Ein Spiel, über das ich nun dank der Spieleoffensive gestolpert bin. Noch nie vorher etwas davon gehört, dann die zahlreichen positiven Rezensionen im Netz gesehen und nun nach etwas Bedenkzeit gekauft - und nicht bereut!
Es ist übrigens auch kein Problem, auf die englische Version zurückzugreifen, da die Regeln einfach sind (gibt´s zudem auch im Netz in deutsch) und bis auf die Gebäude-Tableaus alles über Bilder und Symbole auf dem Spielplan sehr intuitiv verständlich ist.
Tipp zum Ausprobieren:
Auf boardgamegeek gibt es auf der Kingsburg-Seite einen Link zu einer PC-Version. Wer sich dann mal gegen reale Gegner versuchen möchte, kann das Spiel auch in der Brettspielwelt testen (stelle mich gerne zum Erklären zur Verfügung, einfach PN schicken).
Über die Regeln des Spiels ist hier schon einiges geschrieben. Daher schreibe ich mal meine
persönlichen Eindrücke:
Mich erinnerte das Spielprinzip erst einmal etwas an Dungeon Lords:
Wir bereiten uns in drei Jahreszeiten mehr oder weniger auf einfallende Horden im Winter vor (bei Dungeon Lords kommen hier die Helden, bei Kingsburg Goblins, Dämonen, Drachen, Orks,...).
Mehr oder weniger deshalb, weil es
verschiedene Strategien gibt, sich zu entwickeln: Durch den Erwerb von Rohstoffen (Gold, Holz, Stein) kann ich in Gebäude investieren, die mir vor allem Siegpunkte bescheren, die meine Kampfstärke erhöhen oder Einfluss auf meine Würfelergebnisse nehmen können (Ankurbeln der Produktion).
Interessant ist vor allem der
Würfel-Aktions.-Mechanismus:
Jeder würfelt zu Beginn der Runde, mit drei Würfeln. Derjenige mit dem geringsten Ergebnis wird Startspieler, danach folgen die anderen Spieler. Jetzt gilt es, die Würfel separat oder in Kombinationen nacheinander auf die entsprechenden Berater-Felder zu platzieren.
Hier waren meine Befürchtungen, dass das Würfelglück hier ein dominanter Faktor sein kann. Aber wie bei Stone Age wird man schnell eines besseren belehrt, da das Spiel wunderbar austariert ist: Würfle ich niedrige Zahlen, kann ich hier durch Verteilen meiner Würfel unter Umständen auf genau so viele Rohstoffe kommen wie jemand, der all seine Würfel auf eine höhere Zahl einsetzt. Natürlich gehört etwas Glück dazu, aber jederzeit im Blick behalten, was der Gegner evt. vorhat (ob er z.B. noch Soldaten benötigt), ist sehr hilfreich.
Ebenso war bisher jede Runde spannend bis zum Schluss, da durchaus verschiedene Taktiken zielführend sein können: Baut jemand überwiegend auf Produktion, kann es sein, dass er am Schluss noch vom Feind überrannt wird und schmerzhafte Siegpunktverluste hinnehmen muss. Jemand, der auf Militär baut, wird weniger Rohstoffen für siegpunktträchtige Gebäude zur Verfügung haben.
Wir spielen übrigens immer mit der
Variante, dass am Ende jeder Runden die Truppen verstärkt werden können durch
Marker: 0, 1, 1, 2, 3, 4 (wohl auch in der Erweiterung als Element dabei). Das macht das ganze viel taktischer und spannender.
Fazit:
Ich zähle Kingsburg jetzt schon zu den Top-Spielen meiner Sammlung. Es kommt immer wieder auf den Tisch, der Wiederspielreiz ist hoch, wirklich klasse!
Ein kleines Manko ist für mich vor allem: Der hohe Preis für eine Produktion "Made in China", die jetzt absolut nicht durch ihre Ausstattung besticht. Über die Grafik gab es bisher geteilte Meinungen in meiner Gruppe, Magic-Spieler diskutieren neben dem Spielplan auch über die Schönheit der Feind-Karten. ;-)
Martina hat Kingsburg klassifiziert.
(ansehen)