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Ora et Labora



Mit Ora et Labora legt Uwe Rosenberg sein neues großes Spiel vor, dass das Beste aus LeHavre und Agricola gekonnt vermischt und um neue Elemente anreichert.

Neben den dynamisch wachsenden Landschaften der Spieler sorgen zwei Szenarien – Frankreich und Irland –für die nötige Abwechslung.

Ora et Labora, ein Spiel für 1 bis 6 Spieler im Alter von 12 bis 100 Jahren.
Autor: Uwe Rosenberg

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So wird Ora et Labora von unseren Kunden bewertet:



5 v. 6 Punkten aus 10 Kundentestberichten   Ora et Labora selbst bewerten
  • H. S. schrieb am 03.11.2011:
    Dieser Ersteindruck bezieht sich spieltechnisch nur auf das „kurze“ Zweipersonenspiel!

    Ora et labora (bete und arbeite) ist das neue Spiel von Uwe Rosenberg, dem Agricola-Autor, Die Grafiken sind wie bei Agricola von Klemens Franz und auch ebenso ist Lookout Games wieder der Verlag.

    Die Vorfreude auf das Auspacken war auf Grund meiner bisherigen Erfahrungen mit Lookout sehr groß. Umso härter traf mich die Enttäuschung als ich die dünnen Pappbögen der Spielbretter bzw. die verstanzten Pappmarker sah!
    Als nächstes fielen mir die Spielhilfen auf, die auch auf sehr dünnem Papier gedruckt sind.
    Nachdem ich den Inhalt auf Vollständigkeit (die Spielkarten haben nur halbe Größe im Vergleich zu den Agricola-Karten und sind für Brillenträger eine Zumutung!) geprüft hatte, machte ich mich an Auspöppeln: 288 verstanzte Pappmarker mussten sehr vorsichtig aus den Druckbögen gedrückt und anschließend noch an allen Ecken nachgeschnitten werden. Währenddessen habe ich alle Landschaftsbögen und Regelblätter einlaminiert. Die Aufforderung zum Durchschneiden der Spielhilfebögen habe zum Glück vorher noch rechtzeitig gelesen.
    Insgesamt habe ich drei Stunden aufgewendet um das Spiel in einen für mich spielbaren Zustand zu bringen. „Fluche und arbeite“ ist dafür die passende Beschreibung!

    Ansonsten ist die Grafik und Gestaltung mal wieder eine Augenweide! Hierfür großes Lob an Klemens Franz und Hanno Girke (Lookout Games).

    Nun zum Spielegeschehen:
    Ora et labora deutet schon darauf hin. Im Spiel dreht sich alles um den Aufbau eines Klosters bzw. die Betreibung einer Klosterwirtschaft.
    Dazu hat man eine Kernlandschaft mit 10 Feldern. Auf dieser sind drei Gebäude schon aufgedruckt. Daneben gibt es sieben Ebene-Felder von denen drei mit Wald- und zwei mit Torfmoorkarten belegt werden. Neben der Kernlandschaft gibt es noch weitere Landschaften (5 Felder) und Areale (3-4 Felder), die im Spielverlauf erworben werden können.

    Der eigentliche Spielplan ist das Ertragsrad. Hier werden die pro Runde verfügbaren Rohstoffe mit Holzmarkern angezeigt.

    Neben den Wald- und Torfmoorkarten gibt es eine Reihe an Gebäude- und Siedlungskarten.
    Die Gebäude werden zur Produktion und Weiterverarbeitung von Rohstoffen gebraucht. Die Siedlungskarten bringen in der Schlusswertung Bonuspunkte für angrenzende Gebäude.

    Jeder Spieler verfügt über drei Spielsteine aus Holz, die einen Prior bzw. zwei Laienbrüder darstellen.

    Im kurzen Zweipersonenspiel hat jeder Spieler pro Spielzug zwei Aktionen. Hier kann man aus drei Möglichkeiten auswählen:

    1. Einsetzen eines Geistlichen in ein Gebäude. Hier kann man die Funktion eigener Gebäude nutzen um Erträge zu erzielen oder diese zu veredeln oder man blockiert das Gebäude für den Mitspieler.
    Man kann auch ein Gebäude eines Mitspielers nutzen. Hat der Mitspieler noch einen nicht eingesetzten Geistlichen, kann man diesen anweisen in einem seiner Gebäude gegen Bezahlung für den aktiven Spieler Waren zu produzieren oder zu verarbeiten.

    2. Eine Wald- oder Moorkarte von eigener Landschaft ohne Einsatz eines Geistlichen entfernen und die auf der Ertragsscheibe entsprechend angegebenen Ware kassieren.

    3. Ein Gebäude errichten. D. h. eine Gebäudekarte aus der Auslage nehmen, mit Rohstoffen bezahlen und auf ein freies Feld einer eigenen Landschaft platzieren.

    In regelmäßigen Abständen kommt es nach nach ein paar Spielzügen zu einer Siedlungsphase (insg. 4x). Hier können die Spieler eine ihrer Siedlungskarten auf ein freien Platz in ihren Landschaften auslegen. Alle waagrecht oder senkrecht angrenzenden Gebäude erhalten dadurch in der Schlußwertung Siegpunkte.

    Weiterhin erhält man Siegpunkte für jedes Gebäude sowie für bestimmte Waren oder Wunder.

    Fazit: Großer Spielspass entsteht durch den Auf- und Ausbau des Klosters.
    Die Konstruktion der Ertragsscheibe ist schlicht genial. Kein Handtieren mehr mit Massen von Klötzchen zu Beginn jeder Runde.
    Durch das Nutzen der gegnerischen Gebäude kommt es zu mehr Interaktion als bei Agricola. Man muß genau beobachten, was der Mitspieler macht und gleichzeitig sein eigenes Kloster weiter optimal ausbauen. Dies ist aber gar nicht so einfach, weil alle Gebäude nur einmal vorhanden sind und diese für unterschiedliche Produktionsketten gebraucht werden.

    Vor mir für das Zweierspiel gibt es trotz des mageren Material volle 6 Punkte.
    Ich freue mich schon tierisch auf das 4-Personenspiel!
    H. hat Ora et Labora klassifiziert. (ansehen)
  • Martina K. schrieb am 02.01.2012:
    Bisher habe ich Ora et Labora ein paarmal solo gespielt (Dauer mindestens gute 2 Stunden), im "kurzen" und "langen" Zwei-Personen-Spiel getestet (Dauer 3 bzw. 4 Stunden) und im 3er-Spiel (gut 3 Stunden).

    Agricola und Le Havre von Uwe Rosenberg zählen zu meinen Lieblingsspielen. Das führte bei Ora et Labora nach dem Lesen von Spielberichten und Anschauen von Videos letztendlich zu einem Blindkauf. Der Mechanismus Rohstoffe über das Rondell zu verteilen klang innovativ und auch so, dass es sich dadurch noch einmal von den anderen beiden oben genannten Spielen abheben würde.

    Packt man das Spielmaterial aus, stößt man zunächst auf einige Stanzbögen, aus denen die Plättchen herauszudrücken sind. Ist dies erledigt, steht man vor einem Plättchenberg, der irgendwie sinnvoll einsortiert werden sollte. Abhilfe schafft hier z.B. eine Baumarkt-Box (am besten schon vor dem Auspöppeln anschaffen).
    Auch ich hatte mehrere Bögen, die nicht sauber ausgestanzt waren, aber Lookout schickte unmittelbar Ersatz, nachdem die neuen verfügbar waren.
    Im Vergleich zu Agricola oder Le Havre sind die Spielertableaus und Landschaftsteile sehr dünn. Die Spielübersicht ist sehr hilfreich, allerdings nur aus bedrucktem Papier, das ich gleich mal durch mein Laminiergerät geschoben habe, um es haltbar zu machen. Qualitativ sammelt das Spielmaterial nicht unbedingt Pluspunkte bei mir.
    Ebenso habe ich alle Karten zum Schutz mit Hüllen versehen.

    Die Spielregel ist üebrsichtlich in mehrere Beiblätter gegliedert: Spielaufbau, Ausführliche Beschreibung der Gebäudefunktionen, Übersicht über die Grundregeln, Ausführliche Anleitung.

    Vor allem wenn man Le Havre kennt, gelingt der Einstieg in das Spiel recht schnell, denn auch hier geht es vor allem um den Aufbau von effektiven Produktionsketten.
    Diesmal ist das ganze eingebettet in das Thema Entwicklung eines mittelalterlichen Klosters.
    Interessant ist, dass die Gebäude auf die Frankreich- bzw. Irland-Variante gedreht werden können und sich dadurch manche Waren/ Gebäude leicht verändern (z.B. durch Whiskey oder Wein). Je nach Spieleranzahl und gewählter Version (kurz, lang) sind ebenso mehr oder weniger Gebäude im Spiel. So wird man sicher einige Zeit benötigen, um alles ausprobiert zu haben. Wir haben bisher nur Irland ausprobiert.


    Im folgenden Teil werde ich mal meine bisherigen Eindrücke zusammenfassen, dabei bedeutet:

    +: Gefällt mir, innovativ
    o: Na ja, weiß noch nicht, bin unschlüssig
    -: Gefällt mir nicht, hätte besser sein können



    + Gut aufgebaute, ausführliche Spielregel
    + Rohstoff-Rondell
    + Ausbau des Gebiets durch Kauf von Landschaftsplättchen möglich: Manche Gebäude dürfen nur auf bestimmten Landschaftsformen gebaut werden wie z.B. Küste oder Hang.
    + Durch Anlegen von Gebieten kommt man immer wieder zu neuen Moor- bzw. Waldfeldern, die wieder genutzt werden können (ähnlich zu den Agricola-Moorbauern).
    + Siedlungswertungen als neues Element: Man muss von Anfang an aufpassen, wie man die Gebäude gewinnbringend baut. Es zeigte sich bisher in unseren Partien, dass dies vor allem ausschlaggebend für den Sieg ist.


    o Komplexität der Produktionsketten vor allem in den ersten Spielen (Ich würde das Spiel nur mit neuen Spielern ausprobieren, die mit mir schon einige Male mit Spaß Le Havre gespielt haben.)
    o Übersichtlichkeit im Spiel: Die Gebäudekarten sind noch etwas kleiner als bei Le Havre und enthalten vor allem noch mehr Infos auf der Karte. Da die Gebäude bei den Spielern auf den Tableaus liegen, muss man sich schon anstrengen, um alles zu sehen und den Überblick zu behalten.
    o Es gibt kein Zufallselement: Im Prinzip kann alles bis ins Detail optimiert werden, mit Grüblern am Tisch kann das Spiel daher sicher dann anstrengend werden.
    o Spieldauer: Es kann durchaus abendfüllend werden - bisher waren alle Partien spannend; der Widerspielreiz ist durchaus vorhanden.


    - Qualität des Materials: Landschaftskarten, Spielerübersicht nach meinem Geschmack zu dünn; sonst ok



    Fazit:
    Mir gefällt das Spiel nach den ersten Partien sehr gut.
    Es hebt sich auch noch einmal genügend von Agricola und vor allem Le Havre ab, so dass es auf Dauer einen berechtigten Platz in meinem Spieleregal haben wird.
    Als Solospiel ist Ora et Labora empfehlenswert und sehr herausfordernd.
    Abzüge in der Note gibt es für mich vor allem wegen der teilweise unbefriedigenden Material-Qualität.
    Spielern, denen Le Havre gefällt und die nun nach neuen, noch schwierigeren Herausforderungen suchen, sei Ora et Labora ans Herz gelegt. Alle anderen sollten vielleicht dieses hier erst einmal vor dem Kauf testen oder sogar zunächst Le Havre ausprobieren (Anmerkung: Le Havre hat natürlich ein anderes Thema und auch etwas andere Mechanismen - aber die "Verwandtschaft" ist schon gegeben).
    Martina hat Ora et Labora klassifiziert. (ansehen)
  • Helme B. schrieb am 05.11.2011:
    Beim Auspacken des Spielmaterials erkennt man sowohl durch den Grafikstil der Spielepläne die Wurzeln aus Agricola als auch die von Le Havre durch die doppelseitigen Warenplättchen. Während des Spielens merkt man aber schnell, dass man sich viel näher am Spielablauf von Le Havre als dem von Agricola bewegt.

    Dreh- & Angelpunkt ist im wahrsten Sinn das Ertragsrad in der Spielmitte, das anzeigt welche Rohstoffe wie oft vorhanden sind als auch neue Spielphasen durch die Besiedlungen bestimmt. Das funktioniert so elegant, dass man sich den selben Mechanismus gleich für die Vorgänger wünscht.

    Das Spiel bietet enorm viel Tiefgang und Möglichkeiten, da es eine Unmenge an Mechanismen in sich vereint. Da gibt es ähnlich wie in Le Havre die Möglichkeit gegnerische Gebäude mitzunutzen. Beim Bau von Gebäuden muss man nicht nur auf deren Funktion sondern auch auf die beiden unterschiedlichen Typen von Siegpunkten achten. Außerdem muss man überhaupt noch Platz auf dem Plan haben und diese auch noch so setzen, dass die positionsabhängigen Siegpunkte besonders effektiv sind. Und da sind noch Sondernaktionen der eben gebauten Gebäude, falls der entsprechende Geistliche gerade noch zur Verfügung steht. Außerdem muss man Platz für Siedlungen lassen und für diese einen ausreichenden Vorrat an Energie und Nahrung bereitstellen.

    Insgesamt bin ich aber im direkten Vergleich zu Le Havre nicht ganz zufrieden mit Ora et Labora. Trotz der Vielzahl an Rohstoffsorten in Le Havre ist relativ klar, wie diese effektiv eingesetzt werden: als Baustoff, Engergie- & oder Nahrungsträger oder als Ware zum Verschiffen. In Ora et Labora sind die Möglichkeiten viel vielschichtiger aber auch um Längen unübersichtlicher. Das liegt auch oft daran, dass Gebäude Rohstoffe nicht 1:1 veredeln, sonder diese öfter Aussehen wie Sondergebäude in Le Havre, also mehrere Zutaten brauchen oder nebenbei noch etwas anderes können. Dadurch, dass die Position der Gebäude auf dem eigenen Plan wichtig ist, werden diese nicht wie im Vorgänger so gelegt, dass diese von jedem gut sichtbar sind. Es artet also fast in Arbeit aus, auch die Gebäude der Mitspieler so im Blick zu haben, dass man wirklich gut spielt.

    Mein Fazit ist also Ora et Labora ist ein Spiel mit beeindruckendem spielerischen Tiefgang, dass aber im Spielverlauf an der zunehmenden Unübersichtlichkeit leidet. Für mich nur eine klare Empfehlung für Freunde hochkomplexer Spiele. Wem aber schon Le Havre zu viel ist, dürfte an Ora et Labora verzweifeln.

    Ich denke ich bleibe eher bei Le Havre... und träum von einem Etragsrad.
    Helme hat Ora et Labora klassifiziert. (ansehen)
    • Tobias M., Achim S. und 8 weitere mögen das.
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    • Daniel D.
      Daniel D.: Schöne Rezension, aber Deinem Fazit kann ich nicht ganz zustimmen:
      Okay, dies Spiel soll vielleicht keinen Rollenspielcharakter haben, aber... weiterlesen
      06.11.2011-00:36:49
    • Achim S.
      Achim S.: Gute Rezension - werde mir das wohl doch erst mal anschauen vor dem Kauf!
      Danke!
      25.11.2011-17:54:11
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