Der letzte Wille
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Der letzte Wille



Die Gewinne der industriellen Revolution haben im viktorianischen England zur Bildung einer wohlhabenden bürgerlichen Oberschicht geführt. Sie gehören leider nicht dazu. Aber sie haben einen Onkel, der einer dieser glücklichen Neureichen ist - nun, vielleicht nicht ganz so glücklich, denn er ist kürzlich verstorben. Auf dem Totenbett hat er verfügt, dass derjenige seiner Verwandten sein immenses Vermögen erben soll, der weiß, wie man mit Geld so richtig Spaß haben kann. Um herauszufinden, welcher seiner Nichten und Neffen das ist, erhält jeder von ihnen einen ordentlichen Batzen Geld. Derjenige, der sein "Startkapital" am schnellsten verprassen kann, wird das gesamte Vermögen des Onkels erben.

Der letzte Wille ist ein wilder Wettlauf zum schnellst möglichen Bankrott. In jeder Runde erstellen sie einen Tagesplan, der bestimmt, welche Gelegenheiten zum Geld verprassen sie nutzen möchten und wie viel Zeit ihnen dafür zur Verfügung steht. Wenn sie sich nicht genügend Gelegenheiten offen halten, kann es passieren, dass sie nach dem Theaterbesuch nichts anderes mehr zu tun haben. Haben sie nicht ausreichend Zeit eingeplant, müssen sie entweder auf das opulente Dinner beim bekanntesten Londoner Küchenchef oder auf eine romantische Kutschfahrt mit überaus charmanter Begleitung verzichten. Und passen sie auf ihr Anlagevermögen auf. Das heißt, sie sollten besser nicht darauf aufpassen: Denn sollten ihre Anlagen abgewertet werden, können sie diese für einen Apfel und ein Ei verkaufen, was sie umso schneller in den Bankrott treiben wird.

Der aufwendige Lebensstill der gehobenen Gesellschaft bietet ihnen mannigfaltige Chancen das Geld ihres Onkels zu verjubeln. Sorgen sie nur dafür, dass es schnell geht.

Ein luxuriöses Leben in sagenhaftem Reichtum ist in greifbarer Nähe. Durch den Letzten Willen ihres Onkels liegt es nur einen Bankrott entfernt!

Der letzte Wille, ein Spiel für 2 bis 5 Spieler im Alter von 13 bis 100 Jahren.
Autor: Vladimir Suchy

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So wird Der letzte Wille von unseren Kunden bewertet:



5 v. 6 Punkten aus 3 Kundentestberichten   Der letzte Wille selbst bewerten
  • Peter M. schrieb am 12.05.2012:
    Autor: Vladimir Suchý
    Verlag: Czech Games Edition
    Spieler: 2 – 5 ab 12 Jahren
    Dauer: ca. 45 – 75 Min.

    Die Spiele aus der Czech Games Edition kann man fast unbesehen jedem Strategiespieler empfehlen. Während Vlaada Chvátil dabei eher für die „dicken Brocken“ verantwortlich zeichnet (z. B. Im Wandel der Zeiten, Dungeon Lords, Dungeon Petz), kümmert sich Vladimir Suchý eher um die etwas leichter zugänglichen, aber deshalb nicht minder reizvollen Spiele (z. B. Die Werft, Sechsstädtebund, Das 20. Jahrhundert). In diese „Gewichtsklasse“ fällt auch Der letzte Wille: Ein richtig gutes Strategiespiel mit unverbrauchtem Thema und netter Aufmachung. Der taktische Anspruch ist dabei gar nicht mal so niedrig.

    SPIELIDEE

    Worum geht es? Ein Onkel ist gestorben und jeder Spieler versucht, als Erster das geerbte Vermögen in englischen Pfund auszugeben. Wie das Spiel im Einzelnen abläuft, hat Heiko Weiß in seiner Rezension bereits ausführlich beschrieben. Daher hier nur eine Kurzfassung.

    SPIELABLAUF

    Die Spieler platzieren zunächst reihum einen Spielstein auf der Planungstafel. Durch diese Platzierung werden verschiedenste Dinge entschieden: Wie ist die Spielreihenfolge in der kommenden Runde? Wie viele Karten darf ich von vier verdeckt liegenden Stapeln nachziehen? Wie viele Botengänge darf ich machen? Wie viele Aktionen darf ich in der Aktionsphase ausführen?

    In der Phase „Botengänge“ (Workerplacement Mechanismus) setzen die Spieler in der zuvor ermittelten Reihenfolge hübsch gestaltete Holzzylinder auf Aktionsfelder, um Karten aus einer offenen Auslage zu nehmen, ein zusätzliches Ablagetableau zu erhalten, 2 Pfund in der Oper auszugeben oder die Preise auf dem Immobilienmarkt zu verändern.

    Der zentrale Spielmechanismus besteht darin, in der Aktionsphase Karten auszuspielen, die es erlauben, eine bestimmte Summe Geld auszugeben. Es gibt Karten („Ereignisse“), die einmalig und sofort wirken, etwa ein Restaurantbesuch oder eine Kutschfahrt. Dann gibt es Karten, die dauerhaft in die Auslage des Spielers gelegt werden und in jeder Runde aktiviert werden können, z. B. der Herrenclub. Dazu gehören auch Immobilien, die teuer in der Anschaffung sind und in jeder Runde an Wert verlieren, sofern sie nicht renoviert (d. h. in der Runde aktiviert) werden, was ebenfalls Geld kostet. Vor dem Spielende müssen die Immobilien allerdings wieder verkauft werden, was (unerwünschte!) Einkünfte bringt. Gut, wenn dann der Wert der Immobilie bereits drastisch gesunken ist und ich die Preise auf dem Immobilienmarkt rechtzeitig zu meinen Gunsten verändert habe.

    Weiter gibt es Helferkarten, die dem Spieler dauerhafte Vorteile bringen, etwa zusätzliche Aktionen, oder es erlauben, mehr Karten zu ziehen. Ferner gibt es noch sog. Gefährtenkarten, die nur mit anderen Karten zusammen ausgespielt werden und die Summe erhöhen, die ich ausgeben darf. Wenn ich z. B. zu Pferd und in Begleitung einer Edeldame zum Restaurantbesuch aufbreche, erhöhen sich dadurch meine Unkosten und ich werde auf einen Schlag deutlich mehr Geld los als ohne die Gefährten.

    Wer zuerst bankrott ist, gewinnt das Spiel.

    BEWERTUNG

    Der letzte Wille ist ein pfiffiges Strategiespiel, das auf Grund der etwas abgedrehten Thematik und der reizvollen Kartenkombinationen Spaß macht. Zwei Mechanismen sind dabei besonders hervorzuheben: Zum einen das Platzieren des Spielsteins auf der Planungstafel. Es ist genial, dass damit nicht nur die Spielreihenfolge, sondern auch viele weitere Aspekte mit entschieden werden. Dabei gibt es alle möglichen Kombinationen: Wer viele Karten nachziehen will, erhält nur wenige Aktionen – und umgekehrt; wer in der Spielreihenfolge weit vorne sein will, hat ebenfalls wenige Aktionen; wer wenige Botengänge und die wenigsten Karten in Kauf nimmt, bekommt dafür die meisten Aktionen. Es gilt hier, den besten Kompromiss für sich zu finden, die Gegner zu beobachten und gut vorauszuplanen.

    Sehr reizvoll ist es, Karten mit möglichst verlustreichen Kombinationen auszuspielen. Die Gefährten sind hierbei ein gutes Mittel. Man muss auch stets gut vorausplanen, wie viele Aktionen ich in der Runde zur Verfügung habe und wie ich sie optimal einsetze. Besser ist es manchmal, in einer Runde nicht alles auszuschöpfen, sondern Aktionen für die nächste Runde aufzusparen, um dann in die Vollen zu gehen. Es gibt nämlich besondere Ereignisse, wie den Festball, bei dem ich nur 4 Pfund ausgeben kann, wenn ich 1 Aktion aufwende, bei 6 Aktionen bringt er dagegen immerhin 17 Pfund Verlust.

    Bei den Immobilien muss man gut abwägen, ob sich die Anschaffung lohnt. Zwar verliert man beim Kauf erst mal viel Geld, wenn man die Immobilie am Ende aber ungünstig verkaufen muss, kommt wieder eine Menge Geld herein. Und genau das will man ja in dem Spiel vermeiden.

    Interaktion zwischen den Spieler findet praktisch nicht statt, man kann einem Gegner allenfalls mal eine Karte aus der Auslage wegschnappen.

    Die taktischen Erwägungen in dem Spiel sind durchaus vielfältig, die Möglichkeiten durch die unterschiedlichen Karten auch. Es macht Spaß, seine Ausgaben zu maximieren, indem man sich die passenden Helfer holt und die richtigen Kartenkombinationen zusammenstellt. Das Material ist nett gestaltet, stabil und gut zu handhaben. Die Spielpläne sind beidseitig bedruckt und bieten Varianten für jede Spielerzahl, so dass in jeder Konstellation ein ausgewogenes Spiel entsteht. Das Spielmaterial ist sprachneutral; die Symbole auf den Karten sind aber nicht unbedingt selbsterklärend. Daher muss man gerade zu Anfang recht oft in der Spielanleitung nachsehen. Es empfiehlt sich, diese Seite für alle Spieler zu kopieren.

    FAZIT

    Der letzte Wille ist ein reizvolles Strategiespiel, kein Überflieger, aber solide und durchdacht. Für Vielspieler und ambitionierte Gelegenheitsspieler geeignet. Für Familien ist das Spiel trotz des netten Themas wohl zu taktisch. Nach meiner Bewertung noch „sehr gut“ (5 Punkte mit leichter Tendenz zu 4).
    Peter hat Der letzte Wille klassifiziert. (ansehen)
  • Heiko W. schrieb am 26.12.2011:
    Was soll ich sagen. Nach meinen ersten Spielen gefällt mir "der letzte Wille" ausserordentlich gut. Worum gehts eigentlich:
    Der reiche Onkel ist verstorben, und er sucht seinen Erben. Doch das ist nicht derjenige der am besten mit Geld umgehen kann. Nein im Gegenteil, es soll derjenige Erbe werden der das Geld am meisten genießen kann und es mit spaß als erstes durchbringt.

    Also zum Spiel:
    Jeder Spieler startet mit dem gleichen Vorbedingungen (2 Handlanger, 80 - 130 Pfund an Geld, und einen Spielertableau für die Ablage der
    langfristigen Karten) zusätzlich darf jeder Spieler anfangs jeweils 3 Karten vom Immobilien und Helferkarten ziehen. Von diesen Karten
    darf der Spieler 2 Karten insgesamt behalten (die restlichen 4 kommen auf den Ablagestapel).
    Dabei gibt es folgende Kartentypen:
    Immobilien: Häuser haben einen Kaufpreis welcher durch bestimmte Aktionen noch modifiziert werden können. Sofern diese
    Häuser nicht in jeder Runde in stand gesetzt werden sinkt der Wert (was gut ist da man Häuser verkaufen muss bevor man überhaupt
    komplett bankrott gehen kann). Manche Häusertypen können nicht viel im Wert sinken, dort ist es aber sinnvoll diese
    Runde für Runde in Stand zu setzten da dies ebenfalls Geld kostet (Und manchmal nicht gerade wenig).
    Handlanger/Helfer: Dies sind karten die es einen ermöglichen unterschiedliche Aktionen durch zu führen. Z.B. mehr Karten nach rundenende
    zu behalten, eine Aktion mehr zu erhalten, Häuserpreise zu modifizieren oder bestimmte Aktionen ohne verbrauchen einer Spieleraktion zu nutzen
    Angestellte/Tiere: (Pferde/Hunde/Edeldame/Köche) dies sind Karten um Kombinationen mit anderen Karten zu bilden und damit eine Aktion teurer zu machen.
    Ereignisse: Im gegensatz zu den anderen Karten belegen diese Karten keinen Platz auf dem Spielertableau und werden für einmalige Aktionen genutzt
    um Geld los zu werden. Z.B. So etwas wie Essgen gehen, Ins Theater gehen. Meist können diese Karten in kombination mit Hunde, Edeldame, Pferdekarten gespielt
    werden um teurer zu werden.

    Rundenablauf:
    Jede Runde werden bestimmte Karten offen auf den Spielplan gelegt. Dies sind karten die man gezielt bekommen kann, somit ist der Zug etwas Planbarer.
    Beginnend mit dem Startspieler kann nun jeder Spieler seinen startposition festlegen. Dazu wählt der Spieler eine der Positionen azf dem Spielplan aus
    diese Position gibt an wann der Spieler drankommt. Wieviele Handlanger er in dieser Runde er zur verfügung hat (1 oder 2).
    Wieviele Karten er zufällig ziehen darf (0-6) und wieviele Aktionen der Spieler zur verfügung hat (1-4).
    Hier ist also gefragt wo man sich platziert. Möchte man eine wichtige Aktion auf jedenfall spielen sollte man sich möglichst weit Vorne platzieren.
    Dann hat man aber ggf zu wenige Handlanger oder viel zu wenige Aktionen für einen guten Zug. Möchte man viele Aktionen sind vielleicht schon begehrte Karten auf
    dem Spielplan nicht mehr verügbar. Hier lebt das Spiel also von Runde zu Runde von den entscheidungen die der Spieler trifft.
    Zusätzlich darf man nach dem Setzten der eigenen Spielfigur direkt die anzahl der Karten die man Ziehen darf, zu seinen Handkarten hinzuziehen.

    Als nächstes kommt die Setzrunde dabei setzt jeder der Spieler (ab nun in der Reihenfolge der Spielerfiguren auf dem Plan) seine Handlanger ein.
    Dazu setzt jeder Spieler einfach seinen Handlanger auf einen der Plätze des Spielplans und ergattert sich somit eine der offen liegenden Karten
    oder andere zusatzaktionen (Manipulation der Immobilienpreis, bekommen eines neuen platzes für Permanente Karten auf dem Spielertableau, zufälliges Ziehen einer weiteren Karte,
    besuch der Oper (man wird damit 2 Geld los)).

    Nach der Setzrunde geht es weiter mit der Aktionsrunde. In welcher die Spieler mit ihren Karten Geld loswerden können. Dabei wird unterschieden zwischen Permanenten Karten (schwarzer Hintergrund).
    Diese werden auf das eigene Tableau gelegt. Das Auslegen kostet immer eine Aktion. Ab dann kann jede Runde diese Karte verwendet werden, je nach Kartentyp kann man z.B. ab den auslegen eine Aktion verwenden
    um die Karte zu aktivieren und damit Geld ausgeben. Andere Karten erlauben es, das beim ausspielen bestimmer aktionen noch mehr Geld bezahlt werden muss. Somit versucht man sich also von Runde zu Runde dem Pleitegeier
    zu nähern. Man wird Geld los. Baut Kombos auf um nächste Runde noch schneller noch mehr Geld los zu werden.

    Fazit:
    Das Spiel ist echt toll. Viele möglichkeiten und dennoch nicht zu komplex. Es entstehen meist nicht extrem lange Grübelphasen (obwohl bei 5 Spielern kann es wohl doch mal länger dauern)
    Und die Kartenkombos sind manchmal recht witzig: "Ich gehe jetzt in die Oper und bezahle 3 dazu nehm ich noch mein Pferd mit, was mich insgesamt 5 kostet. Da ich einen Kutscher habe kostet es dann insgesamt 8).
    Es kommt ein wenig Mankomania feeling auf (wer das spiel noch kennt) nur ist "der letzte Wille" sehr viel Taktischer.
    Es ist selbst in 2er besetzung sehr gut spielbar. Das einzige was stören könnte ist ab und an der Glücksfaktor. Wer doch recht glücklich bei den Zusallskarten zieht, kann viel erreichen indem er frühzeitig
    gute Komboaktionen ausliegen hat (z.b. hohe Boni auf Theaterbesuche und auch einige Theaterkarten in der Hand) aber ich denke je mehr man das Spiel kennt umso eher kann man selbst solchen Glücksmomenten einhalt gebieten.
    ich gebe dem Spiel uneingeschränkte Kaufempfehlung.
    Heiko hat Der letzte Wille klassifiziert. (ansehen)
  • Jörg K. schrieb am 23.05.2012:
    "Interessanter Mechanismus mit witzigen Elementen. Durchaus lohnenswert, wenn man einfach mal (im Spiel) nach Lust und Laune Geld ausgeben will." vgl. Link: http://www.cliquenabend.de/spiele/511100-Der-letzte-Wille.html
    Jörg hat Der letzte Wille klassifiziert. (ansehen)

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