Packungsinhalt/Aufmachung/Verarbeitung:
Der Packungsinhalt besteht im Wesentlichen aus:
- Anleitung
- Pappmarker als Geldmünzen
- Transparente Kunststoffmarker zur Anzeige der Trinkfestigkeit/des Alkoholpegels
- Eigentliche Spielkarten, aufgeteilt in die 4 Decks der Spielercharaktere sowie dem gemeinsamen Getränke-Vorrat.
Die Karten sind nett gestaltet und die Texte des öfteren recht witzig geschrieben (Zitat: "Tschuldigung, Gog dich nicht haben hier sitzen sehen ..." - "Ein Spieler deiner Wahl verliert 3 Trinkfestigkeit. Zahle 1 Gold an die Taverne (für den kaputten Stuhl)"). Die verschiedenen Decks sind gut durch die Hintergrundfarbe/Farbe der Rückseite zu unterscheiden. Meiner Meinung nach hätte die Schachtel allerdings etwas größer sein können, so dass man die Kartenstapel mit Gummies zusammenhalten könnte. Dies ist zwar prinzipiell möglich, allerdings steht dann der Deckel etwas hoch.
Die Anleitung ist gut verständlich und Beispiele helfen für das schnelle zurechtfinden im Spiel.
Die Pappmarker der münzen sind für meinen Geschmack etwas dünn ausgefallen. Zum Einen sind sie dadurch nicht ganz so stabil, zum Anderen lassen sie sich schwer von einem glatten Tisch aufnehmen. Beim Spielen kann man die Münzen ja schieben, beim Aufräumen muss man dann an den Tischrand zum Einschieben in die Tüte.
Spielen:
Das Spiel macht sehr viel Spaß, bereits mit 2 Spielern. Ziel des Spiels ist es, als einziger niht betrunken oder pleite zu sein.
Man zieht jeweils zu Beginn nder Runde auf 7 Handkarten auf (man darf vorher beliebig viele abwerfen). Nachdem man seine Aktion gemacht hat (siehe weiter unten) bestellt man (verdeckt) ein neues Getränk, welches man auch gerne einem Gegner unterjubeln kann. Danach geht es ans Trinken seines Getränkestapels. Hier gibt es alles mögliche an flüssigem und die Mitspieler haben die Möglichkeit durch Einwurf geigneter Karten aus einem Glas Wasser das übelste Teufelszeug zu mixen. In der Regel muss man nur immer 1 Getränk seines Stapels trinken, außer das Getränk selber ("mit Nachspülen") oder eine Modifikation durch einen "freundlichen" Mitspieler besagt etwas anderes. Ruck zuck steigt der Alkoholspiegel in richtung Trinkfestigkeit. Diese gibt an, wie viel man verträgt. Hier finde ich "schade", dass alle Charaktere zu Beginn gleich viel vertragen, also die zierliche Illusionistin genauso viel wie der stämmige Zwerg oder große Halboger. Die Charaktervorstellung auf der ersten Seite der Anleitung ließ hier zunächst etwas anderes vermuten. Hat man seine Getränke heruntergespült, ist der nächste dran.
Bei den Aktionen gleich nach dem Ziehen der Karten teilt man in der Regel "Nettigkeiten" an die Mitspieler aus oder beginnt eine "Zockrunde". Hier wird hauptsächlich das Geld der Spieler "verschoben". Wer hier zu viel riskiert, kann als Pleitegeier unter Umständen aus dem Spiel ausscheiden.
Fazit:
alles in allem ist das Spiel kurzweilig und macht Spaß (auch nüchtern). Die Regeln sind relativ einfach. Meiner Meinung nach ist es allerdings etwas wenig ausbalanciert. Mit Zwerg und Halboger in einem 2P-Match gibt es keine richtigen Stärken/Schwächen auf beiden Seiten und es kommt viel auf das Glück bei den Karten an. Bei einem 3P-Spiel mit der Illusionistin war mit Zwerg/Halboger in unseren Spielen nicht viel zu wollen. Die Illusionistin schmettert viele Angriffe einfach ab und setzt dann nach. Nur im Verbund war es uns möglich diese dann knapp zu schlagen.
Da das Deck vorgegeben ist (im Gegensatz zu Dominion, Thunderstone usw.) sind die strategischen Mittel etwas begrenzt. Die Getränke werden verdeckt gespielt und können also auch nicht gezielt eingesetzt werden. So ist im Großen und Ganzen immer der Glücksfaktor entscheidend. Trotzdem ein netter Zeitvertreib ala "Sitting Ducks", dabei aber etwas "schwieriger" von den Regeln. Ein netter "Absacker" um den Spieleabend abzurunden.
Steffen hat Zum Blauen Drachen klassifiziert.
(ansehen)