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Eine eigene Bewertung für Ora et Labora (alt) schreiben.
  • Frank L. schrieb am 27.10.2012:
    Beschreibung:
    Als Priore leiten und bewirtschaften wir ein mittelalterliches Klostergut, das zu Beginn aus einem Kernland und wenigen Basisgebäuden besteht. Nach und nach lassen wir Wälder roden und erschließen dadurch neue Landschaften. Wir bauen Rohstoffe ab, um damit weitere Gebäude zu errichten, die wir später gewinnbringend nutzen können. Wir erwirtschaften Lebensmittel und Brennstoffe und besiedeln unsere Landstriche. Mit Gebet und Fleiß erbauen wir unsere blühende Klosterwirtschaft.

    Ablauf:
    Zu Beginn einer Runde wird das allgemeine Ertragsrad gedreht, auf dem die Warenanzeiger liegen. Sie legen fest, wieviele Waren man von der jeweiligen Sorte durch die entsprechende Aktion erhält. Durch das Drehen des Rades werden die Erträge aller Waren erhöht.
    In der Aktionsphase führen die Spieler reihum eine Aktion aus:
    • Wälder Roden oder Torf stechen: Der Spieler entfernt eine Wald- bzw. Moorkarte von seiner Landschaft, wodurch er einen neuen Bauplatz erschließt. Außerdem erhält er Holz- bzw. Torfmarker. Die Anzahl wird durch das Ertragsrad bestimmt. Danach kommt der jeweilige Warenanzeiger zurück auf Null.
    • Ein Gebäude aus der allgemeinen offenen Auslage bauen: Erforderliche Baukosten des Gebäudes entrichten und auf einen freien Bauplatz seiner Landschadt legen. Dessen Funktion kann man sofort mit seinem Prior nutzen, sofern dieser noch nicht eingesetzt wurde. Jedes Gebäude hat unterschiedlich hohe direkte Siegpunkte und Wohnwerte, die durch benachbarte Siedlungen Punkte bringen. Gebäude bringen neue Funktionen, weitere Rohstoffeinnahmen oder veredeln Grundstoffe in Güter.
    • Einen eigenen Geistlichen in ein eigenes Gebäude setzen, um dessen Funktion zu nutzen.
    • Über einen Arbeitsauftrag für ein Gold oder ein Gastgeschenk (Whiskey oder Wein) ein Gebäude eines Mitspielers benutzen. Dieser muss dann einen seiner Geistlichen in dieses Gebäude stellen.
    • Zusätzlich zu einer regulären Aktion kann man eine Landschaftserweiterung erwerben.

    Überschreitet der Rundenanzeiger des Ertragsrads bestimmte Felder, wird eine zusätzliche Siedlungsphase ausgeführt:
    Die Spieler können dann eine Siedlung mit Nahrung und Energie in ihrer Klosterlandschaft gründen. Sie bringen am Ende direkte Siegpunkte sowie Punkte für den Wohnwert ihrer Nachbargebäude.

    Das Spiel endet nach einer bestimmten Rundenanzahl. Siegpunkte erhält man durch Gebäude, durch den Wohnwert der Siedlungen und bestimmte Warenplättchen.

    Es gibt eine Frankreich- und Irland-Variante je nachdem ob man auf Whiskey oder Rotwein steht. Sie unterscheiden sich durch unterschiedliche Gebäude und Kartenfunktionen. Außerdem gibt es eine Kurzversion, in der man in jeder Runde automatisch Einkommen erhält.

    Fazit:
    Mit Ora et Labora erhält man trotz überschaubarer Regeln ein sehr spannendes Vielspielerspiel mit zahlreichen Optionen. Durch die vielen verschiedenen Gebäude kann man ganz unterschiedliche, längerfristige Strategien entwickeln. Es macht sehr viel Spaß, gut abgestimmte Warenkreisläufe zu planen, zu errichten und anschließend zu nutzen: So kann man beispielsweise den Wein des Weinstocks im Gasthaus zu Gold machen, um anschließend in der Baustoffhandlung einkaufen zu können. Häufig hat man sehr viele gute Ideen im Kopf, wie man seine Aktionen oder Kreisläufe verbessern kann. Aber nicht immer kann man sie realisieren, z.B. weil man dann doch nicht genügend Baustoffe erhalten hat. "Musste der Mitspieler auch kurz vor mir sein Holz roden und damit den Ertragsmarker auf Null setzen?" Oder ein Mitspieler nimmt mir mein Wunschgebäude gerade vor der Nase weg. Dann bleibt mir aber noch die Option, das dann fremde Gebäude über einen Arbeitsauftrag zu nutzen. Dadurch kann man einen Mitspieler richtig ärgern, wenn er danach keine eigene freie Figur für seinen Zug mehr hat.
    Viele Punkte erhält man auch durch den Wohnwert der Siedlungen. Deshalb sollte man darauf achten, diese gut zu positionieren.
    Sehr gut gefällt mir auch der Mechanismus mit dem Ertragsrad. Dadurch kann der Wert einer Aktion steigen, wenn diese eine gewisse Zeit nicht gewählt worden ist. Manchmal entscheidet man sich dann einfach für diese Aktion, weil man einen sehr hohen Ertrag erhält - frei nach dem Motto: 8 Lehm nehme ich mir, selbst wenn ich ihn jetzt gerade nicht benötige.
    Für mich ist Ora et Labora eines der besten Spiele des Jahrgangs 2011!
    Am Ende bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen: Rotwein oder doch lieber Whiskey?
    Frank hat Ora et Labora (alt) klassifiziert. (ansehen)
  • Björn T. schrieb am 10.01.2012:
    Das Wichtigste möchte ich gleich vorweg nehmen. Nach langen Überlegungen habe ich mich entschieden, meine Rezi zu diesem Spiel in zwei Teile aufzuteilen.

    Teil 1: Spielidee & Spielprinzip
    Worum geht es bei Ora et Labora. Jeder Spieler hat ein eigenes Spielfeld, auf dem er eine Koster-Anlage bauen und betreiben muss. Hierzu gibt es zahlreiche unterschiedliche Gebäude, mit denen Unmengen von Warenplättchen (sehr gut: alle beidseitig bedruckt und daher als unterschiedliche Rohstoffe nutzbar) erwirtschaftet werden können, die dann wiederum für den Bau neuer Gebäude verwendet werden können. Punkte gibt es einmal durch den wirtschaftlichen Wert eines Gebäudes, den Wohnwert einer Siedlung und durch diverse Güter wie Bücher, Whisky, Wunder u.v.m. Das Spielprinzip ist eine sehr gelungene Mischung aus den beiden Rosenberg Klassikern „Agricola“ und „Le Havre“.

    Super ist die Idee und Umsetzung des Warenertragsrades. Hierauf liegen Marker bestimmter Rohstoffe, deren Anzahl von Runde zu Runde steigt. Sobald der Rohstoff von einem Mitspieler genommen wurde, fällt die Menge erst einmal wieder auf den kleinstmöglichen Wert und steigt dann langsam wieder an – es reicht also ein Marker, um große Mengen zu symbolisieren. Diese Idee war mir persönlich bisher neu und gefällt mir sehr gut.

    Auch das gesamte Spielprinzip gefällt mir sehr gut. Ora et Labora ist definitiv ein MUSS für Planer und Strategen, die ein gutes Wirtschaftsspiel ohne Glücksfaktoren lieben. Durch die verschiedenen Geländearten und die begrenzte Anzahl der Aktionen (man hat nur 3 Spielfiguren) und die Legeregeln für Gebäude ist das Spiel trotz einfacher Rundenabläufe super komplex und bietet eine Unmenge an Möglichkeiten, zu Punkten zu kommen. Nach bisher 5 Spielen muss ich gestehen, dass ich immer noch keinen sicheren Tipp für eine gewinnversprechende Strategie geben kann. Ich freue mich auf die nächste Runde und spiele Ora et Labora derzeit genauso gerne wie mein absolutes Lieblingsspiel „Agricola“. Für diesen Teil geben ich Ora et Labora ohne zu Zögern 6 Punkte.

    Teil 2: Spielmaterial
    Und hier ist für meinen Geschmack der große Knackpunkt des Spieles. Denn Ora et Labora ist vom Preis her wirklich nicht günstig. Für diesen Preis ist die Qualität des Spielmaterials nicht angemessen! Die Größe der Gebäudekarten finde ich persönlich nicht einmal so schlimm, da gerade im Spiel zu Zweit das Spielfeld mit den kleinen Karten schon sehr groß und anfänglich unübersichtlich ist. Aber das dünne Material der Spielfelder ist für mich ein absolutes „no-go“. Hinzu kommen noch Übersichtstafeln, die nicht mehr als ein dünnes Papier sind, das man sich dann auch noch selber zurecht schneiden muss. Ganz ehrlich? Das geht gar nicht! Derzeit suche ich noch nach einer optimalen Lösung, wie ich beides stabiler und damit spielfreundlicher gestalten kann.

    Zudem gehöre ich auch noch zu den Unglücklichen, die ein Spiel jener Charge bekommen haben, bei der die Druckerei offensichtlich Mist gebaut hatte. Mittlerweile sind die bemängelten Bögen ersetzt worden, aber trotzdem bin ich über die Qualität des Spielmaterials enttäuscht.

    Ich hoffe, dass Lookout diesen Trend nicht weiter verfolgen wird. Viele Spiele dieses Verlages sind echt super – es ist echt schade, wenn hier am falschen Ende und auf Kosten des Spielspaßes gespart wird.
    Für das Spielmaterial gebe ich daher mit gutem Willen und bösem Zähneknirschen noch 3 Punkte.

    Damit schafft Ora et Labora für mich gerade noch die 5 Punkte Grenze wobei ich es selber sehr schade finde, dass die eigentlich sehr gute Spielidee unter der schlechten Materialumsetzung so leiden muss.

    Bitte, bitte, bitte, liebes Lookout Team! Lasst Ora et Labora in diesem Punkt zu einer Ausnahme werden und erfreut uns wieder mit der alten und geliebten „Agricola-Qualität“.
    • carmen K., Andreas F. und 10 weitere mögen das.
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    • Michael S.
      Michael S.: Danke für die Super-Rezi. Obwohl mich das Spiel sehr reizt, werde ich es zunächst einmal nicht kaufen, da für mich die Qualität des... weiterlesen
      22.01.2012-20:05:35
    • Matthias N.
      Matthias N.: Dann entgeht Dir aber ein Superspiel, lieber Michael! Die neueren Auslieferungen des Spiels beinhalten nunmehr korrekte Stanzbögen. Mit den... weiterlesen
      23.01.2012-11:17:44
  • Edgar A. schrieb am 08.08.2012:
    Da ich sämtliche Uwe-Rosenberg-Spiele sehr mag, war die Anschaffung dieses Spiel für mich natürlich ein absolutes Muss. Aber wenn man etwas sehnsüchtig erwartet, stellt sich natürlich immer auch die Frage, ob es die hochgesteckten Erwartungen auch erfüllen kann. In dieser Hinsicht kann ich jedoch Entwarnung geben: Wo Uwe Rosenberg draufsteht, ist auch Uwe Rosenberg drin. Im Grunde werden hier bewährte Mechanismen, die man bereits aus anderen Uwe-Rosenberg-Spielen kennt, neu kombiniert und um einen Rondell-Mechanismus für Erträge erweitert. Allerdings muss man sich das Rondell bzw. Ertragsrad etwas anders vorstellen als aus den Spielen von Mac Gerdts („Hamburgum“, „Imperial“/“Imperial 2030“).

    Sofern man Spiele wie „Le Havre“ oder „Agricola“ schon mal gespielt hat, fällt der Einstieg in „Ora et labora“ relativ leicht. Wenn man dagegen das erste Mal dieses Spiel spielen will, ohne seine Vorgänger zu kennen, darf man sich zunächst durch die umfangreiche Spielanleitung durcharbeiten. Auch in dieser Hinsicht ist einiges an „labora“ angesagt, denn wenn es diesem Spiel an etwas nicht mangelt, dann sind das Anleitungen. Es gibt ein Blatt für den Spielaufbau, eine Kurzspielregel für den schnellen Einstieg, eine ausführliche Spielregel und last but not least noch ein Heft, in dem die ganzen Gebäude ausführlichst erklärt werden. Man kann also sagen, dass so gut wie keine Frage offen bleibt. Für Leute, die eher selten spielen, mag das auf den ersten Blick eher abschreckend wirken.

    Andererseits ist die Spielregel sehr übersichtlich strukturiert und die Regeln folgen einer inneren Logik, so dass meist die Kurzspielregel ausreicht, um direkt loszulegen. Wer sich also nicht mit Detailfragen aufhalten will, kann sich das Spiel auch gut von jemandem erklären lassen, der es schon kennt, denn so schwer ist es im Endeffekt nicht. Ansonsten kann ich nur sagen, es lohnt sich, die Mühe auf sich zu nehmen und sich durch die komplette Spielregel durchzuarbeiten. Aber nicht nur mit Material ist das Spiel üppig ausgestattet, sondern es gibt auch diverse Varianten: Eine Solo-Variante, eine zu zweit, eine Kurzspiel-Variante für 3-4 Leute und halt die oben erklärte Profi-Langspiel-Variante und dann kann man sich noch aussuchen, ob das Spiel in Irland oder Frankreich angesiedelt sein soll.

    Aber was nutzen all diese schönen Varianten, wenn das Spiel in seinen Abläufen nicht funktioniert? Aber auch hier kann ich Entwarnung geben: Dieses Spiel funktioniert in jeder Variante und jeder Besetzung gleichermaßen gut. Die Mechanismen des Spiels sind auf all das hervorragend abgestimmt. Das Kurzspiel bietet zwar weniger Mangel, aber ich persönlich bevorzuge die lange Version. Das erstaunlichste an diesem Spiel ist jedoch, dass es trotzdem immer wieder anders verläuft. Eine Strategie, die im letzten Spiel noch den Erfolg herbeigeführt hat, kann im nächsten Spiel der totale Reinfall sein und umgekehrt – ein weiteres Indiz für die Ausgewogenheit dieses Spiels und sicherlich auch ein Garant für einen hohen Langzeitspielspaß.

    Die Abläufe sind überwiegend flüssig, aber die ein oder andere Grübelpause lässt sich angesichts der vielfältigen Möglichkeiten, die dieses Spiel bietet, auch nicht immer vermeiden. Dadurch hat dieses Spiel mitunter einige gefühlte Längen, aber man muss auch immer ein wenig aufpassen, was man tun will und was die anderen gerade tun, denn diese Vielfalt an Möglichkeiten machen das Spiel manchmal auch etwas unübersichtlich. Man sollte also immer ein Auge darauf haben, welche Gebäude – seien es eigene oder seien es solche der Mitspieler – welchen Nutzen bringen. Manchmal bedeutet das auch, dass man ein bestimmtes Gebäude nicht selber bauen muss, weil man es beim Mitspieler mitnutzen kann.

    Ein wenig aufpassen muss man bei den Bauregeln und nicht ein Gebäude auf die falsche Landschaft baut. Zum Spielende kann es auch wichtig werden, den Siedlungsbau mit einzuplanen. Im Hinblick auf den Wohnwert kann sich der Bau einer Barackensiedlung mit negativem Wohnwert lohnen, wenn man punkteträchtiges daneben liegen hat. Auf jeden Fall wichtig ist es auch, genug Platz für Klostergebäude zu lassen, denn sie bringen nicht nur Punkte, sondern spielen auch bei der Rohstoff-Veredelung eine entscheidende Rolle. Ich kann nur aus eigener schmerzlicher Erfahrung sagen, dass es mehr als ärgerlich ist, wenn der Mitspieler fröhlich sein Kloster ausbaut oder das Spielende herauszögert und lieber Waren generiert, während man sich selbst so zugebaut hat, dass der Bau von Klostergebäuden nicht mehr geht.

    Über mangelnde Interaktion braucht man sich bei diesem Spiel auch nicht zu beklagen. Es hat schon einen nicht unerheblichen Ärgerfaktor, einen Mitspieler dazu zu zwingen, seine Spielfigur und sein Gebäude zu nutzen. Noch ärgerlicher ist es für den Mitspieler, wenn ich dafür nicht einmal bezahle, sondern nur ein läppisches Gastgeschenk mitbringe, dass sofort "getrunken" wird. Irgendwie eine verrückte Idee, aber irgendwo hat sie auch Charme! Auf jeden Fall lässt sich damit so manche geplante Aktion unterbinden und man kann auf recht elegante Weise dem Gegner in die Suppe spucken. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass man selber nicht vor derlei Aktionen gefeit ist. Das hat auch den angenehmen Nebeneffekt, dass das Spiel sehr lange spannend bleibt und man bis zur Schlussabrechnung nicht weiß, wer im Endeffekt vorne liegt.

    ### FAZIT ###

    "Ora et labora" ist ein super gemachtes, gut ausbalanciertes Spiel. Wer die anderen Spiele von Uwe Rosenberg – wie "Agricola", "Le Havre" oder "Merkator" – mochte, wird dieses Spiel höchstwahrscheinlich ebenfalls lieben. Allen anderen kann ich dieses Spiel nur wärmstens ans Herz legen und vergebe 6 von 6 wahlweise Whisky- oder Weinflaschen.
    Edgar hat Ora et Labora (alt) klassifiziert. (ansehen)
  • Helme B. schrieb am 05.11.2011:
    Beim Auspacken des Spielmaterials erkennt man sowohl durch den Grafikstil der Spielepläne die Wurzeln aus Agricola als auch die von Le Havre durch die doppelseitigen Warenplättchen. Während des Spielens merkt man aber schnell, dass man sich viel näher am Spielablauf von Le Havre als dem von Agricola bewegt.

    Dreh- & Angelpunkt ist im wahrsten Sinn das Ertragsrad in der Spielmitte, das anzeigt welche Rohstoffe wie oft vorhanden sind als auch neue Spielphasen durch die Besiedlungen bestimmt. Das funktioniert so elegant, dass man sich den selben Mechanismus gleich für die Vorgänger wünscht.

    Das Spiel bietet enorm viel Tiefgang und Möglichkeiten, da es eine Unmenge an Mechanismen in sich vereint. Da gibt es ähnlich wie in Le Havre die Möglichkeit gegnerische Gebäude mitzunutzen. Beim Bau von Gebäuden muss man nicht nur auf deren Funktion sondern auch auf die beiden unterschiedlichen Typen von Siegpunkten achten. Außerdem muss man überhaupt noch Platz auf dem Plan haben und diese auch noch so setzen, dass die positionsabhängigen Siegpunkte besonders effektiv sind. Und da sind noch Sondernaktionen der eben gebauten Gebäude, falls der entsprechende Geistliche gerade noch zur Verfügung steht. Außerdem muss man Platz für Siedlungen lassen und für diese einen ausreichenden Vorrat an Energie und Nahrung bereitstellen.

    Insgesamt bin ich aber im direkten Vergleich zu Le Havre nicht ganz zufrieden mit Ora et Labora. Trotz der Vielzahl an Rohstoffsorten in Le Havre ist relativ klar, wie diese effektiv eingesetzt werden: als Baustoff, Engergie- & oder Nahrungsträger oder als Ware zum Verschiffen. In Ora et Labora sind die Möglichkeiten viel vielschichtiger aber auch um Längen unübersichtlicher. Das liegt auch oft daran, dass Gebäude Rohstoffe nicht 1:1 veredeln, sonder diese öfter Aussehen wie Sondergebäude in Le Havre, also mehrere Zutaten brauchen oder nebenbei noch etwas anderes können. Dadurch, dass die Position der Gebäude auf dem eigenen Plan wichtig ist, werden diese nicht wie im Vorgänger so gelegt, dass diese von jedem gut sichtbar sind. Es artet also fast in Arbeit aus, auch die Gebäude der Mitspieler so im Blick zu haben, dass man wirklich gut spielt.

    Mein Fazit ist also Ora et Labora ist ein Spiel mit beeindruckendem spielerischen Tiefgang, dass aber im Spielverlauf an der zunehmenden Unübersichtlichkeit leidet. Für mich nur eine klare Empfehlung für Freunde hochkomplexer Spiele. Wem aber schon Le Havre zu viel ist, dürfte an Ora et Labora verzweifeln.

    Ich denke ich bleibe eher bei Le Havre... und träum von einem Etragsrad.
    Helme hat Ora et Labora (alt) klassifiziert. (ansehen)
    • Ali B., Andreas H. und 9 weitere mögen das.
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    • Daniel D.
      Daniel D.: Schöne Rezension, aber Deinem Fazit kann ich nicht ganz zustimmen:
      Okay, dies Spiel soll vielleicht keinen Rollenspielcharakter haben, aber... weiterlesen
      06.11.2011-00:36:49
    • Achim S.
      Achim S.: Gute Rezension - werde mir das wohl doch erst mal anschauen vor dem Kauf!
      Danke!
      25.11.2011-17:54:11
  • Daniel D. schrieb am 11.04.2012:
    Nach mehreren Partien in verschiedener Spielerzahl ein vorläufiger Eindruck (-/+):

    - Spieltitel etwas irreführend: Ausser der Thematik der Gebäude-/Warenarten hat das Spiel wenig mit dem Klosterleben zu tun, und auch wenig mit dem Arbeitsalltag oder einem Lebensverlauf eines Menschen, wie dies etwa von Agricola, Helvetia oder Village bekannt ist. Es ist vielmehr ein Gebäudebau-Spiel.
    - Die Übersichtspläne sind sehr dünn (Papierblätter!) und müssen einlaminiert werden, die Pappe der Areale und Landschaften ist dünn (-> Karton biegt sich etwas).
    - Das Spiel bietet bei weitem nicht so viele UNTERSCHIEDLICHE Mechanismen und INDIVIDUELLE Wege wie Agricola.
    - Die Rohstoffe sind wie bei Le Havre Unmengen winziger (aber stabiler) Pappplättchen.
    - Die Gebäudekarten sind ziemlich klein, daher ist es für Spielneulinge schwer überschaubar, welche zu nutzenden Funktionen bereits bei den Mitspielern ausliegen.
    - Auch sonst fällt es relativ schwer, die Übersicht über das Spiel zu behalten, da sich eine Fülle von Mini-Taktiken auftut, um mit Rohstoffkombinationen und -Veredelungen zusätzliche Siegpunkte anzustreben; da ist viel Gesuche und viel Rechnerei nötig. (Mir fällt da der Ausdruck "Klein-Klein" ein.)

    + Vom dünnen Papier abgesehen gute Qualität des übrigen Spielmaterials.
    + gelungene Spielhilfen zur besseren Übersicht (unterschiedliche Spielanleitungen, Nachschlagehefte, Übersichtspläne für jeden Spieler)
    + gefällige Grafik, schöne Spielatmosphäre
    + Spieldauer garnicht soo lang wie befürchtet, bzw: Spielzeit vergeht wie im Flug
    + Rondell / Ertragsrad funktioniert klasse, ist übersichtlich und macht Spass
    + komplexes Bau- und Optimierungsspiel,
    + durchaus viel Interaktion durch die Arbeitsaufträge an die Mitspieler
    + Spielmechanismen ausgereift und Chancengleichheit der Spieler sehr gelungen! Viel besser ausbalanciert als bei Le Havre und ohne dessen negativen "Monopoly-Effekt".
    + Spannend bis zum Schluss, einschliesslich der Endabrechnung :-)



    Fazit:
    Ora et Labora ist ein beeindruckendes Aufbauspiel, das 5 Punkte verdient hat.



    Aber für alle, die es interessiert:
    Im Vergleich zu Ora et Labora gefällt mir Agricola dennoch deutlich besser!
    Gründe dafür sind Agricolas
    > noch tollere Spielathmosphäre,
    > klarere Strukturierung und Übersichtlichkeit, und das bei viel grösserer Spieltiefe:
    > viel grössere Bandbreite an individuell zu wählenden Strategiewegen (über den Wohnraum, die Familienmitgliederzahl, die Weiden, Tiere, Äcker, Feldfrüchte, Anschaffungen, Ausbildungen, Wechselwirkungen..) (Bei Ora et Labora dagegen geht die "Strategievielfalt" fast nur über den Gebäude-/Siedlungsbau und über das "Klein-Klein"(s.o.) der "1000" Rohstoffsorten und -Veredelungen.)

    Daniel hat Ora et Labora (alt) klassifiziert. (ansehen)
  • Holger K. schrieb am 18.02.2012:
    Bete und Arbeite! Dieser Benediktinergrundsatz wird im Spiel Ora et labora von Lookout Games aufgegriffen und spielerisch umgesetzt. Die Spieler leiten jeweils ein mittelalterliches Kloster (damit ist das "ora" abgedeckt) und seine angrenzenden Ländereien mit je einem Prior und zwei Laienbrüdern und das ist sehr arbeitsintensiv (labora). Doch bereits vor dem eigentlichen Spiel ist zwar nicht Beten aber umso mehr Arbeiten angesagt. Viele, viele auszustanzende Marker und eine äußerst umfangreiche Spielregel, die ein Extrablatt für den Spielaufbau, eine Spielanleitung, die im Erzählstil ins Spiel einführt, eine ausführliche Spielanleitung, eine Spielübersicht und eine Gebäude- und Siedlungsübersicht umfasst, sind zunächst zu bewältigen, aber das ist man bei Rosenberg-Spiele ja inzwischen fast schon gewöhnt.

    Ist die Einstiegshürde dann aber genommen, wird es deutlich leichter, denn so kompliziert wie man meinen könnte ist Ora et labora zumindest spieltechnisch gar nicht. Gezieltes strategisches Vorgehen ist dann schon wieder eine andere Sache und deutlich schwieriger. Insbesondere am Anfang tut man sich schwer, denn strategisches Vorgehen setzt eine gute Kenntnis der Gebäude und deren Funktionen voraus. Die erste Partie dient also in erster Linie dem Kennenlernen, aber das ist nicht weiter schlimm sondern durchaus reizvoll.

    Ein Spieler am Zug führt genau eine Aktion durch und muss sich dabei entscheiden, ob er einen seiner Geistlichen in einem Klostergebäude arbeiten lassen, Holz fällen bzw. Torf stechen oder mit bereits erwirtschafteten Rohstoffen ein Gebäude errichten will. Zusätzlich können einmalig während eines Spielzuges stetig teurer werdende neue Ländereien erworben werden, sofern man das nötige Kleingeld bereits erwirtschaftet hat. Auch die Früchte in Nachbars Garten sind nicht unerreichbar, denn gegen eine geringe Gebühr kann man einen Prior oder Laienbruder des Nachbarn in einem der Nachbargebäude für einen selbst arbeiten lassen. Keine schlechte Sache, denn so bleiben Aktionsmöglichkeiten von Gebäuden die man nicht selbst bauen konnte nicht unerreichbar.
    Auch hier gilt es die Übersicht zu behalten. Gebäude, die bereits durch einen Geistlichen besetzt sind, können in der Regel nicht genutzt werden und die Geistlichen eines Spielers werden erst dann wieder aus den Gebäuden entfernt, wenn sich alle drei Geistlichen dieses Spielers zu Beginn einer neuen Runde in Gebäuden aufhalten.

    Anfangs ist das Klostergelände noch recht überschaubar und besteht für alle Spieler aus einer 2x5 Felder großen Landschaft mit Mooren, Wäldern, einem Bauernhof, einen Lehmhügel und einem ersten Klostergebäude. Spätere Landkäufe können das Gebiet eines Kloster bis zur Küste und/oder dem Gebirge hin ausdehnen, um dann auch Gebäude errichten zu können, die beispielsweise eine Küstenlage voraussetzen. Die ersten Aktionen zielen also darauf ab, die wenigen Startressourcen aufzustocken und so erhalten die Spieler in Bauernhöfen Getreide oder Schafe, am Lehmhügel Lehm, im Klosterstammhaus Münzen, im Wald Holz und im Moor Torf. Der Abbau von Holz und Torf bedeutet allerdings den Verlust der entsprechenden Karte, d.h. auf jedem dieser Ressourcenfelder kann nur einmal "geerntet" werden. Dafür steht dann aber weiteres Bauland für Gebäude und Siedlungen zur Verfügung.

    Gebäude liegen in Form von Karten in einer Auslage und können, die geforderten Ressourcen und einen passenden Bauplatz vorausgesetzt, errichtet werden, um deren Ertragsmöglichkeiten ab dem nächsten Zug nutzen zu können. Befindet sich der Prior während des Gebäudebaus noch nicht in einem Gebäude, kann er sogar sofort in das neue Gebäude eingesetzt werden und dieses nutzen. Einige Gebäude können nur an der Küste oder am Hang errichtet werden, Klostergebäude immer nur an ein bestehendes Klostergebäude angrenzend usw.
    Neue Gebäude bringen neue Rohstoffe oder veredeln diese und bringen am Ende natürlich Siegpunkte.

    Die Anzahl an Ressourcen, die eine Aktion einbringt, ist abhängig von der Position des entsprechenden Ressourcensteines auf dem Ertragsrad. Diese liegen bei Spielbeginn alle an der Position "0" des Rades, aber der Ertragszeiger wird zu Beginn einer jeden neuen Spielrunde um eine Position weitergedreht, so dass der Ressourcenertrag stetig ansteigt. Sobald dann eine Ressource aber geerntet wird, landet der entsprechende Ressourcenmarker wieder auf der Position "null" des Ertragsrades. Es muss also bei jeder Aktion nicht nur der Bedarf sondern nach Möglichkeit auch der zu erwartende Ertrag berücksichtigt werden. Ein Waldgebiet abzuholzen und nur einen Holzmarker dafür erhalten dürfte auf Dauer der sichere Weg in eine Niederlage bedeuten.
    Einer der Ressourcensteine gehört nicht zu einer speziellen Ressourcenart, er ist eine Art Joker und kann an Stelle des eigentlichen Ressourcensteines als Ertragsstein verwendet werden. Macht natürlich Sinn, wenn dadurch ein höherer Ertrag erzielt werden kann oder diese Ressource in dieser Runde bereits von einem Konkurrenten geerntet wurde und auf "0" steht.

    Erreicht der Ertragszeiger bestimmte Positionen auf dem Rad wird der reguläre Rundenablauf um eine sog. Siedlungsphase ergänzt. Neue Gebäude kommen ins Spiel, die Spieler haben die Gelegenheit eine ihrer vier (Start-)Siedlungen zu errichten und erhalten dann je eine neue Siedlung für spätere Siedlungsphasen dazu. Diese Siedlungen benötigen einen Bauplatz und bringen am Ende des Spiels unter Umständen den Löwenanteil der Punkte. Ähnlich den Gebäuden haben diese Siedlungen einen Punktwert, der den Siegpunkten bei Spielende entspricht. Dieser Punktwert ist ein einigen Fällen zwar negativ aber im Gegensatz zu den Gebäuden bringen bei Siedlungen auch die sog. Wohnwerte Punkte und bei guter Planung nicht gerade in unerheblichem Umfang. Die Wohnwert-Siegpunkte einer Siedlung errechnen sich aus den Wohnwerten der zu wertenden Siedlung zuzüglich aller Wohnwerte horizontal oder vertikal benachbarter Siedlungen, Gebäude und Landschaften. Es gilt also die Auswahl der Bauplätze von Siedlungen besonders gut zu überdenken, denn je "besser" die Nachbarschaft ist, umso besser der Punkteertrag.

    Das Spiel kommt in seine finale Phase, sobald der Ertragszeiger zum zweiten Mal das Feld "E" des Ertragsrades erreicht. Im Drei- bis Vierpersonenspiel erhält jeder Mitspieler seinen Prior für eine letzte Bonusrunde zurück und darf ein letztes Mal entweder den Prior einsetzen oder ein Gebäude errichten. Derjenige, der nach der Abschlusswertung die meisten Siegpunkte erreichen konnte ist der Gewinner.

    Ora et labora trägt seinen Namen völlig zu Recht, besonders was das "labora", das Arbeiten angeht. Vom Auspacken und Austanzen über das Regelstudium bis hin zum Spiel selbst ist Arbeiten angesagt. Aber Arbeit kann ja auch Spaß machen und so ist das auch bei diesem Spiel, das in voller Besetzung und mit einigen Neulingen in Extremfällen auch schon mal fast den Umfang eines richtigen Arbeitstages erreichen kann. Ein waschechter Rosenberg eben und so spielt Ora et labora auch in einer Liga mit Agricola und Le Havre.

    Während die Pappbögen mit den Landschaften recht dünn und mager daher kommen sind optisch und spielerisch Vielfalt und Überfluss geboten. Gleich zwei Spielvarianten (Irland/Frankreich) mit teilweise unterschiedlichen Ressourcen und anderen Gebäuden sind vorhanden, die sich zwar nicht grundlegend aber im Detail unterscheiden (in Frankreich gibt es Wein, in Irland Whiskey u.ä.). Die Spielregeln sind umfangreich und passen sich an die Spielerzahl und die Bedürfnisse bezüglich Komplexität und Spieldauer an so dass es Regeln für das kurze und das lange Mehr- bzw. Zweipersonenspiel und für ein Solospiel gibt, bei dem der Spieler einen gewissen Punktwert als Vorgabe hat, den es zu erreichen gilt. Etwas störend dabei ist, dass das Ertragsrad je nach Spielerzahl anders zusammengebaut werden muss. Aber was solls, dieser zusätzliche Zeitaufwand fällt nun auch kaum weiter ins Gewicht.

    Zugegeben, das Spiel zieht sich. Und zwar meist deutlich länger als auf der Schachtel angegeben und daher ist Ora et labora nicht für jede Spielegruppe geeignet. Aber die Zeit vergeht wie im Fluge da man zu jeder Zeit im Spiel gefordert ist. Auch außerhalb des eigenen Spielzugs plant und tüftelt man bereits für den nächsten Zug und muss dabei ja auch die Entscheidungen der Mitspieler berücksichtigen, die sich auf das Gebäudeangebot, den Ressourcenumfang, die Kosten für neue Ländereien usw. auswirken können.

    Ora et labora ist ein typisches "Rosenberg-Schwergewicht" mit all seinen Pros und Contras. Ich finde es klasse und bin auch von der Möglichkeit solo zu spielen sehr angetan, denn das geht natürlich deutlich schneller und ist ebenfalls sehr reizvoll. Vielspieler und diejenigen die es werden wollen sollten unbedingt einen Blick auf dieses Spiel werfen. Man erhält viel Unterhaltung und Spielspaß für sein Geld.
    Holger hat Ora et Labora (alt) klassifiziert. (ansehen)
  • Ines B. schrieb am 03.03.2013:
    Da bereits ausgezeichnete Rezensionen verfasst wurden, die den Spielablauf hervorragend beschreiben, beschränke ich mich auf mein Fazit:

    Ora et Labora ist spielmechanisch wohl kaum in 1-2 Spielen zu erfassen, weil es aufgrund der Unmenge an Ressourcen und Kombinationsmöglichkeiten einfach seine Zeit braucht. Auch muss man erstmal die Gebäude etwas besser kennenlernen, um etwas vorausschauender planen zu können.

    Gefällt mir besser als Agricola, weil es flexibler ist. Das Ressourcenrad bringt nochmal den gewissen Pfiff und ist hier sensationell in das System integriert. Die Möglichkeit, zusätzlich Geistliche/Arbeiter des Gegners zu benutzen, ist nicht nur sinnvoll, wenn man auf bestimmte eigene Gebäude nicht mehr zugreifen kann, sondern dient gleichzeitig auch hervorragend dem Zweck, seinen Gegner an geeigneter Stelle zu blockieren.

    Das ganze Spiel ist Rosenberg-like variabel (Spielerzahl, Zeit, Varianten) gestaltet. Leider ist mir die Anleitung, bestehend aus 4 Heften/Blättern, zu unübersichtlich. Auch das Material sagt mir an vielen Stellen überhaupt nicht zu. Wabbelige Pläne und zum ersten Mal überhaupt hatte ich komplette Stanzbögen, die man schlichtweg nicht auspöppeln konnte (nichtmal mehr mit einem scharfen Cutter zu retten). Da werde ich notgedrungen nochmal Lookout um Ersatz bitten müssen. Tut aber dem Spielsystem keinen Abbruch, Ora et Labora ist wiedermal ein herausragendes Aufbauspiel von Rosenberg. Allerdings sollte es dann mit diesen 3 (auch thematisch) sehr ähnlichen Spielen (Agricola, Le Havre und Ora et Labora) auch gut sein. Tore von Loyang nicht mitgerechnet, das habe ich noch nicht gespielt.

    Definitiv aufgrund der Ressourcen- und Gebäudevielfalt eher ein Vielspielerspiel, denn der Rundenablauf ist zwar an sich simpel, aber man muss erstmal einen Überblick über die ganzen Gebäudefunktionen bekommen. In späteren Runden, wo schon sehr viele Gebäude ausliegen, gar nicht so einfach. Gleichzeitig erhöht mancherorts das Ressourcenrad nochmal den Druck, wo dann die Frage ist: was mach ich jetzt eigentlich zuerst?

    6 Punkte, Glückwunsch Herr Rosenberg. Bitte Neuauflage mit verbessertem Spielmaterial (oder optional im Shop auf Ihrer Seite)

    Bewertungssystem:
    1 = totaler Schrott
    2 = allenfalls für Fans des Themas
    3 = kann man mal spielen
    4 = solides Spiel, kann man öfters spielen
    5 = sehr gutes Spiel, hoher Spaßfaktor
    6 = DAS Spiel, darf in keiner Sammlung fehlen
    Ines hat Ora et Labora (alt) klassifiziert. (ansehen)
  • Matthias N. schrieb am 06.01.2012:
    Man nehme ca. 60% "Le Havre", ein wenig "Agricola" und "Die Moorbauern", würze das Ganze mit einer kleinen Priese "Carcassonne", garniere dies dann mit bekannten und bewährten Worker-placement-Elementen und erfinde das (Ertrags-)Rad neu und richte das Ganze dann auf einen sehr sehr großen Tisch an und nehme sich viel Zeit zum Genießen. Und fertig ist das Menue namens "Ora et labora" vom Sternekoch Uwe Rosenberg. Echt lecker, aber auch manchmal schwer verdaulich. Wie immer aber ein vorzügliches Gericht!

    In Rosenbergs neuestem Kracher geht es um die Errichtung einer möglichst effektiven Klosterwirtschaft. Man errichtet auf einer Kernlandschaft, die nach und nach um weitere (passende) Landstriche und Ariale erweitert werden muss ein Kloster, bestehend aus mehreren Klostergebäuden. Um das Kloster herum werden weitere Wirtschaftsgebäude und Siedlungen gebaut. Dabei sind verschiedene Legeregeln einzuhalten (bestimmte Gebäude dürfen nur auf bestimmten Landschaften errichtet werden; Klostergebäude müssen immer an anderen Klostergebäuden angrenzen usw.).

    Viele Elemente sind aus "Le Havre" bekannt, wie z.B. der Aufbau von sinnvollen Produktionsketten und der Erwerb und die Veredelung von Rohstoffen. Um Bauplätze für die verschiedenen Gebäude zu schaffen, müssen die Landstriche erst einmal gerodet und trockengelegt werden. Dabei erwirbt man automatisch die Rohstoffen Holz und Torf (bekannt aus "Die Moorbauern"). Der Erwerb oder die Veredelung der übrigen Rohstoffe hängt zum einen von der Nutzung der Gebäude, zum anderen aber auch vom Stand des Anzeigers auf dem Ertragsrad ab. Hier wurde der Ansammlungsmechanismus der Rohstoffe aus "Agricola" und "Le Havre" genial umgesetzt, so dass das lästige Auffüllen der Rohstoffe pro Runde (was man ja immer mal gerne vergessen hat) wegfällt.

    Man erhält am Spielende auf drei verschiedene Arten Siegpunkte: Die Gebäude haben einen gewissen Wirtschaftswert, aber auch einen Wohnwert. Der Wohnwert kommt aber nur zum Zuge, wenn die Gebäude an eine Siedlung angrenzen. Nur dann bringen auch die Wohnwerte Punkte. Und schließlich bringen auch die ganz stark zu Waren veredelten Rohstoffe (wie z.B. Keramik, Reliquien, Artefakte etc.) noch Punkte. Keines dieser Felder darf während des Spiels vernachlässigt werden. Man hat gut und gerne zwei bis drei Stunden alle Hände voll zu tun, um all diese Dinge (Erweiterung der Landstriche, Bau der richtigen Gebäude zum richtigen Zeitpunkt unter Beachtung der Legeregeln, sinnvoller Einsatz seiner Geistlichen in den Gebäuden zwecks Erwerb oder Veredelung von Rohstoffen, optimaler Einbau der Siedlungen in das eigene Bistum etc.etc.etc.) zu beachten und optimal zu nutzen. Schwitze und arbeite heißt hier das Credo.

    Man braucht viel Zeit und viel Platz für dieses Spiel. Allein schon die Einarbeitung in die Spielregel ist nicht ganz so leicht. Löblich ist, dass eine Erklärregel beigefügt ist. Dies erleichtert den Wiedereinstieg ins Spiel, wenn man mal zwei Wochen nicht gespielt hat. Die ausführliche Spielregel hat es in sich. Um das Solospiel zu spielen musste ich mich erst einmal in das Dreipersonenspiel einlesen. Danach wollte ich mir die Soloregel einverleiben, wurde aber auf die Regel des kurzen Zweipersonenspiels verwiesen und musste erst einmal dieses erarbeiten. Ich fand auch, dass die Spielregel von Le Havre deutlich übersichtlicher war. Meines Erachtens gab es hier ggü. der Le-Havre-Regel wieder einen Rückschritt in Richtung Agricola-Regel. Aber als geübter Vielspieler ist es dann doch kein Problem, die Regeln zu verstehen.

    Die allseits geübte Kritik am Spielmaterial kann ich nachvollziehen und bestätigen. Die Gebäudekarten, die teilweise deutlich komplexer als bei "Le Havre" sind, wurden sehr klein gehalten. Eine gewisse Unübersichtlichkeit ist da schon gegeben. Bei mir waren die Klostergebäude kaum von den übrigen Gebäuden zu unterscheiden, obwohl dies für die Legeregeln sehr wichtig ist.Die Kernlandschaften, Ariale und Landstriche sind zwar sehr dünn, aber das ist eigentlich kein Problem. Das Herumfummeln am Ertragsrad bei unterschiedlicher Spieleranzahl ist auch nicht so recht nachvollziehbar.

    Wirklich toll ist die Soloversion. Das Spiel lässt sich hervorragend solo spielen. Der Spielspaß ist groß und durch die Möglichkeit, das Spiel in der Frankreich- oder Irland-Version zu spielen, sowie die relativ hohe Sieghürde im Solospiel (500 Punkte!) ist auch ein Langzeitspielspaß und Wiederspielreiz gegeben. Aber wie gesagt: Man braucht viel Platz und viel Zeit!

    Das Spiel schrammt bei mir gaaaaanz knapp an den sechs Punkten vorbei! Aber hervorragende und sehr gute 5 Punkte hat das Spiel allemal verdient.

    Matthias hat Ora et Labora (alt) klassifiziert. (ansehen)
    • Frank L., Daniel D. und 3 weitere mögen das.
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    • Martina K.
      Martina K.: Du hast es dir also auch geleistet. :-) Und schon die 500 geschafft? Ich noch nicht in mittlerweile glaub 3 Solospielen.
      06.01.2012-15:14:45
    • Matthias N.
      Matthias N.: Nein, mein bestes Ergebnis liegt nach 4 Partien bei 455 Punkten. Ansonsten krebse ich z.Zt. bei ca. 400 Punkten rum und stricke noch an der... weiterlesen
      06.01.2012-15:30:24
    • Daniel D.
      Daniel D.: Schöne Rezi!
      20.01.2012-06:42:35
  • Pascal V. schrieb am 06.10.2012:
    Spielabläufe und Mechaniken sind bekannt (s.a. Rezis)!

    Das Spiel ist wieder ein typischer Rosenberg :) ...tolles Konzept, lange Spieldauer, schoen aufgemacht, viele Moeglichkeiten!
    Das Material ist aber in der Tat dem Spiel nicht wuerdig (1 Punkt Abzug) und haette, abgesehen von der Qualitaetswahl vllt. auch etwas anders aufgebaut werden koennen (Spielplan hier gleich Drehscheibenunterlage # richtiger Plan mit Drehrad).

    Bei Extrem-Grüblern in der Runde muesste man fast nochmal einen Punkt abziehen, weil so sehr viel Leerlauf ins Spiel kommen kann und dann trotz der verbauten Mechanismen der Spielerreihenfolgenkontrolle leicht die Uebersicht verloren gehen kann. Der Ablauf einer Runde an sich ist naemlich einfach gehalten und in der sonst kurzen Wartezeit hat man genuegend Moeglichkeiten sich schon den naechsten Zug zu ueberlegen. Die einzige wirkliche Interaktion besteht naemlich im "Wegkauf" der Gebaeudekarten, aber dies kann man mit einkalkulieren, da man auch nicht lfd. Gebaeude kauft/kaufen kann.

    Rundum aber ein solides Spiel, das zu Wiederholungen einlädt! (Ich bin auf Erweiterungen hierzu gespannt)
    Pascal hat Ora et Labora (alt) klassifiziert. (ansehen)
  • Eleonore O. schrieb am 28.07.2012:
    Wir haben Ora et Labora bisher dreimal mit vier Leuten gespielt. Es dauert jetzt immerhin etwas mehr als 2 Stunden ( das erste mal dauerte es länger als 3 Stunden). Es ist ein Aufbauspiel, bei dem man auf seine Produktionsketten, die Proktion der 6 Grundwaren, das Einsetzen der Mönche, dem Ausbau des Klosters (Landschaftsarten und Lage), sowie auf das Ergattern von Sonderaktionen durch Bauen und Einsetzen des Abtes aufpassen muß. Außerdem sollte man nie seine Mitstreiter aus den Augen verlieren und natürlich braucht man immer Geldvorräte, um die Mönche der anderen für sich arbeiten zu lassen. Man sollte darauf achten, wenn man die Wahl zwischen einer Ware und dem Joker hat -- immer den Joker nehmen. Damit sind die Möglichkeiten für die folgenden Spieler etwas eingeschränkt.

    Uns gefällt es sehr gut -- besser als Agricola und LeHavre.
    Eleonore hat Ora et Labora (alt) klassifiziert. (ansehen)
  • Jörg K. schrieb am 06.04.2012:
    "Zählt zu den Top Spielen aus dem Hause Rosenberg! Ein Pflichtkauf für jeden Vielspieler! " .............kritischer und ausführlicher Bericht: http://www.cliquenabend.de/spiele/150100-Ora-et-Labora.html
    Jörg hat Ora et Labora (alt) klassifiziert. (ansehen)
  • Jörn F. schrieb am 31.03.2012:
    ora et labora reiht sich in die typischen Rosenbergspiele ein und hat das selbe Problem wie Le Havre am 4-ertisch:Es dauert arg lange. Auch wenn die Zeit gut gefüllt ist, aber alles zu erkennen und die eine(!) richtige Aktion zu machen-das fällt schon schwer!Eine Aktion kann daraus bestehen einen geistlichen zu setzen und die Aktion zu nutzen in dessen Haus man Ihn reingestellt hat: Es kann ein neuer Gebäudekauf sein oder Holz fällen bzw. Torf zu steche. Man baut sein Tableau aus und versucht durch möglichst die richtige Entscheidung zu treffen! Das spielt sich rund, aber lange und das Material (Übersichtskarten) lässt zu wünschen übrig. In den einzelnen Aktionen steckt natürlich noch viel mehr-Kettenreaktionen, Siedlungsbau,Erträge ernten etc. Das macht Spaß, man sollte sich aber auf einen langen Abend zu viert einstellen!
    Jörn hat Ora et Labora (alt) klassifiziert. (ansehen)
  • Lutz S. schrieb am 29.05.2012:
    "Bete und Arbeite" das Motto der Mönche... in diesem Spiel sollte es aber vielleicht eher "Sammle und Rechne" heißen.

    Auch wenn des Name eher religiöse Motive nahelegt handelt es sich bei Ora et Labora doch eher um eine Wirtschaftssimulation mit Worker-Placement.
    Uwe Rosenberg hat diesmal ein Spiel geschaffen, dessen Einstiegshürde deutlich geringer ist als die von Agricola, aber trotzdem ist das Spiel nicht weniger komplex.

    Ich möchte gar nicht intensiv ins Detail gehen, da dies viele meiner Vorredner schon taten.

    Kurz bei diesem Workerplacement kommt es darauf an zum richtigen Zeitpunkt einen der wachsenden Ressourcenstapel abzuernten und so Ressourcen für Gebäude und Siedlungen zu sammeln. Auf seinem Spielfeld, das der Spieler durch zukaufen von Grund und fällen von Wäldern erweitern muss, werden diese versucht so unterzubringen, dass sie möglichst viele Punkte geben. Einige Gebäude bieten auch die Möglichkeit Siegpunkte durch bestimmte Güter zu erlangen.

    Also ihr merkt eher klassische Elemente, aber diese sind gut miteinander verknüpft und bieten viel Spielspaß.
    Das Spiel wird langsam mit jedem Zug komplexer, so dass am Anfang auch Leute, die es neu lernen, schnell verstehen, worum es geht. Ein bißchen Spielerfahrung sollte ein Spieler jedoch mitbringen.

    Toll ist auch, dass es praktisch zwei Spieleditionen in der Packung gibt. Diese sind mit Irland und Frankreich benannt und bedeuten einfach, dass es zwei unterschiedliche Gebäudesätze für das Spiel gibt, so bleibt das Spiel abwechslungsreich.

    Der einzige negative Aspekt ist das Spielmaterial. Während Agricola für den gleichen Preis mit viel Holz daherkommt, bietet Ora et Labora viel Pappe und die Spielübersichtsbögen sind so dünn, dass diese direkt einlaminiert wurden, um sie zu schützen.

    Freunde die LeHavre besitzen sagten, dass wer LeHavre hat Ora et labora nicht braucht, weil die Spiele sich sehr sehr ähnlich sind.

    Fazit: Wer ein komplexes Spiel sucht, dass er anderen relativ schnell erklären kann und welches eine geringere Einstiegshürde als Agricola hat, der kann bei Ora et labora gerne zugreifen. Man bekommt die gewohnte Spielqualität, die das Dreamteam Uwe Rosenberg und Lookout Games verspricht.
    Lutz hat Ora et Labora (alt) klassifiziert. (ansehen)
  • Christoph M. schrieb am 03.02.2012:
    Der Nachfolger von Agricola und Le Havre. nettes Spiel, aber etwas statisch. "Weniger ist manchmal mehr" - in der Endphase des Spiels ist es eine Aufgabe für sich, auch nur halbwegs den Überblick über die verfügbaren Gebäude zu behalten, geschweige denn, die Siegpunkt-effektivsten Aktionen zu ermitteln. Mehr Arbeit als Spaß.

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