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  • Jörn F. schrieb am 15.10.2017:
    Okiya führt uns ins alte Japan zurück und symbolisiert hier den Machtkampf zwischen zwei Geisha-Häusern. Bruno Cathala hat bei Pegasus Spiele daraus ein kurzes, knackiges Spiel für zwei gemacht und in seiner kleinen Boxreihe veröffentlicht. Übersetzt aus dem Japanischen heißt Okiya dann auch Vergnügen und genau das bereitet das kleine Kartenspiel auch und ist nach meinem Empfinden leider nur etwas zu kurz. Jeder Mitspieler schickt hier seine Geishas los um den meisten Einfluss auf dem Spielfeld zu erlangen. Das dauert meistens nur zehn Minuten und eine Partie ist dann schon gelaufen. Das Spielprinzip ist dabei echt leicht zu verstehen und geht schnell ins Blut über.
    Ein Spieler nimmt acht schwarze Geishakarten und sein Gegner die acht roten Geishakarten. 16 Gartenkarten werden in einem viermal vier großen Raster auf den Plan gelegt und es gilt als erster eine der drei Siegbedingungen zu erfüllen. Jede Gartenkarte zeigt zwei Abbildungen und gibt dem jeweiligen Gegner die Legebedingungen vor. Auf der Gartenkarte ist eine von vier Pflanzen (Ahorn, Iris, Kiefer, Kirschbaum) und ein Zusatzelement (Sonne, Vogel, Regen, Banner) zu sehen. Ziel ist es dann, eine Reihe von vier eigenen Geishas, vertikal, horizental oder diagonal nebeneinander zu legen oder ein Quadrat aus den Geishas zu bilden oder den Gegner so zu blockieren, dass er nicht mehr legen kann.
    Am Anfang nimmt sich der Spieler eine Gartenkarte aus der Auslage und legt an dessen Stelle seine Geisha ab. Diese Gartenkarte bestimmt nun, welche Gartenkarte als nächstes gewählt wird. Der Gegner muss nun eine neue Gartenkarte auswählen, die eines der beiden Motive aufweisen muss, die auf der zuvor abgelegten Gartenkarte abgebildet waren. Dort legt dieser seine eigene Geisha ab. Und wieder werden die Setzregeln durch eben abgelegte Gartenkarte für den Gegner bestimmt. So werden die Möglichkeiten immer weiter eingeschränkt, bis eine der o. g. Siegbedingungen eintritt. Sollte das nicht passieren, endet eine Partie unentschieden, was aber in meinen Partien nie vorkam. Wenn man das Spiel länger spielen möchte, kann man über drei Runden spielen. Dafür liegen drei rosa Holzblumen bei und wer zuerst zwei Siege (Blumen) gesammelt hat, gewinnt.
    Okiya ist ein einfaches Gesellschaftsspiel mit taktischen Entscheidungen, aber dabei nicht simpel. Für rund zehn Euro kann man hier gar nichts falsch machen. Der einzige Wermutstropfen ist eben der, dass es sehr kurz ist. Selbst mit einem Grübler am Tisch dauert eine Partie kaum länger als 15 Minuten. Und so kann man getrost mehrere Runden hintereinander spielen und bei allen meinen Partien haben meine Mitspieler auch danach gefragt. Vieles fühlt sich an, als ob man so etwas schon mal gespielt hat, aber ich finde keinen direkten Vergleich. Das Material ist stimmig dargestellt und der Karton hätte sogar noch kleiner sein können. Denn viel Material ist selbst in der kleinen Pegasus-Schachtel nicht drin. Okiya hat eine stimmungsvolle Atmosphäre, die einen in seinen Bann zieht und ist leicht und locker zu spielen. Man sollte nicht den großen Hirnverzwirbler erwarten, aber eben auch kein zu seichtes Spiel. Es steckt was drin, in diesem kurzen Spiel und das macht Spaß. Es füllt auch für zwei Personen keinen Abend, aber es weiß, für den Moment gut zu unterhalten. Und wenn man abends nach einem anstrengendem Arbeitstag noch etwas schönes Kleines spielen will, dann mache ich hier immer mit.Im Sinne des Angeklagten nehme ich dann eine fünf, denn schwanken würde ich hier immer zwischen 4 und fünf.
    Jörn hat Okiya klassifiziert. (ansehen)

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