatives Ereignis ignorieren, oder, wenn das Ereignis positiv sein sollte, einen der drei abbaubaren Rohstoffe (Holz, Stein, Sand) vom Markt nehmen.
2. Die Wollmanufaktur: Jeder Spieler besitzt 12 Arbeiter, einen großen 5er und sieben kleine 1er. Sollte er am Ende der ersten Phase noch Arbeiter haben, die er nirgends mehr einsetzen mag oder kann, stellt er sie hier hin. Sie generieren je ein Gold.
3. Kingsbridge: Hier liegen zwei Vorteilskarten aus. Wer eine der beiden Aktionen wählt, kann sich eine der Karten nehmen. In der Regel bieten sie, wie der Name schon sagt, Vorteile.
4. Kingsbridge Priorei: Derjenige, der die erste der beiden Aktionen hier kauft, bekommt 2 Siegpunkte, der zweite einen Siegpunkt.
5. Der Wald: Hierhin schickt man seine Arbeiter, um Holz zu schlagen. (Du böses, böses Holz! Nimm dies!)
6. Der Steinbruch: Hier wird von den Arbeitern der Stein gebrochen (und an die Armen verteilt).
7. Die Kiesgrube: Hier bekommen die Arbeiter Sand.
8. Das Lager des Königs: Wer hier die erste Aktion erwirbt, bekommt einen Rohstoff Metall und ist von der Steuer befreit. Alle anderen Spieler, die hier eine Aktion kaufen, zahlen nur keine Steuern.
9. Shiring: in Shiring kann man Handwerker anwerben. Diese kosten nichts, nur das, was man für die Aktion bezahlt.
10. Die Burg: Hier kann ein Spieler zwei zusätzliche Arbeiter anwerben, die ihm in der nächsten Runde zur Seite stehen.
11. Der Markt: Auf dem Markt kann man Sand für 2, Holz für 3 und Stein für 4 Gold kaufen und verkaufen. Metall kann nur verkauft werden, für 5 Gold.
12. Die Kathedrale: Um die Reihenfolge zu ändern sollte man diese Aktion erwerben, denn dann wird man Startspieler.

Bevor die Spieler aber diese Aktionen erwerben können, kommt es zu Phase eins: In dieser Phase werden die Rohstoffkarten aufgedeckt. Und zwar sieben. Außerdem werden zwei Handwerkerkarten mit den sieben Rohstoffkarten unter das Spielbrett gelegt. Was aber machen die Handwerker genau? Die Handwerker sind der Schlüssel zum Sieg. Zu Anfang besitzt man drei Handwerker: den Mörtelmischer; er verarbeitet drei Rohstoffe Sand zu einem Siegpunkt. Dies kann er 3x in der Runde machen, also 9 Sand verarbeiten. Der Steinmetz veredelt Stein. Für 2 Stein schafft er einen Siegpunkt, dies kann er 4x pro Runde. Und dann haben wir noch den Schreiner: Er verwandelt Holz in Bänke und Figuren. Für 2 Holz schafft er einen Siegpunkt; das Ganze 4x pro Runde. Neben diesen Veredlungsgaben sind die drei aber noch für etwas anderes wichtig: Sollte ich im Laufe des Spieles neue Handwerker kaufen, und wer das nicht macht, hat keine Chance zu gewinnen, muss ich eventuell andere Handwerker entlassen, da ich nur 5 beschäftigen darf. Sollte ich den Mörtelmischer entlassen, kann ich mit Maurern keine Siegpunkte bekommen. Ist es der Steinmetz, den ich stempeln schicke, darf ich keine Steine auf dem Markt verkaufen. Entsorge ich den Schreiner, kann ich kein Holz auf dem Markt kaufen. So muss man ein wenig überlegen, was für einen selbst wichtig ist. Steine zu verkaufen ist nicht so wichtig, wie Siegpunkte durch Maurer zu bekommen, da ich ohne Maurer wohl auf meinen Steinen sitzen bleibe.
Nun aber zur Phase I: Zwei aufgedeckte Handwerker und sieben Rohstoffkarten liegen aus. Startspieler in der ersten Runde ist derjenige, der als letzter in einer Kathedrale war. Er darf sich nun als Erster eine der Karten nehmen. Nimmt er einen der Handwerker, muss der den Goldpreis zahlen. Der erste Startspieler startet mit 20 Gold, reihum bekommen die Spieler je ein Gold mehr. Will er keinen der Handwerker erwerben, hat er schon so gut wie verloren und wir wenden uns einem klügeren Spieler zu, der noch Chancen auf den Sieg hat. Soll heißen: Kaufen Sie am Anfang einen der Handwerker. In der Regel benötigen sie weniger Rohstoffe pro Siegpunkt. Sind die beiden Gesellen weg, geht es um die Rohstoffe. Die unterschiedlichen Karten, es gibt mehr als ausliegen, so variiert das Angebot von Runde zu Runde, zeigen an, wie viele Arbeiter ich an den Ort des Abbaus schicken muss, um wie viele Rohstoffe zu erhalten. Haben alle Spieler Karten gewählt und wollen keine weiteren, schicken sie die restlichen Arbeiter in die Wollmanufaktur, damit sie dort Gold erwirtschaften. Das war Phase I.
Nun zu Phase II:
In dieser Phase kommen die Baumeister zum Zug. Jeder Spieler hat drei und diese kommen alle in den Beutel. Der Startspieler zieht nun einen nach dem anderen aus dem Beutel, einmal hat er das Recht, einen Baumeister wieder in den Sack zu werfen. Der erste gezogene Baumeister kostet 7 Gold, will man ihn auf eines der Felder einsetzen. Natürlich kann man die Baumeister nicht auf den Wald, den Steinbruch oder die Kiesgrube setzen. Will der Spieler, dessen Baumeister gezogen wurde ihn nicht für 7 einsetzen, bleibt die Figur auf dem Feld mit der 7 stehen und der nächste gezogene kostet 6. Im Spiel zu viert gibt es 12 Baumeister, aber nur 7 kostenpflichtige Felder. Die Spieler, deren Baumeister später gezogen werden, also ab der achten Stelle, zahlen nichts. Wenn die Spieler über genügend Geld verfügen, sind die attraktiven Aktionen aber schon vergeben. Wurden alle Figuren gesetzt, kommt es zu Phase III.
Als erstes wird eine Ereigniskarte gezogen. Ist sie positiv freut man sich, ist sie negativ, kann der Spieler, der eine Figur auf dem Bischofssitz stehen hat, das Ereignis ignorieren.
Dann werden die Stationen nach und nach abgearbeitet. Ist man beim Lager des Königs angekommen, wirft der Startspieler den Steuernwürfel und alle, die hier keine Figur stehen haben, müssen so viel an Steuern zahlen.
Ist man beim letzten Feld angekommen, nimmt sich der neue Startspieler das nächste Kathedralenteil und ist in der nächsten Runde an der Reihe. Bevor es damit losgeht, kommt aber noch der wichtigste Teil des Spieles: die Siegpunkte. Nun geben die Spieler reihum ihre Rohstoffe wieder ab und erhalten dafür die Punkte. Je effizienter die Handwerker werken, desto mehr Punkte bekomme ich für meine eingesammelten Rohstoffe. Je weiter das Spiel fortschreitet, desto besser werden die Handwerker, die zum Kauf angeboten werden. Einige von ihnen verbauen dann auch Metall, so dass man hin und wieder beim König vorbeischauen sollte.
Wer nach sechs Runden die meisten Rohstoffe für die meisten Siegpunkte verbauen konnte, gewinnt.

Die Säulen der Erde ist ein schönes Spiel, das leicht an Caylus erinnert. Allerdings sind die Spielpläne nicht zu vergleichen, der von DSdE ist um Längen schöner. Das Spiel ist taktisch, aber nicht zu sehr, so dass es auch Wenigspielern gefallen wird. Es ist wichtig die Ressourcen immer im Blick zu haben und auch sollte man sich Gedanken über die Handwerker machen, welche zu welchem Zeitpunkt einem mehr einbringen. Gut ist es auch die Handwerker der anderen Spieler im Auge zu behalten, da dies mit beeinflusst welche, Rohstoffkarten vielleicht noch eine Runde länger liegen bleiben.
Wer nicht früh genug in neue Handwerker investiert, wird immer im Hintertreffen bleiben. Wer allerdings seine Arbeiter zu selten ausschickt, um Rohstoffe abzubauen, wird genauso wenig Erfolg haben. Die gesunde Mischung ist mal wieder der Garant für ein gutes Abschneiden.
Auch wenn die Interaktion zwischen den Spielern sich nur darauf beschränkt, wer wann was tun, ist Die Säulen der Erde ein gutes Spiel, das eigentlich zwischen 4 und 5 Sternen bewertet werden sollte. Da wir das aber nicht darstellen können, bleibt es bei 5 Sternen, weil es unserer Meinung nach ein sehr schönes Einsteigerspiel in die faszinierende Welt der komplexen Strategiespiele ist. Der Glücksfaktor hält sich noch im grünen Bereich auf, auch wenn das Ziehen der Baumeister das Spiel sehr stark beeinflusst. Wer immer früh gezogen wird, und das kann schon mal passieren, der ist entweder schnell arm, oder er muss immer sehen, was noch übrigbleibt.
Wenn Sie hin und wieder spielen, zum Beispiel Carcassonne oder Die Siedler, dann wird Ihnen dieses Spiel sehr gefallen. Klare fünf Sterne.
Wenn Sie sehr häufig spielen, zum Beispiel Caylus, Civilization, Konradin oder Ähnliches, werden Sie das Spiel mögen, aber vielleicht etwas vermissen. Klare vier Sterne.

Sie sollten Die Säulen der Erde kaufen, wenn Sie:
- Caylus als zu schwer erachten
- Caylus light spielen wollen
- ein sehr schön gestaltetes Spiel möchten, das auch noch Spaß bringt
- das Buch gelesen haben und immer schon eine Kathedrale bauen wollten

Sie sollten Die Säulen der Erde nicht kaufen, wenn Sie:
- Caylus als zu leicht erachten, dann ist DSdE sicherlich für Sie ein Kinderspiel
- der Meinung sind, die Mechanismen schon aus anderen Spielen zu kennen
- sich nicht auf ein schönes, mittelschweres Spiel einlassen wollen

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