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  • Karsten S. schrieb am 17.07.2014:
    "Archipelago" ein Hammer Brettspiel, wenn das kleine Wörtchen WENN nicht wäre. Denn der Regelwald ist etwas lang geworden. Für Leute die mal zwischendurch spielen oder Gelegenheitsspieler sind, für die soll gasagt sein: Hände weg!
    Aber im Einzelnen ist dieses Brettspiel vollgestopft mit interessanten Details und Spielelementen. Vollgepackt mit Elementen wie Entdeckung, Entwicklung, Optimierung, Verhandlung, Diplomatie und Verrat. Ich selbst kenne kein Semi-kooperative Spiel, dass so viele Elemente vereint. Das Spiel verfügt über eine anpassbare Spieldauer, von kurz, mittel & lange Spielzeit. Es ist sehr flexibel, sodass jedes Spiel andern verläuft. Ein tolles Südseeabendteuer für alle Vielspieler!
    Karsten hat Archipelago klassifiziert. (ansehen)
  • Matthias H. schrieb am 24.08.2015:
    Da es bereits ausführliche Beschreibungen des Spiels gibt fasse ich mich kurz - Archipelago ist ein reichhaltig ausgestattetes, knallhartes Eurogame. Es gibt offene und verdeckte Ziele, die das Spiel unterschiedlich lang gestalten. Ähnlich wie bei Troyes muss man also anhand des Handelns seiner Gegenspieler versuchen die Ziele auf die Diese hin Spielen zu erraten.
    Anders als bei Troyes besitzen die Karten aber ein Sudden-Death-Kriterium, weswegen jeder Spieler seine Zielkarten stets im Auge haben muss.
    Im Spiel selbst werden neue Gebiete entdeckt und nutzbar gemacht, Steuern erhoben, Gebäude errichtet, Rohstoffe gesammelt, mit selbigen auf zwei unterschiedlichen Märkten gehandelt, etc.
    Zu Grunde liegt hier in erster Linie ein einfacher Workerplacement Mechanismus auf dem zentralen Aktionsfeld. Des weiteren muss man auf dem Archipel ebenfalls eine Art Worker Placement vornehmen um die Voraussetzungen zu schaffen, dass man die Aktionen auch ausführen kann. In diese Worker Placement Mechanismen sind weitere Mechanismen verwoben, welche Archipelago nicht nur zu einem spieltiefen, sondern auch zu einem komplexen Spiel werden lassen.
    Archipelago hat auch ein ausgeprägtes Mangelelement, man versucht stets unheimlich viel auf einmal zu machen, kann aber aufgrund der beschränkten Aktionen und der wenigen Rohstoffe immer nur einen Bruchteil machen.

    Fazit:
    Archipelago bietet einen eng verwobenen Mechanismensalat, welchen man geschickt bedienen muss um die eignene Ziele zu erreichen. Weiterhin muss man seine Mitspieler einschätzen und versuchen die verdeckten Ziele der Mitspieler zu erraten. Insgesamt bildet sich hier ein komplexes und denklastiges Puzzle dessen Lösung unheimlich Spass bereitet und stellt ein wahres Paradies für Optimierer dar. Hat man eine Partie Archipelago gespielt, will man die nächste gleich anhängen um das Puzzle diesmal "besser" zu lösen.
    Für geübte Vielspieler bietet Archipelago einen unheimlichen Wiederspielreiz, nicht zuletzt wegen der variablen Länge, der unterschiedlichen Kombinationan aus Zielkarten und unheimlich viele gute Entscheidungen die es in jeder Partie zu treffen gilt.

    Für mich ein Must Have in jeder guten Spielesammlung - volle 6 Punkte
    Matthias hat Archipelago klassifiziert. (ansehen)
  • Martina K. schrieb am 16.02.2013:
    Ich habe Archipelago mittlerweile dreimal gespielt, einmal zu zweit, einmal zu dritt und einmal zu fünft. Ich denke, dass ich daher sicherlich mit mehr Spielerfahrung noch einmal meine Rezi überarbeiten werde. Ich finde allerdings, es gibt immer noch sehr wenige Eindrücke zum Spiel im Netz (zumindest deutschsprachige). Daher schreibe ich mal etwas zu meinen bisherigen Eindrücken.

    Wie bereits bei anderen nachzulesen ist, ist eine Sache mit dem Spiel gründlich schief gegangen - und dies ist leider die Spielregel, die wahrscheinlich die allerhöchste Einstiegshürde bildet.
    Mich selbst hat das Spiel allein optisch schon sehr angesprochen. Des weiteren klangen die Beschreibungen sehr interessant: Es schien so, als hätte Archipelago einen gewissen Pfiff, den es z.B. von anderen Workerplacement-Spielen abhebt - vor allen Dingen durch die verdeckten Siegpunkt- bzw. Spielend-Bedingungen und das semi-kooperative Element.

    Dann hielt ich Archipelago Ende letzten Jahres in den Händen. Ich stellte fest, dass das Spielmaterial wirklich sehr schön ist (vor allen Dingen die Illustrationen auf den Karten und den Plättchen). Auch die Spielregel ist optisch sehr ansprechend gestaltet und wirkt auf den ersten Blick umfangreich und bebildert.

    Leider wies sie für mich nach dem ersten Lesen noch sehr viele Ungereimtheiten auf. Auf beim zweiten Lesen erschlossen sich mir viele Details nicht. Die Internet-Recherche begann und ich stellte fest, dass es vielen anderen auch so ging.
    Dies liegt vor allen Dingen an einer teilweise recht unübersichtlichen Strukturierung (wichtige Regeln lassen sich kaum schnell mal nachschlagen), unerklärten Details und auch manchen verwirrenden oder umständlich gewählten Begrifflichkeiten: z.B. Gleichgewicht des Archipels, Region, Deaktivierung,...

    Ich beschloss Archipelago auf´s nächste Spieletreffen mitzunehmen, um es mir dort erklären zu lassen. Dieser Plan erwies sich als ein guter Plan (danke an alle Beteiligten!)
    Ich habe damit vermieden, dass Archipelago evt. in meiner Gruppe sonst komplett durchgefallen wäre. So wird es sicherlich jetzt immer wieder mal auf den Tisch kommen.

    Eine Beschreibung gibt es ja mittlerweile auch schon ausführlich hier, daher wiederhole ich diese nicht. Ich beschränke mich hier auf meine Spieleindrücke und vielleicht hilft es dem ein oder anderen bei der Kaufentscheidung.


    Zur Spieleranzahl:
    Bisher habe ich einmal das kurze (zu zweit) und zweimal das mittellange Spiel ausprobiert. Zu zweit fand ich es zum Kennenlernen der Mechanismen ok, aber der Spielreiz war deutlich weniger gegeben als mit mehreren Spielern. Dies liegt wahrscheinlich vor allem daran, dass Archipelago interaktive Komponenten hat (wie Handel, Bieten). Am besten fand ich es bisher tatsächlich zu fünft.


    Zum Spielgefühl bzw. zur Spielgruppe:
    Mir persönlich gefällt Archipelago deshalb, weil es einen Mix aus ganz verschiedenen Elementen bietet: Arbeiter einsetzen, Handeln, Ressourcen kaufen/ verkaufen, neues Land entdecken, Entwicklung der Bevölkerung, Überraschendes (Spielende, Siegpunkte, Ist der Rebell dabei?)
    Das Erklären der Regeln kann schon mit allen Details bis zu einer Stunde dauern. Je nach Spielgruppe kann man aber auch schon nach kurzer Zeit beginnen und nach und nach die Elemente erklären. Hierzu gibt es übrigens auch ein Video auf bgg, in dem der Autor persönlich Archipelago so erklärt.
    Das Spiel kommt in meiner Gruppe bisher durchschnittlich bis sehr gut an. Spieler, denen allerdings überwiegend Spiele mit hohem Einfluss und wenig Glücksanteil gefallen, fanden es eher ok (hier schnitt zB ein Tzolkin deutlich besser ab). Daher rate ich besonders hier zu einer Probepartie. Was Archipelago definitiv nicht ist, ist ein Gelegenheitsspielerspiel. Dazu hat es zu komplexe Regeln mit vor allen Dingen zu vielen zu beachtenden Details.


    Fazit:
    Ich habe jetzt lange überlegt, wie viele Punkte ich Archipelago geben soll.
    Es gehört definitiv zu den Spielen, die in meiner Sammlung nicht fehlen sollen. Daher wären 4 Punkte zu wenig (die ich eigentlich allein aufgrund einer grauenvollen Regel und der damit verbundenen unverhältnismässig hohen Einstiegshürde höchstens vergeben würde).
    In der passenden Runde ist Archipelago, einmal verstanden, ein sehr schönes Spiel mit hohem Wiederspielreiz. Ich empfehle vor dem Kauf, sich das Spiel evt. einmal auf einer Veranstaltung zeigen zu lassen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Alternativ gibt es mittlerweile auch einige Webseiten mit Regel/Foren und Videos.

    Von mir also heute 5 Punkte!
    Martina hat Archipelago klassifiziert. (ansehen)
  • Holger K. schrieb am 15.03.2014:
    Wir befinden uns im Zeitalter der Entdecker. Bis zu fünf erfahrene Seefahrer erforschen unbekannte Gewässer als plötzlich eine noch unentdeckte Inselgruppe am Horizont auftaucht, ein Archipel mit anscheinend üppigen Ressourcen und zahlreichen Fischvorkommen. Ein idealer Ort also um Kolonien zu gründen und das Land zu bewirtschaften und natürlich möchte jeder der Entdecker letztendlich den größten Nutzen aus dem neuen Land ziehen. Nicht gerade vereinfacht wird die Situation durch den Umstand, dass auch die Bedürfnisse der Kolonisten berücksichtigt werden wollen, damit es nicht zu Unruhen kommt und der Ruf nach Unabhängigkeit und Rebellion laut wird. Doch bei aller Konkurrenz, zumindest was die Zufriedenheit der Kolonisten angeht, arbeiten die Nationen zusammen und müssen das auch, damit am Ende nicht alle leer ausgehen.

    Ausgerüstet mit drei Aktionsscheiben, einer Münze, zwei Bürgern und einem Schiff, das sich auf dem ersten und zunächst einzigen ausliegenden Spielplanteil mit ausschließlich Wasser und Fischvorkommen befindet, beginnen die zwei bis fünf Mitspieler die Entdeckung dieser neuen Welt. Doch bevor es so richtig losgeht, werden bereits die ersten Landstriche gesichtet. Jeder Mitspieler wählt aus drei doppelseitigen sechseckigen Archipelfeldern eines aus, dass passend an das anfängliche Seegebiet angelegt werden muss. Für diese erste Entdeckung gibt es dann schon das erste Entdeckerplättchen für alle und jeder setzt seine beiden Kolonisten auf dem von ihm entdeckten Landstück ab, wodurch dann auch gleich die Bevölkerungszahl auf dem Archipel um 2 pro Mitspieler ansteigt.

    Wie auch bei jeder weiteren Entdeckung später im Spiel, muss der jeweilige Entdecker eine der evtl. dort vorhandenen Ressourcen auf dem Tableau mit dem Inlandsmarkt bei der entsprechenden Warensorte ablegen und darf eine evtl. vorhandene zweite Ressource für sich beanspruchen und hinter seinen Sichtschirm legen. Jede Ware, die auf den Inlandsmarkt gelangt, oder später auch auf dem Exportmarkt, verringert den Preis der entsprechenden Ressource am jeweiligen Markt, genauso wie das Entfernen einer Ware zu deren Verteuerung führt. Je größer das Angebot, desto geringer der Preis.

    Dieser Umstand ist nicht nur wegen der Ein- und Verkaufspreise am Binnen- und Exportmarkt von Bedeutung, sondern auch wegen der Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die möglicherweise zunehmende Unzufriedenheit der Bevölkerung. In jeder Runde werden nämlich evtl. vorhandene Bevölkerungseffekte berücksichtigt, d.h. ab einem gewissen Warenangebot auf einem der Märkte erhöht sich unter Umständen nicht nur die Anzahl der verfügbaren Arbeitskräfte sondern ggf. auch das Unruhepotential.
    Und auch die Anzahl an Kolonisten selbst trägt ab einem bestimmten Ausmaß nicht nur zu einem Ansteigen der Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt bei, sondern führt dann auch zu stetig wachsender Unruhe. Und wie das ein Arbeitsmarkt so an sich hat, zu viele Arbeitslose steigern natürlich ebenfalls das Rebellionspotential.

    Dieses Unruhepotential ist nun in der Regel für alle Mitspieler gleichermaßen von Interesse, denn übersteigt dieses die Anzahl der Kolonisten ist das Spiel für alle Beteiligten verloren. Die Forderung nach Unabhängigkeit des Archipels ist dann so stark angestiegen, dass es zu einer Rebellion kommt.
    Einer der Mitspieler jedoch könnte genau auf solch eine Rebellion hinarbeiten. Dazu muss man wissen, dass jeder Spieler zu Beginn eine von 10 zur gewünschten Spieldauer passenden Spielzielkarten erhält, die vor den Konkurrenten geheim gehalten wird. Auf diesen Karten sind zum einen eine Spielendebedingung zu sehen, deren Erreichen sofort zum Spielende und zur Schlusswertung führt, und zum anderen eine Siegpunktbedingung. Da könnte es beispielsweise sein, dass es Siegpunkte für die meisten, zweitmeisten und drittmeisten errichteten Klöster gibt, oder für bestimmte Ressourcen usw.
    Und eine dieser Siegbedingungen (Separatist) bedeutet den Sieg, wenn es zur Rebellion kommt.

    Neben den geheimen Siegbedingungen der Spieler gibt es eine weitere Siegbedingung, die allen Spielern bekannt ist. Bei Spielbeginn wird eine sog. Trendkarte offen ausgelegt, auf der diese zusätzliche und allen bekannte Siegbedingung zu sehen ist. Zusammengefasst bedeutet das, dass es zusätzlich zu einer möglichen Rebellion so viele Spielendemöglichkeiten wie Mitspieler gibt, jeder aber nur seine eigene kennt. Zusätzlich sind genau eine Siegbedingung mehr als Mitspieler im Spiel, von denen jeder nur die offenliegende und seine eigene kennt.
    Es gibt also bezüglich der Siegpunkte und des Spielendes so einige Unwägbarkeiten, die man aber mit zunehmender Spielerfahrung und Kenntnis der möglichen Siegbedingungen immer besser einschätzen kann, insbesondere dann, wenn der eine oder andere Spieler die nur ihm bekannte Siegbedingung recht zielstrebig verfolgt. Baut einer der Spieler eine Stadt nach der anderen, könnte das darauf hindeuten, dass Städte am Ende Siegpunkte bedeuten oder der Spieler sich dem Sieg nahe fühlt und das Spielende herbeiführen will. Natürlich bleibt hier vieles Spekulation und solche Ungewissheiten sind nicht jedermanns Sache.

    Abgesehen davon können die Spieler ganz gezielt bei der Entdeckung und "Ausbeutung" des Archipels vorgehen. Herzstück einer jeden Spielrunde ist nämlich die Aktionsphase, in der in Spielerreihenfolge die Mitspieler abwechselnd nacheinander immer eine Aktionsscheibe nach der anderen einsetzen um Aktionen durchzuführen. Da werden weitere Gebiete entdeckt, Steuern erhoben (was natürlich für Unruhe sorgt), Arbeitskräfte rekrutiert, Kolonisten und Schiffe in ertragreiche Gebiete bewegt, am Binnen- und/oder Exportmarkt Handel getrieben, Klöster, Häfen und ganze Städte errichtet und natürlich auch Ressourcen gewonnen.
    Jeweils nach der 8. bzw. 16. erfolgreichen Entdeckung von Gebieten des Archipels erhalten alle Spieler eine vierte bzw. fünfte Aktionsscheibe und können immer effektiver und vielseitiger tätig werden.

    Es gibt noch viele weitere Mechanismen, die das Spiel alles in allem recht komplex machen, bei einigen möglicherweise den Eindruck der Überfrachtung erwecken und diesen Rahmen hier sprengen würden. Da wären beispielsweise das Halten des Gleichgewichts auf dem Archipel durch Befriedigung der Nachfrage an den Märkten, das Bewältigen von Krisensituationen, die Möglichkeit Entwicklungskarten zu kaufen, die einem das Entdeckerleben deutlich leichter machen können, und natürlich die Funktionen der Bauwerke, die effektiveren Handel ermöglichen oder helfen das Rebellionspotential im Griff zu behalten usw.
    Ich für meinen Teil halte diese Vielfalt an Möglichkeiten nicht für eine Überfrachtung, auch wenn nicht immer alles in vollem Umfang in jeder Partie zum Tragen kommt. Insbesondere in Spielen mit kleinem Zeitrahmen, also den "kurzen" Spielrunden, wird das Potential von Archipelago selten ausgereizt. Ich bevorzuge daher in der Regel auch eher die Spiele mit mittlerer oder langer Spieldauer, auch wenn dafür bei steigender Mitspielerzahl meist ganz ordentlich Zeit eingeplant werden muss. Bei steigender Mitspielerzahl muss allerdings auch erwähnt werden, dass die im Spiel absichtlich begrenzt vorkommenden Ressourcenwürfel recht schnell aufgebraucht sein können. Ist ein solcher Rohstoff dann auch noch siegpunktrelevant geht das manchmal so schnell, dass man sich einen etwas größeren Vorrat an Ressourcen gewünscht hätte.

    Was mir an Archipelago besonders gefällt ist, neben dem vorbildlichen Spielmaterial, das zwar wunderbar die ansprechende Spielthematik unterstützt aber zugegebenermaßen nicht immer so richtig in den dafür vorgesehenen Platz der Sortiereinlage passt, der Semikooperative Aspekt des Spiels und die Möglichkeit zu Verhandlungen, Absprachen, Vertragsbrüchen usw.
    Diplomatie ist in nahezu jeder Phase des Spiels gefragt und die Gefahr, dass ein abgeschlagener Spieler absichtlich kontraproduktiv spielt um durch eine Rebellion alle Mitspieler ebenfalls zu Verlierern zu machen ist aus meiner Sicht eher gering. Meist lässt sich die eigene Spielsituation nur erahnen aber nicht abschließend bewerten so dass man eigentlich nie davon ausgehen sollte, keine Chance mehr zu haben. Und dann ist da ja auch möglicherweise noch ein Separatist, den man mit kontraproduktivem Verhalten zum Sieg verhelfen würde. Damit der diplomatische Aspekt des Spiels auch wirklich zum Tragen kommt, sollten schon mindestens drei Spieler am Tisch sitzen.

    Auch sollte die Spielerunde nicht aus Verhandlungsmuffeln bestehen, denn dann fehlt das Salz in der Suppe und Archipelago könnte zu einer zähen und faden Angelegenheit werden. Auch sollten sich alle über die möglicherweise zu erwartende Spieldauer und der zwar nicht komplexen aber doch umfangreichen Regel im Klaren sein. Ist das der Fall, entdeckt man mit Archipelago nicht nur ein Archipel sondern auch die Möglichkeit für zahlreiche unterhaltsame Spieleabende. Denn der Spielreiz ist aus meiner Sicht alleine schon wegen der Thematik recht hoch. Mit hat es gefallen und ich kann jedem nur empfehlen mal eine Proberunde zu wagen. Es könnte sich lohnen.
    Holger hat Archipelago klassifiziert. (ansehen)
  • Matthias P. schrieb am 15.09.2013:
    Archipelago

    Die Tage werden kürzer, der Winter naht mit großen Schritten. Jetzt lockt uns sprichwörtlich nichts mehr hinter dem Ofen hervor. Und da die Abende so lang sind, dürfen es auch die Spielabende sein. „Archipelago„zaubert mit einem Südseeflair Milde und Blütenduft ins triste Grau des winterlichen Nordens. Zeit ist erforderlich und die Bereitschaft zu lernen. Wer beides mitbringt wird mit einem epischen Spielgefühl belohnt das gerne Stunden andauern darf.
    Im Jahre 1492 startet die Mission der Spieler. Aus Europa kommen sie mit ihren Expeditionsteams in die Neue Welt, entdecken einen Archipel und stellen sich der Herausforderung diesen zu kolonialisieren. Exotische Güter werden sie in die Alte Welt verschiffen und die Neue Welt mit pulsierendem Leben, geschäftigem Treiben und wachsender Bevölkerung bereichern. Doch müssen die Spieler gemeinsam Acht geben den Archipel nicht auszubeuten, seine Bevölkerung in Armut und Unzufriedenheit zu stürzen und gegen sich aufzubringen. Das Gelingen aller hängt davon ab, wie geschickt jeder Einzelne agiert, denn jede Aktion beeinflusst das gesamte Gefüge. Besteht beispielsweise ein Überangebot an Ressourcen auf den Märkten kann das zu einem geringeren Bedarf an Arbeitern führen. Doch viele arbeitslose Einheimische steigern die Bereitschaft der Bevölkerung gegen die Kolonialisten zu rebellieren und führen schlimmstenfalls zu einem Unabhängigkeitskrieg. Ist das Angebot hingegen zu gering, werden die Nachfrage der Bevölkerung und die Bedürfnisse in der Alten Welt vernachlässigt. Gerät das Gleichgewicht aus den Fugen scheitern alle Spieler.
    Vor diesem Hintergrund müssen der Archipel weiter erkundet, Ressourcen geerntet, lebhafter Handel betrieben, Gebäude errichtet und neue Arbeiter angeworben werden. Herrscht Wohlstand und Zufriedenheit in der Bevölkerung, dann bleibt Zeit sich dem Fortschritt zu widmen oder gar Weltwunder zu errichten. Dabei agiert jeder Spieler für den eigenen Ruhm und gegen seine Mitstreiter, am Ende wird es entweder viele Verlierer oder einen Sieger geben.
    „Archipelago“ ist ein komplexes Spiel, in dem die vielen Elemente fein miteinander verzahnt sind. Das erzeugt hohe Realitätsnähe und niveauvolle Spieltiefe. Die Spielverläufe sind enorm vielfältig und garantieren einen schier unerschöpflichen Wiederspielreiz. Mit drei unterschiedlichen Varianten kann obendrein die Spieldauer gesteuert werden. So dürfte „Archipelago“ sogar noch auf den Tisch kommen, wenn die Tage wieder länger und die Spielabende kürzer werden.

    Archipelago, von Christophe Boelinger für 2 bis 5 Entdecker ab 14 Jahren. Spieldauer 30 bis 240 Minuten. Verlag: Ludically, Asmodée

    P.S.: Kleiner Nachtrag: die Rezi habe ich bereits vor über einem Jahr geschrieben, daher muss ich sie um zwei wesentliche Punkte ergänzen. Archipelago verlangt Zeit und Geduld und will sorgsam erobert werden. Je häufiger man es spielt, desto besser vermag es zu gefallen. Die vielfach geäußerte negative Kritik ist möglicherweise nicht selten dem Umstand geschuldet, dass Spieler schnell nach dem ersten Spielen eine Bewertung vornehmen. Das funktioniert m.E. bei Archipelago nicht. Zudem ist es neben Mage Knight das beste Solospiel dass ich derzeit kenne und spiele.
    Matthias hat Archipelago klassifiziert. (ansehen)
  • Rene K. schrieb am 14.01.2013:
    Ich hab Archipelago direkt von Essen 2012 mitgebracht und direkt am Wochenende danach gespielt.
    Erstes reinfummeln war nicht ganz so einfach, aber das wunderschöne Material hat die Motivation geschürrt und nachdem man den ablauf verinnerlicht hat und sich etwas über die "unendlichen" Möglichkeiten klar geworden ist, ist es ein Spiel das man so schnell nicht wieder aus der Hand legt.

    Ich kann nur jedem wärmstens empfehlen die Einstiegshürde in Kauf zu nehmen, da alles erst ca nach dem 5ten Spiel langsam Gestalt annimmt und man ein Gefühl dafür bekommt was wo gemacht werden sollte und welche Strategischen Aktionen Sinn machen ohne das Gefühl zu haben überfordert zu sein.

    Einziges Manko sind einige Entwicklungskarten, der König und die Königin scheinen mir doch arg stark zu sein, da man als Startspieler immense Vorteile genießt was Verhandlungen angeht.

    Rene hat Archipelago klassifiziert. (ansehen)
  • Sven M. schrieb am 19.04.2015:
    Mit Archipelago steht ein Spiel auf dem Tisch, mit dem die Besiedlung der Karibik ein wenig nachgespielt werden kann :-)

    Beim Öffnen der Kiste fällt das reichliche Spielmaterial auf. Größtenteils gibt es Papp-Teile, ergänzt mit Holzfiguren und Holzwürfeln. Die Landschaftsplatten sind in Siedler-Stil sechseckig gehalten, die Holzfiguren (Marker) erinnern an Carcassonne. Okay für den relativ hohen Preis. Qualität, Farbgebung, Design im grünen Bereich :-)

    Das Spiel ist in sechs Phasen aufgeteilt, die so lange wiederholt werden, bis eine Siegbedingung erfüllt ist - oder eine zo große Unruhe alle Spieler verlieren lässt. Auf vier Counter-Karten werden die Einwohnerzahl & Unruhestifter, lokaler & Export-Markt sowie Arbeitslose aufgezeigt und nach Spieleraktionen angepasst. Eine schön definierter Mechanismus zum Abbilden der realen, kapitalistischen Welt. Interessante Highlights in den Phasen sind die variable Spielerreihenfolge sowie die Abwehr der zusätzlichen Unruhe durch die Effekte der Aktionskartenrückseite:
    Das Recht zur Bestimmung der Spielerreihenfolge wird über das eingenommene Geld ersteigert. Der Meistbietende darf die Reihenfolge nach seiner Wahl festlegen - und kann über Bestechung durch die Mitspieler auch ein wenig beeinflusst werden.
    Auf den Rückseiten der Aktionskarten sind Effekte, die teilweise sofort durchgeführt werden müssen oder ein der 4. Phase abzuarbeiten sind und haben häufig (um nicht so sagen immer) mit der Veränderung der Unruhe zu tun. Das wird mit den vorhandenen Rohstoffen erledigt. Interessant wird es, wenn diese nicht in ausreichender Menge vorhanden sind. Das zwingt zur Kooperation mit den Mitspielern.
    Während des Spiels werden Rohstoffe abgebaut & verkauft, Gebäude gebaut, die Bevölkerung vergrößert etc pp. Je nach gemeinsamer und persönlicher Zielbedingung wird verstärkt das eine oder andere gemacht.
    Nervig ist ein wenig das Entdecken von neuen Landschaften. Der Spieler muss sich entscheiden, ob der die obenliegende Karte nehmen möchte und ggf. die Unterseite nutzt oder ob die oberste Karte weggelegt wird und er dannn definitiv die nächste Karte anlegen muss. Und das klappt nicht immer.:-)

    Das Spiel wird beendet, wenn einer der persönlichen Siegbedingungen eines Spielers erfüllt ist, z.B. eine bestimmte Anzahl an gebauten Gebäuden. Siegpunkte gibt es allerdings nicht nur nach den Forderungen auf dieser Karte sondern von allen Spielerkarten - echt cool, so weiß niemand, womit er die meisten Siegpunkte erlangen kann. Diese Karten werden nach und nach ausgewertet. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten hat natürlich gewonnen und ist Sieger der Sieger.
    Wird die Unruhe zu groß, ist das Spiel auch sofort zu Ende und alle Spieler haben verloren. Eine coole Sache, sodass die Spieler zur Kooperation verdammt sind :-)

    Dieses Spiel hatte ich in der ersten Spielerunde schlecht einschätzen können. Zu schnell ging es nach dem Start schon in die Siegbedingung rein, ohne dass überhaupt ein wenig gespielt werden konnte. Nachdem ich es erneut gespielt habe, konnten die guten und schönen Ideen auch in Erfahrung gebracht werden :-)
    Das Spiel lohnt sich, definitiv. Über drei unterschiedliche persönliche Siegbedingungskarten kann die Spielzeit von 30 bis 240min variiert werden.
    Ob der Preis gerechtfertigt ist, muss jeder selbst entscheiden. Für mich ist er hart an der Grenze zum Okay.
    Sven hat Archipelago klassifiziert. (ansehen)
  • Christof D. schrieb am 26.12.2013:
    Archipelago ist echt ein Superspiel! Es hatte eine wunderschöne Ausstattung, meiner Meinung nach eingängige Spielregeln, die für die Spieltiefe, die das Spiel bietet nicht so umfangreich, sondern eigentich recht eingängig sind. Es funktioniert in allen Besetzungen und auch das Solospiel ist wirklich hervorragend.
    Christof hat Archipelago klassifiziert. (ansehen)
  • Jörg K. schrieb am 29.06.2013:
    "Schöne Illustrationen! Aber: Weniger ist manchmal mehr! Hätte man sich daran gehalten, wäre ein grandioses Spiel entstanden!" vgl. Link: http://www.cliquenabend.de/spiele/811200-Archipelago.html
  • Timur T. schrieb am 02.05.2014:
    Hier ist nur meine grobe Bewertung, wen interessiert worüber sie zu Stande kommt oder ein genaueres Fazit von mir über dieses Spiel lesen will. Der guckt bitte in meine Spielesammlung nach, da habe ich kurze Kommentare hinterlegt.

    Spielfreude: 4,5/6
    Wiederspielreiz: 3,5/6
    Material: 5/6
    Gesammteindruck: 4/6
    ______________________
    Insgesammt: 17/24

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