Mein erster Eindruck von Kingdom Builder ist gut. Das Spielmaterial ist qualitativ gut, die Spielfiguren sind aus Holz und farbig gut gewählt und die Grafik ist einfach, aber schön passend gehalten. Nur die grafische Darstellung der Blumenwiese gefällt mir nicht, aber das ist bekanntlich ja Geschmackssache.
Worum geht es? Hier ist der Name Programm, denn jeder Spieler versucht (nach verschiedenen Kriterien – siehe unten) ein möglichst großes Königreich zu errichten.
Der grundsätzliche Spielablauf ist denkbar simpel. Jeder Spieler spielt eine Landschaftskarte aus. Auf diese Landschaft darf der bis zu 3 seiner Städte setzen. Danach zieht er eine neue Landschaftskarte für die Folgerunde. Sobald ein Spieler alle seine Städte aus dem Vorrat verbaut hat, endet das Spiel. Fertig!
Was das Spiel dann letztendlich interessant macht, sind die Bedingungen für den Siedlungsbau sowie die Sonderregeln. Die eigenen Städte müssen nämlich auf dem Spielfeld aneinandergrenzen – sofern dies möglich ist. Baut man z.B. in der 1. Runde drei Städte auf ein großes Wiesengelände am rechten unteren Spielrand und spielt in der 2. Runde erneut eine Wiesenkarte, so kann jetzt nicht ein anderes Wiesengelände z.B. am oberen linken Spielrand in Beschlag genommen werden, sondern es muss an der bereits entstandenen Siedlung weitergebaut werden. Erst wenn man eine Landschafskarte spielt, die nicht an eine eigene Siedlung angrenzt, darf auf einem anderen Teil des Spielbrettes eine zweite Siedlung errichtet werden. Diese Bedingung macht ein geschicktes Taktieren möglich, denn um sich richtig auf dem Spielbrett ausbreiten zu können, muss man gucken, wie man seine Städte günstig platzieren kann.
Unter Sonderregeln möchte ich drei Punkte kurz beschreiben. Zum einen gibt es auf dem Spielplan fest aufgedruckte Metropolen. Wenn man es schafft, seine Siedlungen an diese angrenzen zu lassen, bringt dies Extrapunkte.
Dann gibt es auf den Spielplänen fest aufgedruckte Sondergebäude. Schafft man es, seine Siedlung an diese angrenzen zu lassen, ermöglicht jedes Gebäude eine andere Extrafunktion, die die gewählte Taktik maßgeblich beeinflussen kann.
Und zu guter Letzt werden vor Spielbeginn Sonderkarten gezogen, auf denen festgelegt ist, welche Kriterien der Siedlungskombinationen Extrapunkte geben (z.B. in jeder Reihe des Spielfeldes eine Stadt, die größte Siedlung auf dem Spielfeld etc.).
Kingdom Builder punktet für mich ganz klar mit dem einfachen Regelwerk, dass letztendlich doch eine Reihe taktischer Varianten ermöglicht, auch wenn der Glücksfaktor bezüglich der gezogenen Landschaftskarte nicht zu unterschätzen ist. Besonders gut gefällt mir zudem, dass sich das Spielfeld aus 4 Spielplänen zusammensetzt, von denen mehrere zur Auswahl stehen. Daher kann der Landschaftsaufbau immer wieder neu kombiniert und variiert werden.
Ein Kritikpunkt - neben dem Preis - ist allerdings die Angabe der Spieleranzahl. Die Angabe 2-4 Spieler halte ich nicht für richtig! Mit vier Spielern macht die Runde echt Spaß, bei zwei Spielern ist es aber nicht mehr als ein langweiliges nebeneinander her bauen. Die Spielerangabe 3-4 Spieler wäre daher sicherlich fairer gewesen (3-5 Spieler wäre in meinen Augen sogar das Optimum).
Nichts desto trotz ist Kingdom Builder ein nettes, schnelles Spiel, für das ich 5 Punkte vergebe.