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London wurde die folgende Auszeichnung verliehen:
  • International Gamers Award
    International Gamers Award
    2011
    Mehrspieler - Finalisten
Achtung: Nicht für Kinder unter 36 Monaten geeignet.

London



London liegt in Schutt und Asche nach dem großen Feuer 1666. Das ist die Gelegenheit, auf den Ruinen der alten Stadt eine neue zu bauen.

Fast 250 Jahre Geschichte der Stadt werden in diesem Spiel nachvollzogen. Viele der berühmtesten Gebäude und Denkmäler sind detailreich auf Karten abgebildet; alle diese Elemente verbinden sich zu einem relativ einfachen Spiel, das gut in neunzig Minuten gespielt werden kann.

London, ein Spiel für 2 bis 4 Spieler im Alter von 13 bis 100 Jahren.
Autor: Martin Wallace

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So wird London von unseren Kunden bewertet:



5 v. 6 Punkten aus einem Kundentestbericht   London selbst bewerten
  • Peter M. schrieb am 22.05.2011:
    Autor: Martin Wallace
    Verlag: Treefrog Games
    Spielerzahl: 2 – 4
    Dauer: ca. 90 Min.

    Spielidee:

    Das Spiel simuliert den Wiederaufbau Londons nach dem großen Brand von 1666 und umfasst die Zeit bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Hierzu bauen die Spieler Gebäude (dargestellt durch Karten) und erwerben Stadtbezirke von London, um Siegpunkte zu erhalten. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Siegpunkten.

    Spielvorbereitung:

    Jeder Spieler erhält:
    * 11 Gebäudeplättchen
    * 5 Pfund
    * 5 Armutspunkte (bringen am Ende Minuspunkte)

    Die 110 Spielkarten werden in drei Stapel (A – C) aufgeteilt. Stapel A umfasst die frühen Spieljahre, Stapel B die mittleren etwa bis zur industriellen Revolution und Stapel C die Neuzeit. Es wird daraus ein verdeckter Nachzugstapel gebildet, die A-Karten zuoberst, dann die B-Karten und schließlich die C-Karten. Jeder Spieler erhält von diesem Stapel 6 Karten auf die Hand.
    Es gibt vier verschiedene Arten von Karten, die durch unterschiedliche Farben gekennzeichnet sind:
    Braune Karten stehen für Wirtschaft, rosa Karten für Politik, blaue Karten für Wissenschaft und graue Karten stellen arme Leute dar.

    Spielablauf:

    Das Spiel verläuft in Runden. Am Anfang seines Zuges nimmt jeder Spieler genau 1 Karte, entweder vom verdeckten Nachzugstapel oder aus einer offenen Kartenauslage, die am Anfang noch leer ist, sich aber im Lauf des Spiels mit abgelegten Karten füllt.

    Danach führt der Spieler genau 1 von 4 möglichen Aktionen aus:

    1. Karten spielen. Der Spieler legt eine oder mehrere Karten vor sich als seine Gebäudeauslage ab (graue Karten können nicht ausgelegt werden). Für jede gelegte Karte ist als „Bezahlung“ eine weitere Karte der gleichen Farbe in die offene Kartenauslage zu legen. Manche Karten kosten zusätzlich auch noch Geld. Wer nicht genug Geld hat, kann Kredite aufnehmen, die am Ende mit dem eineinhalbfachen Betrag zurückzuzahlen sind.

    In späteren Runden können ausliegende Karten auch überbaut werden, so dass sich im Lauf des Spiels eine Reihe von Kartenstapeln als Gebäudeauslage vor jedem Spieler bildet.

    2. Die Stadt regieren. Mit dieser Aktion aktiviert man seine ausliegenden Karten – in beliebiger Anzahl und Reihenfolge. Die Aktivierung ist bei manchen Karten mit Geld oder einer anderen Karte aus der Hand zu bezahlen (in der Regel mit einer Karte beliebiger Farbe, auch Grau!).
    Die Aktivierung bringt bestimmte Vorteile, etwa Geld oder Siegpunkte. Manche Karten erlauben es auch, Armutspunkte abzugeben.

    Daneben haben bestimmte Karten eine besondere Funktion, die bei der Aktivierung zum Tragen kommt. Zum Beispiel das Recht, eine Karte nochmals zu aktivieren, ohne dafür eine weitere Karte abgeben zu müssen; oder man erhält Siegpunkte für jede blaue oder rosa Karte in der Gebäudeauslage und vieles mehr.

    Manche Karten müssen nach der Aktivierung umgedreht werden, können damit nur ein Mal eingesetzt werden, manche Karten können dagegen dauerhaft genutzt, d. h. immer wieder aktiviert werden, solange sie nicht überbaut wurden.

    Nach dieser Phase wird ermittelt, ob und wie viele Armutspunkte der Spieler nehmen muss oder zurückgeben kann. Hierzu werden die Zahl der ausliegenden Kartenstapel und die Zahl der verbliebenen Handkarten addiert und davon die Zahl der eigenen Stadtbezirke abgezogen (dieser Mechanismus wirkt ziemlich aufgesetzt).

    3. Land kaufen. Der Spieler zahlt einen angegebenen Geldbetrag für einen Stadtbezirk von London und platziert einen seiner Gebäudemarker auf dem Spielplan. Der Kauf berechtigt dazu, eine bestimmte Anzahl von Karten nachzuziehen und bringt am Ende Siegpunkte.

    4. Drei Karten nehmen. Wahlweise vom Nachzugstapel oder aus der offenen Kartenauslage.

    Spielende:

    Sobald die letzte Karte des Nachzugstapels gezogen wurde, beginnt die letzte Runde. Der Spieler am Zug beendet seinen Zug und jeder andere Spieler ist danach noch ein Mal an der Reihe. Danach werden die Siegpunkte ermittelt: Jeder Stadtbezirk bringt Punkte, wurde dort auch eine U-Bahn gebaut, zwei Punkte mehr. Viele Karten in der Gebäudeauslage bringen aufgedruckte Siegpunkte, egal ob die Karte offen liegt, umgedreht oder überbaut wurde. Armutspunkte bringen Minuspunkte, und zwar umso mehr, je größer die Differenz zum Spieler mit den wenigsten Armutspunkten ist.

    Bewertung:

    Für ein Martin-Wallace-Spiel ist „London“ erstaunlich leicht zugänglich. Es hat überschaubare Regeln, ist schnell erklärt und erlaubt einen raschen Einstieg. Das Spiel ist aber taktisch sehr anspruchsvoll. Durch die Vielzahl an unterschiedlichen Karten ergeben sich unzählige Möglichkeiten, das Spiel anzugehen. Der Wiederspielreiz ist dadurch gewährleistet.

    Interessant ist, dass ich mich immer entscheiden muss, welche Karten ich auslege und welche ich zur Bezahlung verwende. Letztere liegen dann zudem in der offenen Auslage und stehen den Mitspielern zur Verfügung. Eine weitere wichtige Überlegung ist, wie viele Kartenstapel ich als Gebäudeauslage bilde. Je mehr, desto mehr Karten liegen offen aus und können von mir genutzt werden, desto mehr Armutspunkte erhalte ich allerdings auch. Gerade zu Anfang erhält man recht viele Armutspunkte, da die Zahl der eigenen Stadtbezirke oft noch sehr gering ist. Allerdings muss einen das zunächst nicht kümmern, da es am Ende nicht auf die absolute Zahl der Armutspunkte ankommt, sondern nur auf die Differenz zu dem Spieler mit den wenigsten Armutspunkten.

    Eine gute Taktik ist aber in jedem Fall, möglichst frühzeitig Stadtbezirke zu erwerben. Diese bringen am Ende Siegpunkte und sofort neue Karten, die ich in der nächsten Runde auslegen kann ohne eine Aktion (und damit eine ganze Runde) allein für das Nachziehen von Karten zu verbrauchen.

    Gut beraten ist zudem, wer möglichst keine Kredite aufnehmen muss, da diese am Ende zu horrendem Zinssatz zurückzuzahlen sind (je 15 Pfund für 10) und schlimmstenfalls Siegpunkte kosten.

    Zum Material: Die Karten sind grafisch sehr schön gestaltet. Die aufgedruckten spielrelevanten Informationen sind selbsterklärend (Kosten, Funktionen, Effekte). Die Spieltexte sind allerdings in Englisch. Gewisse Sprachkenntnisse sind daher hilfreich, aber nicht zwingend notwendig, weil die Sonderfunktionen der Karten in einem (deutschen) Beiblatt gut erklärt werden. Das restliche Material gewinnt keinen Schönheitspreis, ist aber stabil und zweckmäßig. Gerade der Spielplan kommt sehr nüchtern daher. Da hätte man beim Thema „London“ mehr bieten können als einen abstrakten und weitgehend farblosen Stadtplan.

    Das Thema „Aufbau einer Metropole“ ist gut eingefangen. Durch die Karten, die zu drei getrennten Phasen der Geschichte gehören und dementsprechend zu unterschiedlichen Zeitpunkten ins Spiel kommen, wird die Stadtentwicklung im Lauf der Jahrhunderte recht gut angedeutet: Beginnt es etwa mit den Handwerksgilden und ersten Infrastruktureinrichtungen, geht es später über zu ersten Industriebetrieben und fortgeschrittenen staatlichen Einrichtungen, um gegen Ende in die Errungenschaften der Moderne (Kanalisation, U-Bahnen) zu münden.

    Interaktion zwischen den Spielern findet nur sehr eingeschränkt statt. Man kann dem anderen mal eine Karte aus der Auslage wegschnappen oder einen Stadtbezirk. Manche aktivierte Karten zwingen die Mitspieler, Armutspunkte zu nehmen bzw. Geld an die Bank oder mich zu zahlen. Das war‘s aber schon mit der Interaktion.

    Ein gewisser Glücksfaktor ist gegeben, weil man davon abhängig ist, gute Karten nachzuziehen. Etwas gemildert wird dies durch die Möglichkeit, Karten auch aus der offenen Auslage zu ziehen.

    Die Spielzeit ist mit 90 Minuten angegeben. Das ist auch realistisch und ist relativ unabhängig von der Spielerzahl. Mit mehr Spielern wird die Wartezeit bis zum nächsten eigenen Zug aber manchmal recht lang, gerade wenn Grübler mit am Tisch sitzen.

    Fazit:

    Ein herausforderndes Strategiespiel mit moderatem Glücksfaktor, aber kein Überflieger. Es bietet viele interessante Möglichkeiten, sein Spiel aufzubauen, da man seine Taktik immer wieder den Gegebenheiten und der Spielweise der Gegner anpassen muss.
    Für mich fünf Punkte ("sehr gut").
    Peter hat London klassifiziert. (ansehen)

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