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  • Uwe S. schrieb am 28.03.2021:
    Everdell ist ein Worker-Placement-Spiel mit Tableau Building über 4 Jahreszeiten bei dem eine Stadt aus 15 Karten (Wesen, Gebäude) errichtet wird. Durch die zu Beginn ausgeteilte Kartenhand ergibt sich ein asynchroner Spielstart. Es gibt drei Aktionen, Arbeiter einsetzen (Ressourcen, Karten, Punkte), 1 Karte (Bewegung, Produktion, Ziel, Verwaltung, Wohlstand) ausspielen (aus der Hand oder der allgemeinen Auslage = Wiese) oder sich auf die nächste Jahreszeit (weitere Arbeiter) vorbereiten (jeder Spieler wechselt individuell). Die Karten werden über Ressourcen bezahlt bzw. das Auslegen durch andere Karten kostenfrei ermöglicht. Jeder Karten-Typ hat seine speziellen Effekte (1xmal, produzieren, zusätzliches Aktionsfeld, Boni im Spielverlauf, Endwertung). Weiterhin gibt es noch Ereignisse (einfache, besondere), die dem Spieler, der sie als erster wählt und erfüllt Siegpunkte bringen.

    Fazit: Everdell ist vom Gefühl und Anblick ein schönes Spiel mit erheblichem Glücksfaktor durch das Ziehen der Karten. Die gemeinsame Auslage (Wiese) reduziert diesen Faktor einerseits durch offenliegende Karten und andererseits durch den möglichen Wechsel/Fluß dieser Karten. Aus allen Karten lassen sich Engines aufbauen, aber einige Engines funktionieren halt besser oder sind besser aufgestellt (Kartenglück). Die Strategie(n) müssen die Spieler situationsbedingt wählen, da es aber viele Wege zu Siegpunkten gibt, kommt der Spielspaß nicht zu kurz. Und wenn kurz vorm Ende (forciert durch Kartenumsatz) noch die ´gesuchten´ Karten auftauchen - um so besser.
    Uwe hat Everdell klassifiziert. (ansehen)
  • Oliver B. schrieb am 26.01.2022:
    Thema und Spielidee

    In EVERDELL schlüpft man in die Rolle tierischer Waldbewohner, die im Verlauf von vier Jahreszeiten ihr kleines Dorf aufbauen und weiterentwickeln. Man sammelt wertvolle Ressourcen, errichtet Gebäude, erlebt besondere Ereignisse (Events) und lädt neue Tiere ein sich dem eigenen Dorf anzuschließen. Am Ende steht der Winter vor der Tür: es gewinnt das Dorf, dessen Bewohner es geschafft haben, die meisten Siegpunkte zu erobern.

    Bereits nach der ersten Partie war ich von EVERDELL vollauf begeistert. Material, Illustrationen und Design sind atemberaubend schön! Die anfängliche Befürchtung, dass dies nur über ein mittelmäßiges Spiel hinwegtäuschen soll, wich sehr schnell: EVERDELL vereint eine großartige Ausstattung mit einem absolut überzeugendem Spielprinzip! Lediglich der Glücksfaktor, zur richtigen Zeit die passenden Karten zu bekommen, ist in manchen Partien (v.a. abhängig von den modularen Waldkarten) leider etwas zu hoch.

    Spielprinzip und Spielfreude

    Das Spiel basiert auf einer klassischen Worker-Placement Grundlage. Ein Teil der Orte, die unsere Tiere in ihrem Wald aufsuchen können, ist dauerhaft, ein weiterer Teil ist modular in Form von Karten ausgelegt und somit in jeder Partie anders. Alle Gebäude und Tiere erhalten die Spieler:innen in Form von Karten. Bis zu 15 verschiedene Karten können die Spieler:innen in ihrem Dorf auslegen. Jede Karte bringt Siegpunkte und/oder neue Effekte und Fähigkeiten. Dabei ist jedem Gebäudetyp ein bestimmtes Tier fest zugeordnet: so wohnt z.B. der Maulwurf in der Mine oder der Igel in der Universität. Schafft man es, Tiere in da für sie bestimmte Gebäude einziehen zu lassen, spart man Ressourcen und erhält teils auch stärkere Vorteile durch die Kartenkombination. Weitere Siegpunkte können durch sogenannte Events erzielt werden: diese erfordern bestimmte Bedingungen, die ich in meinem Dorf erst schaffen muss, bevor ich das Event erleben kann. Ein besonderes Element von EVERDELL ist der asynchrone Spielverlauf: wann die Spieler:innen die Jahreszeit wechseln, ist ihnen überlassen. Es kann sein, dass ein(e) Spieler:in sich noch im Sommer befindet, während die anderen schon in den Herbst gewechselt sind.

    Was mich persönlich an EVERDELL begeistert, ist zum einen die Tatsache, dass man mit jeder weiteren Partie mit den vorhandenen Karten besser vertraut wird. Hat man sich z.B. in den ersten Partien noch auf bestimmte Gebäude und die dazu passenden Bewohner konzentriert, so entdeckt man über die kommenden Partien immer wieder neue reizvolle Wege, Tiere, Gebäude und Events so zu kombinieren, dass man am Ende des Jahres auf dem obersten Treppchen steht. Die wachsende Erfahrung mit dem gesamten Kartendeck hilft dann auch sehr, wenn man eben mal kein Glück hat beim Ziehen neuer Karten. Man lernt, auch aus weniger idealen Kartenhänden noch das beste zu machen.

    Zum anderen ist EVERDELL einfach ein wundervoll thematisches Spiel. Schnell hat man Favoriten im Kartendeck gefunden und setzt alles daran, sein Dorf auch entsprechend zu bevölkern. Zudem ist es abwechslungsreich, da es modulare Bereiche gibt und man nie weiß, welche Karten man auf die Hand bekommt. Es trägt meiner Meinung nach zum thematischen Gefühl bei, dass die Knappheit von Ressourcen und Karten sich anfühlt wie das teils beschwerliche Leben der Tiere in der freien Natur. Lösungen zu finden trotz der Knappheit an Ressourcen ist ein wesentlicher Teil der Spielfreude.

    Material und Gestaltung

    Wie bereits mehrfach betont sind Material und Gestaltung von EVERDELL schlichtweg exzellent. Jede einzelne Karte ist wunderschön von Andrew Bosley (www.bosleyart.com) illustriert. Die Ressourcen sind in hervorragender Qualität gestaltet, so dass man aufpassen muss, die Beeren nicht selbst zu essen. Über allem thront der Evertree, auf dem die Eventkarten und die zusätzlichen Tiere für die neuen Jahreszeiten aufgestellt werden. Die Ausstattung des Spiels trägt in jedem Fall massiv zur Spielfreude und zum Thema bei.

    Fazit

    EVERDELL ist seit der ersten gespielten Partie fest in meiner persönlichen Top 3 gelistet. Ich liebe es, das Spiel aufzubauen und empfinde dabei bereits eine starke Vorfreude auf die erste Kartenhand. Im Spielverlauf ist es jedes Mal wieder eine Herausforderung, die wenigen Ressourcen so einzusetzen, dass man möglich viele Aktionen machen kann, bevor man sich auf die nächste Jahreszeit vorbereiten muss. Die kleinen Kettenreaktionen, die man auslösen kann durch das Ausspielen bestimmter Karten fühlt sich sehr belohnend an, da es meist hart erarbeitet wurde.

    Gespielt haben wir EVERDELL im vergangenen Jahr genau zehnmal in Runden zu zweit und zu dritt. Jede Partie hatte einen eigenen Verlauf, da der modulare Aufbau mal Karten, mal bestimmte Ressourcen zur Mangelware macht. Die Punkteverteilung war meist recht eng beieinander. Daher ist es in der Regel spannend bis zum Schluss. Empfehlen kann ich EVERDELL grundsätzlich jeder Person, die anspruchsvolle Eurogames mit einer besonderen Note mögen und die es motiviert, wenn man aus wenig viel machen muss.
    Oliver hat Everdell klassifiziert. (ansehen)
  • Björn T. schrieb am 03.03.2022:
    Everdell führt uns thematisch in einen kleinen Wald, wo verschiedene Waldbewohner eine Siedlung bauen. Das ganze Thema ist grafisch wirklich toll umgesetzt. Das beginnt bei der Gestaltung der Spielfiguren, der Grafik auf den Spielkarten und endet letztendlich dem schönen Baum-Aufsteller (letzterer ist im Spiel zwar manchmal etwas hinderlich, sieht aber wirklich klasse aus). Wer tolles Spielmaterial mag, sollte sogar überlegen, auf die Collectors Edition zu gehen - diese ist zwar wirklich nicht günstig, dann aber optisch wirklich nicht mehr zu übertreffen.

    Der Spielmechanismus ist erstaunlich einfach, aber trotzdem super reizvoll. Jeder Spieler will das bestmögliche Dorf aus maximal 15 Karten (Bewohner oder Gebäude) bauen. Hierzu muss er die passenden Rohstoffe (Äste, Kiesel, Harz und Beeren) mit seinen Arbeitern einsammeln. Ist man im Zug hat man eigentlich nur die Wahl, entweder einen seiner Arbeiter einzusetzen, oder eine Karte auszuspielen. Geht beides nicht mehr, wechselt man in die nächste Jahreszeit und bekommt neue Rohstoffe, neue Arbeiter oder neue Karten.

    Besonders gut gefällt mir zum einen, dass es auch Gebäude gibt, die von den Mitspielern genutzt werden können. Das bietet zusätzliche Möglichkeiten, wobei die Auswahl an Aktionen meistens eh schon groß genug ist. Zum anderen finde ich die Regelung mit den Jahreszeiten super gelöst. Denn, es sind nicht zwangsläufig alle Spieler in der gleichen Jahreszeit. Konnte ein Spieler seine Aktionen besser nutzen und kombinieren, kann es sein, dass er noch im Frühling spielt, während seine Mitspieler bereits ihre Sommeraktionen durchführen. Somit kommt es zu sehr geringen Wartezeiten zwischen den Zügen.

    Mir gefällt Everdell super und bereits nach dem ersten Probespiel war für mich klar, dass dieses Spiel in meine Sammlung MUSS. Ich kann an dem Spiel überhaupt nichts aussetzen und bin schon sehr gespannt auf die Erweiterungen, die es hierfür gibt.

    Vielleicht erscheint dem ein oder anderen der Preis sehr hoch, aber ich kann nur sagen: Gute Spiele haben ihren Preis und hier ist er wirklich gerechtfertigt.
    Björn hat Everdell klassifiziert. (ansehen)
  • Alexandra K. schrieb am 20.05.2022:
    Ein sehr gelungenes Spiel, welches Worker-Placement und Deckbuilding Elemente vereint und das mich an Viticulture und die Tavernen im tiefen Thal erinnert. Wer diese Spiele mag, wird auch Everdell mögen.
    Alexandra hat Everdell klassifiziert. (ansehen)
  • Torsten F. schrieb am 02.05.2022:

    1. Einstiegslevel: 06/10
    2. Maximale Spieldauer: 60 Min.
    3. Verarbeitung des Themas: 80%
    4. Variabler Spielablauf: 80%
    5. Glück/Taktik/Interaktion: 30/50/20
    6. Grafik+Spielmaterial: 100%
    7. Spielspaß/Wiederspielreiz: 70%

    Everdell lädt schon alleine durch sein Spielmaterial zum Spielen ein. Die Gestaltung der Karten und die Ressourcen sind perfekt. Das ist auch der Immerbaum. Schade finde ich aber, dass er im Spielverlauf gar keine Funktion hat, sondern nur als Aufbewahrungselement dient. Da wäre deutlich mehr drin gewesen. Der Enginebuildermechanismus macht Spaß - wenn er denn funktioniert. Ansonsten bietet das Spiel aber nichts Neues. Trotzdem habe ich den Eindruck eines Storytelling, die Geschichte meiner eigenen Stadt, und das hinterlässt insgesamt ein gutes Spielgefühl.
    Torsten hat Everdell klassifiziert. (ansehen)
  • Gerhard T. schrieb am 13.03.2021:
    W u n d e r s c h ö n - und auch gut zu zweit spielbar!

    Das Artwork von „Everdell“ erinnerte mich spontan an den Kinderbuch-Klassiker „Der Wind in den Weiden“ und auch einige Spielmechanismen kennt man beispielsweise aus „Flügelschlag“ oder ähnlichen Spielen dieses Genres. So gesehen also schon mal keine schlechten Referenzen.

    Everdell ist ein Mix aus Worker Placement und Tableau Building. Die normalerweise 2 bis 4 Spieler (es gibt auch eine Solovariante) fangen quasi bei Null, nämlich im Winter mit nur 2 Arbeitern und ein paar wenigen Handkarten an. Die Spieler versuchen nun, durch geschicktes Platzieren ihrer Arbeiter und das Ausspielen von Karten sich eine möglichst gut funktionierende kleine Stadt zu erschaffen. Deren Größe ist auf 15 Karten begrenzt, ebenso ist auch die Zahl der Karten auf der Hand der Spieler limitiert (max. 8). Neben den Karten der eigenen Hand gibt es auch eine gemeinsame Kartenauslage, die immer wieder aufgefüllt wird und aus der sich alle Spieler bedienen dürfen.

    Der Ablauf ist total einfach: Wer an der Reihe ist, darf entweder a) einen seiner Arbeiter auf dem Spielplan (oder auf einer Karte) einsetzen oder b) eine Karte ausspielen (von seiner Hand oder aus der gemeinsamen Auslage) - sofern er die auf der Karte aufgedruckten Bedingungen erfüllen kann. „Ausspielen“ bedeutet, er nimmt die Karte also entweder aus seiner Hand oder der gemeinsamen Auslage und legt sie dann offen vor sich ab. So entsteht nach und nach vor jedem Spieler eine eigene Stadtauslage. Die Karten zeigen dabei entweder Bauwerke (Gebäude) oder Wesen (Personen). Für Gebäude braucht man meist eine Kombination aus Rohstoffen (Zweige, Harz, Kiesel), für die Wesen dagegen entweder Beeren - oder man hat vorher im Idealfall schon das thematisch dazu passende Gebäude gebaut (z.B. ein Gericht), dann könnte man jetzt die Richterin kostenfrei in seine Stadt dazulegen.

    Mehr (grundsätzliche) Regeln gibt es nicht. Hat man keine Arbeiter mehr zum Setzen (man bekommt sie nicht nach jedem Zug gleich wieder zurück!) oder keine Karten mehr zum Ausspielen, dann endet die aktuelle Saison und man wechselt in die nächste Jahreszeit (Frühling, Sommer, Herbst). Der zu Spielbeginn für alle Spieler vorherrschende Spätwinter ist nach wenigen Zügen bzw. Minuten abgehandelt, denn mit seinen 2 Arbeitern und wenigen Handkarten kommt man naturgemäß nicht allzu weit. Doch im Frühling und Sommer nimmt das Spiel dann gewaltig an Fahrt auf, weil man mit jeder Jahreszeit neue Arbeiter dazubekommt und auch die ersten eigenen Gebäude ihre Produktion aufnehmen, so dass man bald aus dem Vollen schöpfen kann.

    Die Kunst besteht nun darin, sich aus den einzelnen Karten seine Stadt so zusammenzustellen, dass deren Funktionen möglichst gut ineinandergreifen. Etliche Karten bieten einmalige oder dauerhafte Vorteile oder aber zusätzliche Rohstoffe und Beeren. Auf diesen Karten liegt anfangs natürlich der Fokus. Etwa ab der Mitte des Spiels muss man sich dann aber neu orientieren und nach Möglichkeit Karten auslegen (man kann über bestimmte Effekte bereits gespielte Gebäude sogar wieder „abreißen“), die einem z.B. weitere Siegpunkte am Spielende (zusätzlich zu den auf jeder Karte aufgedruckten SP) bringen. Denn das alleine zählt am Ende. Wer die meisten SP hat, hat gewonnen.

    Ein paar feine Besonderheiten des Spiels will ich noch erwähnen. So kommen in der Regel nicht alle Spieler zur gleichen Zeit in die nächste Jahreszeit. Einer hat z.B. noch Arbeiter oder kann noch was auslegen, der andere ist mit seinen Möglichkeiten schon durch. Dieser Spieler, der dann aber erstmal alleine in die nächste Jahreszeit fortschreitet, nimmt seine bislang gesetzten Arbeiter wieder vom Spielplan zurück. Dadurch werden für die anderen Spieler wieder Felder frei, die bisher blockiert waren. Hier hat also auch Everdell ein durchaus gelungenes, asynchrones Element.

    Zudem weist nur ein Teil des Spielplans fest vorgegebene Einsetzfelder auf. Es gibt auch mehrere variable Einsetzfelder („Wald-Karten“) mit neuen, oft viel vorteilhafteren Rohstoff-Kombinationen sowie 4 variable Zusatzziele („Ereignis-Orte“), die einem am Ende zusätzliche SP geben. Dadurch ist der Wiederspielreiz von Everdell recht hoch, denn die Rahmenbedingungen des Spiels sind so für alle Spieler jedes Mal ein klein wenig anders.

    Der Glücksanteil bei Everdell ist nicht zu unterschätzen. Zwar überwiegt insgesamt das Taktische, doch die zufällig (nach)gezogenen Handkarten, insbesondere die Starthand zu Beginn des Spiels, können manchmal für ungleiche Bedingungen sorgen. Der eine Spieler hat z.B. einfach die passenden Kombinationen auf der Hand und kann sie der Reihe nach ausspielen, während der andere an gleich 2 oder 3 identischen Karten, mit denen er aktuell evtl. gar nichts anfangen kann, verzweifelt. Klar gleicht sich das übers Spiel gesehen oft wieder aus, dennoch würde ich Everdell reinen Taktikern, die mit solchen Unwägbarkeiten nicht gut zurechtkommen, nicht empfehlen.

    Zu meckern gibt es ansonsten wenig: Einige Kartentexte sind für meinen Geschmack arg klein geraten. Und da nicht alle Spieler gleich nah an der gemeinsamen Auslage oder am „Evertree“, auf dem die 4 zusätzlichen Zielkarten ausgelegt werden, sitzen, muss man zum Lesen immer wieder mal ne Karte in die Hand nehmen, vor allem die kleinen Karten auf der nicht gut einsehbaren, hohen Baumauslage. Auch hier gilt: Wer ungern Kartentexte liest, ist bei Everdell falsch.

    Andererseits ist das verschmerzbar, denn Everdell ist, wie ich finde, ein gutes Beispiel dafür, dass ein toll durchdesigntes, stimmungsvolles Spiel einfach einen gewissen Mehrwert bietet gegenüber einem eher nüchtern gestalteten, rein mechanischen Spiel. Uns macht es einfach Spaß, für etwa rund 1,5 Stunden (wir spielen ohne jede Hektik) in eine derart schön gezeichnete Welt einzutauchen und den Corona-Blues mal außen vor zu lassen. Man freut sich über jede gelungene Karten-Kombination und jedes neue Wesen oder Gebäude, das man in seine Stadt legen kann. Interaktion ist ausreichend vorhanden. Zum einen sind manche sehr attraktiven Einsetzfelder auf nur 1 Arbeiter limitiert, zum anderen kann man auch direkt auf einigen (wenigen) Karten des Gegners einen seiner eigenen Arbeiter einsetzen - natürlich gegen einen kleinen Obulus. Um bestimmte Ereignis-Orte wiederum wetteifern die Spieler untereinander. Sie bekommt, wer die Bedingung als erster erfüllt und 1 seiner Arbeiter darauf setzt, die anderen gehen leer aus. Wirklich konfrontative Elemente oder gar „böse“ Karten (allenfalls mit dem „Narr“ kann man den Gegner ein bisschen ärgern), gibt es im Spiel kaum. Everdell kennt als Spielrichtung eigentlich nur „Vorwärts“. Gegen Spielende wurde bei uns auch bisher immer der Platz in der eigenen Stadt knapp (die 15 Karten schafft man quasi immer), so dass man schon gut abwägen muss, welche Karten man kurz vor Schluss noch ausspielt oder stattdessen lieber abwirft bzw. anderweitig eintauscht.

    Schließlich möchte ich noch ein Kompliment für die Spielanleitung aussprechen. Mit der verständlichen und gut strukturierten Anleitung sollte der Einstieg ins Spiel auch für weniger Spielerfahrene problemlos klappen. Hilfreich fand ich auch das Glossar am Ende, in dem die Besonderheiten aller Gebäude und Wesen bei nochmal im Detail nachgelesen werden können.

    Fazit:

    Everdell schaut nicht nur schön aus, es spielt sich auch angenehm und flüssig, denn irgendwas geht eigentlich immer. Ungern spielen würde ich es mit Leuten, die auf der Suche nach dem optimalen Zug minutenlang überlegen und sich nicht entscheiden können, denn es gibt natürlich bei jedem Zug eine große Auswahl an Möglichkeiten und das kann dann schon nerven, wenn es nicht recht voran geht. Insofern ist eine gewisse Erfahrung und Routine mit Brettspielen für ein positives gemeinsames Spielerlebnis in Everdell durchaus von Vorteil. Vielleicht wurde es u.a auch deswegen als „Kennerspiel“ (und nicht als gehobenes Familienspiel) eingestuft. Denn Everdell ist eigentlich weder schwierig noch komplex, es bietet nur eben eine Fülle von Möglichkeiten und Aktionen. Man muss aber definitiv nicht jedes Mal alle Optionen gegeneinander abwägen, sondern kann Everdell zu einem guten Teil auch einfach „aus dem Bauch heraus“ nach seinen eigenen Vorlieben spielen. Daher geht auch die Altersempfehlung „10+“ für mich absolut in Ordnung.

    Gerhard hat Everdell klassifiziert. (ansehen)
  • Holger H. schrieb am 13.04.2020:
    Schön aufgemachtes Spiel mit spassiger Worker Placement & Karten Mechanik.
  • Andreas T. schrieb am 10.05.2022:
    Das Spiel sieht wirklich wunderschön aus. Das Material ist sehr gut. Ich wollte es unbedingt ausprobieren. Leider hat es bei uns jedoch nicht gezündet. Immerhin haben wir es zu Ende gespielt. Ich würde es auch immer mitspielen, wenn es jemand auf den Tisch bringt. Aber es findet nicht den Weg in meine Sammlung
    Andreas hat Everdell klassifiziert. (ansehen)
  • Jan-Gerrit M. schrieb am 02.12.2021:
    Worker-Placement-Spiel im Waldsetting mit Tieren.

    Wir haben Everdell im Laufe der letzten 6 Monate ca. 5 mal gespielt. Es war jedes Mal sehr spannend zu schauen, wessen Baustrategie aufgeht - denn immer kam es uns vor, dass man im Frühjahr kaum was zu tun hat, dafür im Herbst dann da steht und sich genau überlegt, was man auf seinen letzten Bauplatz packt. Deswegen kann das Spiel nach hinten heraus doch mal etwas länger dauern.

    Ich persönlich finde es auch gut, dass man nur sehr eingeschränkt ´gegen´ andere Spieler vorgehen kann (Narr, vorzeitig Wegkaufen von der Wiese oder Karten ersetzen) und ansonsten mit der eigenen Stadt beschäftigt ist. Bauwerke mit ´offenen´ Arbeitsplätzen und die Minenarbeiter legen dennoch allerdings nahe, auch immer zu schauen, was die anderen so in ihrer Stadt treiben.

    Wir konnten das Spiel auch dank des unglaublich liebevollen Designs Freunden nahebringen, die mit Worker-Placements zwar nicht so viel Erfahrung haben, aber das Design zu schön fanden, um es nicht doch zu probieren. Wenn man den Kartenaufbau und das Zusammenspiel von Bauerken und Bewohnern (die leider teilweise in sehr kleiner Schrift Infos anbieten) einmal verstanden hat, ist der Rest des Spiel in unseren Augen auch recht schnell erklärt.

    Ich bin schon sehr gespannt auf die Erweiterungen, die wir auch schon anvisiert haben, warten hier aber definitiv auch ein Sonderangebot ab. Den Preis fürs Grundspiel finde ich auch schon etwas sehr hoch, aber in Anbetracht des Spielinhalts noch in Ordnung.
    Jan-Gerrit hat Everdell klassifiziert. (ansehen)
  • Christian P. schrieb am 01.08.2021:
    Das Spiel mit dem besten Spielmaterial EVER!

    Ansonsten hätte ich dem Spielprinzip drei bis vier Punkte vergeben.

    An sich ein schönes spiel mit wirklich einfachen Regeln, da es nur drei Aktionsmöglichkeiten gibt. Aber zwei davon bieten schier unendliche Möglichkeiten.

    Das erste mal Spielen war frustrierend. Man kennt die Karten nicht und weiß auch nicht recht, was auf einem zu kommt.
    Also mindestens zweimal spielen. Das hat uns dann wirklich Spaß gemacht. Aber irgendwie sprang der Funke nicht über.
    Was mich da gestört hat, ja Meckern auf hohen Niveau, dass man irgendwie nicht die richtigen Karten auf der Hand hatte. Um neue Karten zu bekommen, kann man die an manchen Stellen eintauschen. Und dazu muss man natürlich welche abgeben - was man auch nicht mag, weil die doch irgendwie gut sind :-)

    Uns hat der Baum übrigens eher gestört, weil man die oberen Karten nicht gut sehen konnte.
    Und für meinen Geschmack war im Herbst zu viel Aktion. Eigentlich kam es mir so vor, dass Frühling und Sommer nur ein kleines Vorgeplänkel für den großen Herbst sind.

    Zu zwei war die Wartezeit überschaubar. Mit mehreren Spielern kann ich mir vorstellen, dass da längere Wartezeit aufkommt.

    Trotzdem, einen Versuch wert.
    Christian hat Everdell klassifiziert. (ansehen)
  • Steffen K. schrieb am 22.03.2021:
    Das das Spiel wirklich wunderschön ist und ansich auch einfach zu spielen wurde ja bereits gesagt. In meinem Fazit gehe ich daher eher auf die meineransicht nach unschönen Dinge ein.

    Man merkt dem Spiel an das es ein Kickstarter ist. Ich denke bei einer richtigen redaktionellen Bearbeitung hätten einige Sachen verbessert werden können.

    1. Das ungleichmäßige Voranschreiten in den Jahreszeiten
    2. Die Wiese wird nicht abgeräumt
    3. Die Karte Narr (-2 Punkte und negative Interaktion)

    Everdell ist nunmal ein Enginebuilder und dem entsprechend ist man von seinem Kartenglück abhängig. In meinen bisher 7 Partien hatte ich 2x das Problem einfach nichts gescheites bis zum Frühling bauen zu können. Gegenüber hatte da schon 2 Farmen und daher auch schon einen ordentlichen Vorteil. Kann passieren.
    Hatte aber auch eine 2er Partie wo ich 10-15 Minuten warten durfte bis mein Gegenüber seinen Herbst durchgespielt hatte, weil da die Kartenauslage einfach perfekt war.

    Ich hätte es besser gefunden wenn hier alle gleichzeitig die Jahreszeit wechseln und dann die Wiese einmal komplett abgeräumt wird. Vor allem in Spielen zu zweit kann man dann mal mehr Karten sehen.

    Die Karte Narr passt für mich nicht ins Konzept des Spiels. Es macht einfach nur etwas für andere kaputt. Der jenige der Ihn abbekommt kann in der Regel auch nichts dagegen machen. Es gibt zu wenig möglichkeiten hier entgegen zu wirken, so dass die Karte bei mir nicht gespielt wird.

    Dennoch gebe ich dem Spiel 4 Punkte, auch wenn es für das was es mechanisch macht zu teuer ist.
    Den Baum kann man halt echt nur in 2er Parteien aufstellen^^
    Steffen hat Everdell klassifiziert. (ansehen)
    • Marcus G. mag das.
    • Torsten G. mag das nicht.
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    • Pascal V.
      Pascal V.: Narr: der verhilft aber auch zu Punkten. Wenn Du die richtigen Erfolgsbedingungen (als Erster) hast und/oder in Kombination mit Effekt-Punkten,... weiterlesen
      22.03.2021-17:32:41
    • Volker F.
      Volker F.: Das unterschiedliche Voranschreiten in den Jahreszeiten ist ja gerade eine der Besonderheiten des Spiels. Dieses Element macht es anders, frisch, neu
      19.01.2022-08:50:12
  • Peter M. schrieb am 05.06.2021:
    Ich beziehungsweise wir sind die falsche Zielgruppe, soviel schon mal vorweg. sicherlich ein tolles Familienspiel aber auf keinen Fall etwas für Taktiker und viel Spieler, von anspruchsvollen Spielen. Aber das Spiel wird ja auch ab zehn Jahren angegeben deshalb fast die volle Punktzahl, weil ich nicht behaupten kann dass das Spiel kein Spaß gemacht hätte.

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