Titel: Fresko
Autoren: Marco Ruskowski und Marcel Süßelbeck
Spieltyp: Workerplacement-Spiel
Spieldauer: 60 bis 90 Minuten
Spieleranzahl: 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahren
Spielziel/-idee:
Die Spieler schlüpfen in die Rollen von Künstlern und versuchen das Fresko des Doms zu restaurieren. Farben müssen eingekauft und spezielle Farbtöne gemischt werden. Die Farben gibt es in begrenzter Menge auf dem Markt. Da heißt es früh aufstehen, um die richtigen Farben zu bekommen. Frühes Aufstehen verdirbt die Laune der Arbeiter und muss durch angenehme kulturelle Aktivitäten aufgemuntert werden. Hinzu kommt noch, dass die Arbeiter schlecht bezahlt sind und sich durch Portraitmalen Geld hinzu verdienen müssen. Wer das alles am besten unter einen Hut bekommt gewinnt das Spiel
Spielvorbereitung:
• Auslegen des Spielplans (Vorderseite für 3 Spieler, Rückseite für 4 Spieler)
• Die Malerfiguren werden einzeln aus dem Säckchen gezogen und stellen die erste Spielerreihenfolge dar, in der auf das Zeittableau gesetzt werden darf
• Jeweils eine Spielfigur wird oberhalb der Herberge platziert (*Aufstehzeittableau*)
• Die 14 Marktplättchen werden aus dem Stoffbeutel gezogen und entsprechend der Anzahl der Felder auf dem Markt ausgelegt.
• Das Freskoplättchen mit dem Wert 11 wird auf die Freskomitte gelegt und die Spielfigur *Bischof* darauf gestellt
• Die anderen Freskoplättchen werden nun mit der Oberseite nach oben ausgelegt
• Im Atelier wird das Geld bereitgelegt
• In der Werkstatt werden die Farben bereitgelegt
• Jeder Spieler stellt eine seiner Spielfiguren auf das Theatertableau
• Jeder Spieler erhält 12 Geld, 1 großen und einen kleinen Sichtschirm, je einen Farbwürfel blau, rot, gelb und ein Aktionstableau.
Erweiterungen:
• Portraits: Die Portraitkarten werden nach ihrer Rückseite sortiert (A, B, C), gemischt und dann zu einem Stapel zusammengefügt: unten C, dann B, dann A. 2 Karten werden aufgedeckt. In seinem Zug darf der Spieler, sofern er auf das Atelier Gehilfen gesetzt hat eine der beiden offenen Karten nehmen. Die letzte Runde wird eingeleitet, wenn die letzten beiden Karten aufgedeckt werden.
• Aufträge des Bischofs: Die 12 Auftragsplättchen werden sortiert und auf die Felder der Werkstatt gelegt. Das Plättchen mit der niedrigsten Punktzahl pro Sorte liegt unten, das mit der höchsten oben. In der Aktion *Mischen*, darf nun anstatt Farben mischen ein Plättchen genommen werden.
• Besondere Farbmischungen: Dazu werden 7 beliebige Fresko-Plättchen entfernt. In die Mitte des Spielplans wird der Wert 24 gelegt und die übrigen 6 neuen Plättchen ausgelegt. Zwei neue Farben (Pink und braun) kommen hinzu. Sie können jede Mischfarbe ersetzen. Bei der Altarrestaurierung bringt jeder pinke Farbstein 3 Punkte und jeder braune 5 Punkte.
Spielablauf:
Das Spiel verläuft über mehrere Runden mit je 2 Phasen:
• Aufstehzeit wählen und Stimmung anpassen: Der Spieler, der am weitesten hinten auf der Siegpunkteleiste steht, darf zuerst eine Aufstehzeit wählen und stellt dazu seine Spielfigur auf das entsprechende Feld und passt die Stimmung gemäß des gewählten Feldes an.
• Aktionen planen und durchführen:
Gleichzeitig planen nun die Spieler hinter ihren kleinen Sichtschirmen auf ihren Aktionstableaus die Aktionen, in dem sie ihre 5 Gehilfen entsprechend platzieren:
o Farben kaufen oder Marktstand schließen. Er nimmt sich die Farben gemäß der Anzahl an Gehilfen und zahlt den Preis gemäß seiner Aufstehzeit.
o Pro Gehilfen einen Abschnitt im Fresko restaurieren oder pro Gehilfen den Altar restaurieren. Zunächst darf er für ein Geld den Bischof um ein Feld bewegen. Landet der Bischof auf dem entsprechenden Plättchen gibt es 3 Bonuspunkte, grenzt er an das Plättchen, das genommen wird an, gibt es 2 Punkte
o Portraits malen. Für jeden Gehilfen der dort platziert ist gibt es 3 Geld
o Farben mischen. Für jeden Gehilfen dürfen aus den eigenen Farben bis zu zwei Mischungen hergestellt werden.
o Verbesserung der Stimmung: Für jeden dort platzierten Gehilfen darf man auf der Stimmungsanzeige um 2 Felder nach oben rücken.
o Kann kein Fresko genommen werden, kann man den Altar restaurieren
• Die nächste Runde wird vorbereitet: Marktstände bestücken, pro Fresko gibt es ein Geld und die Malerfiguren aus der Herberge werden wieder auf ihre Stellplätze begeben.
Spielende:
Das Spiel endet wenn noch 6 oder weniger Fresko-Plättchen auf dem Spielplan liegen. Es beginnt die letzte Runde. Hierzu wird das Aktionstableau gedreht und eine letzte Runde gespielt.
Schlusswertung: Für je 2 Geld gibt es noch 1 Siegpunkt.
Fazit:
Ich habe dieses Spiel in Dreier- und Vierer-Runden gespielt.
Bei Fresko handelt es sich um ein facettenreiches und farbenfrohes Familienspiel. Es verfügt über einfache Regeln, die sehr verständlich dargelegt sind.
Ich hatte beim Spielen jederzeit den Eindruck, dass es sich um ein sehr gut durchdachtes Spiel handelt, in das die Erweiterungen schon bei der Entwicklung des Grundspiels integriert wurden.
Die Aktionen sind schlüssig aufeinander abgestimmt und thematisch hervorragend eingebettet. Es vermittelt eine gewisse Leichtigkeit, die es selbst Grüblern schwer macht, übergebührlich Zeit beim Bestücken des Aktionstableaus zu verbringen.
Besonders gut gefallen hat mir der Realitätsbezug, der sich im Motto: *Früher Vogel frisst den Wurm und ist schlecht drauf*, sehr gut abbilden lässt.
Mit den Erweiterungen wird das Spiel noch bunter, im wahrsten Sinne des Wortes, und sie bringen eine noch größere Vielfalt ins Spiel. Das steigert zusätzlich das Spielvergnügen und macht es auch für Vielspieler durchaus interessant.
Die interaktiven Elemente sind familienfreundlich sanft, durch *den-Mitspielern-zuvorkommen* ausgeprägt.
Das Material ist wunderschön gestaltet (z.B. detailverliebter zweiseitig bedruckter Spielplan) und bringt die Robustheit mit, die eine lange Lebensdauer verspricht.
Die kurze und angemessene Spieldauer erhöht zusätzlich den Wiederspielreiz.
In meiner Bewertung ist es fünf Punkte wert mit der Tendenz zu sechs Punkten!