Bei Earth Reborn handelt es sich um ein sehr komplexes taktisches Strategiespiel mit starken Tabletop - Elementen!
Inhalt / Ausstattung: Das Spiel umfasst umfangreiches Spielmaterial:
12 Spiel / Charakterfiguren
1 Spiel Rahmen
91 doppelseitige Grundplättchen
12 doppelseitige Charakterkarten
31 doppelseitige Ausrüstungskarten
36 Missionskarten
48 Befehlsteile / Plättchen
6 Kampfwürfel
6 Suchwürfel
179 Spiel Tokens
4 Spieler Sicht Schirme
1 Stoffbeutel
1 Regelbuch - englisch
Für den nicht gerade billigen Kaufpreis wird also einiges geboten!
Spielvorbereitung:
Da es sich um ein sehr umfangreiches Spiel mit komplexem Regelwerk handelt, erfolgt die Erklärung des Regelwerks anhand verschiedener Szenarien. Es gibt insgesamt 9 Szenarien, wobei man langsam an die komplexen Regeln herangeführt wird.
Die Szenarien enthalten hierbei bestimmte Missionsziele, die es zu erreichen gibt und geben auch Initative und Siegbedingungen vor. Die Szenarien bieten hierbei meiner Meinung nach den Spielern nicht gleiche Siegchancen und dürften lediglich zur Erklärung des Regelwerks dienen. Wenn man jedoch alle Szenarien durch hat und somit sämtliche Spielregeln bekannt sind, gibt es die Möglichkeit eine eigene Spielkarte zu erstellen!
Dies sieht dann so aus, dass nach vorgegebenem Regelwerk abwechselnd Bauteile auf der Karte platziert werden und so ein Spielplan kreiert wird. Je nach Bauteil kann man hierbei Missionspunkte erhalten oder auch abgezogen bekommen.
Für jedes Teil, dass hierbei nicht entsprechend der bestehenden Regeln am Spielplan abgelegt werden kann, gibt es Abzüge bei den Missionspunkten.
Ist die Karte dann erstellt, stellt man sich in Tabletop-Manier aus den bestehenden Charakteren seine Party zusammen und kann diese auch ausrüsten. Für jeden Charakter und für die verwendete Ausrüstung wird dann natürlich die entsprechende Anzahl an Missionspunkten / Siegpunkten abgezogen. Danach werden Missionskarten gezogen, die den Spielverlauf sowie die Siegbedingungen bestimmen.
Spielablauf:
Jeder Spieler startet mit 5 Befehlsplättchen (einmaliger Tausch aller 5 Plättchen am Spielbeginn ist möglich) und einer gewissen Anzahl an Kommandopunkten je nach Partyzusammenstellung. (Bei den einzelnen Missionen bestehen andere Vorgaben).
Danach werden abwechselnd die Spielcharaktere auf der Karte platziert.
Von den Spielern werden dann Gebote mit Kommandopunkten abgegeben um zu ermitteln, wer Initative hat und somit das Spiel beginnen darf.
Danach werden abwechselnd Charaktere aktiviert (Charakterkarte wird gedreht) und die zur Auswahl stehenden Aktionen je nach Charakterkarte durchgeführt. Die Anzahl der durchführbaren Aktionen wird hierbei je nach Charakter durch die maximale Anzahl an pro Runde verwendbarer Kommandopunkte bestimmt.
Folgende Aktionsmöglichkeiten: Bewegen, Nahkampf, Fernkampf, Interaktion mit Gebäudeteilen (zb. Aktivieren von speziellen Gebäudefähigkeiten), Suche nach Ausrüstungsgegenständen, Aktivierung der Heldenspezialfähigkeit, Aktivierung von mitgeführter Ausrüstung, Nachziehen von 1 Befehlsplättchen aus dem Stoffbeutel für 1 Kommandopunkt, Kauf eines Befehlsplättchens vom Ablagestapel für 2 Kommandopunkte)
Die Anzahl der möglichen Aktionen ist vielfältig und erfordert daher eine genaue Planung. Auch hängt die Sinnhaftigkeit der durchführbaren Aktionen natürlich von den zu Beginn gezogenen Befehlsplättchen ab. Oft müssen daher neue Befehlsplättchen nachgezogen werden, um sinnvolle Aktionen durchführen zu können.
Um es noch komplexer zu machen, gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit, Aktionen des Gegners zu unterbrechen. Das ist immer dann möglich, wenn ein Charakter das 1. Mal in die Sichtlinie eines gegnerischen Charakters zieht bzw. wenn ein Charakter direkt an einem angrenzenden Feld einer gegnerischen Spielfigur anlangt.
Es werden hierbei wiederum gleichzeitig Kommandopunkte verdeckt geboten. Der Gewinner darf dann seine Aktion durchführen. Für Unterbrechungen ist es jedoch wichtig, Befehlsplättchen mit roten und oder gelben Symbolen vorrätig zu haben.
Bereits aktivierte Charaktere dürfen erst dann wieder aktiviert werden, wenn alle anderen Charaktere der Party aktiviert worden sind. Unterbrechungsangriffe sind hiervon jedoch ausgenommen.
Dieser Vorgang setzt sich so lange fort bis die Spieler keine Kommandopunkte mehr vorrätig haben und alle Spieler gepasst haben. Danach werden die überzähligen Befehlsplättchen abgelegt und die Charaktere wieder aktiviert. Eine neue Spielrunde kann beginnen.
Zusätzlich zu den bereits angeführten Möglichkeiten, kann man bereits verwundete Charaktere (auf Rückseite geflipped) auch gefangen nehmen und foltern um zusätzliche Siegpunkte zu erhalten. Auch kombinierte Angriffe von mehreren Einheiten gleichzeitig sind möglich.
Fazit: Laut Hersteller ist das Spiel für 2-4 Personen ausgelegt. Die Spielzeit wird mit 45 Minuten bis 4 Stunden angegeben.
In Bezug auf die vorgegebenen Missionen (Szenarien 1-9), welche für das Erlernen der Regeln vorgesehen sind, mag das auch zutreffen.
Für Spiele mit selbst generierten Karten und Missionsziele würde ich jedoch längere Zeit einplanen, da schon allein das Platzieren der Gebäudeteile sehr taktisch ist.
Obwohl es sich bei dem Spiel um eines der besten ist, die ich bisher getestet habe, vergebe ich für das Spiel nur 5 Punkte! Das deshalb, da bei dem Spiel leider auch Würfel zum Einsatz kommen, und das Spiel in bestimmten Situationen auch durch Würfelglück entschieden werden kann.
So ist es zum Beispiel lästig, wenn man es trotz Verwendung einer Zeitbombe nicht schafft, mit 6 oder mehr Würfeln einen Wert von 10 plus zu erreichen, um sich durch ein Mauerteil zu sprengen.
Oder man kämpft z.B. mit Fernkampf innerhalb der Sichtlinie über die ganze Karte und fügt einem Charakter auf diese Weise mit einem perfekten Schuß (kritischer Treffer Symbol am Kampfwürfel) mehrere Wunden zu.
Trotz dieses kleinen Mankos kann ich das Spiel ohne Vorbehalte empfehlen!
Andreas hat Earth Reborn klassifiziert.
(ansehen)