Die Story Cubes sind etwas größer als normale Würfel, liegen gut in der Hand und sind mit schönen, klaren Motiven ausgestattet. Die Schachtel ist mit einem Magnetverschluss ausgestattet, alles in allem wirklich hochwertiges Spielmaterial und das in "Hosentaschengröße".
Die Spielanleitung ist sehr kurz: Die neun Würfel werfen, sich von erwürfelten Motiven inspirieren lassen und diese zu einer Geschichte verbinden. Diese Regeln würde ich jedoch nur als Vorschlag betrachten, nicht als starre Vorgabe. Es lohnt sich auch einmal weniger Würfel zu nehmen, oder Würfel ein zweites mal zu werfen.
Die abgebildeten Motive können und sollen auf viele Weisen genutzt werden. Ein abgebildeter Blitz kann ein Blitz sein, der in ein Haus einschlägt aber auch "schnell wie ein Blitz", ein "Aufblitzen in der Sonne" oder ein "Geistesblitz" sein. Hier kann man der eigenen Assoziation freien lauf lassen.
Ich bin zufällig auf die Story Cubes gestoßen und für mich sind sie das perfekte Mitbringspiel. Mit einer typischen Spielzeit von zehn Minuten bis zu einer halben Stunde (mehrere Geschichten erzählt) ist Storycubes ein Zwischendurchspiel.
Ich selbst habe einen Hintergrund im Improvisationstheater, der ist aber keinesfalls notwendig um an diesen Spiel Freude zu haben. Ich habe dieses Spiel mit Kindern und Erwachsenen, in großen und kleinen Runden oder auch zu zweit gespielt. Mir hat es jedesmal Spaß gemacht, es ist jedoch klar, dass diese Art von freiem Erzählspiel nicht jedermanns Sache ist. Für jeden, der sich vorstellen kann mit anderen eine Geschichte zu erzählen, eine klare Kaufempfehlung.
Hier meine drei Ratschläge für ein gelungenes Spiel:
1. Keine Scheu: Es gibt keine "richtige" Art, mit diesen Würfeln zu spielen. Keine Scheu, was immer du erzählst ist richtig.
2. Gemeinsam vor einsam: Was die anderen Mitspieler erzählen wird Teil der gemeinsamen Geschichte. Vielleicht hattest du eine andere, "bessere" Idee und wolltest in eine ganz andere Richtung. Lass diese alten Ideen fallen, freue dich über das Unerwatete und lass dich auf die neuen Ideen ein.
3. Auch wenn du mit einer Assoziation eines Mitspielers nicht enverstanden bist (der Blitz aus meinem Beispiel wurde als etwas sehr helles verwendet): Behalte deinen Widerspruch für dich. Lass die Geschichte nicht durch eine Diskussion abbrechen, dadurch verliert sie ihre Lebendigkeit und deine Mitspieler trauen sich nicht mehr frei zu erzählen (vgl. 1.). Nach der Geschichte ist noch immer Zeit für "das fand ich nicht so gut". Vermutlich ist das kleine Schlagloch dann aber längst vergessen.
Viel Spaß beim spielen und viele schöne, absurde und phantastische Geschichten.
Helge hat Story Cubes klassifiziert.
(ansehen)