Titel: Batavia
Spieltyp: Handelsspiel
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Spieleranzahl: 3 bis 5 Spieler ab 10 Jahren
Spielziel/-idee:
Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Kaufleuten. Sie bereisen mit ihren Schiffen unterschiedliche Handelsstationen und erhalten die Ware, die dort vorrätig ist. Dazu werden Schiffskarten benötigt. Ziel ist es, möglichst viele Waren in das eigene Kontor zu schaffen, um sie dann gegen Gold zu tauschen. Der Spieler mir den meisten Goldstücken, gewinnt das Spiel.
Spielvorbereitung:
• Spielplan auslegen und das Zielplättchen auf seinen Platz legen
• Die Plättchen der Handelsstationen werden nach ihren Flaggen in fünf Stapel sortiert. Die jeweils obersten werden genommen, gemischt und zunächst verdeckt auf die ersten fünf Felder ausgelegt. Dies wird wiederholt, bis alle Stationsfelder mit Plättchen belegt sind. Erst jetzt werden die ersten 10 Felder aufgedeckt.
• Jeder Spieler erhält 10 Schiffskarten, 1 Kaufmannsfigur, 12 Waren und 1 Zählstein in seiner Farbe, sowie 15 Wechsel
• Die Zählsteine kommen auf das Ausgangsfeld und der Kaufmann auf das Startfeld
• Die Kanone wird auf Feld *0* der Schiffsskala gelegt
• Die Schiffssteine, die Kompanie-Siegel und das Schiff werden bereitgelegt
• Der älteste Spieler erhält einen Würfel und wird erster Auktionator
Spielablauf:
Das Spiel verläuft in Runden mit gleichem Ablauf. Jede Runde besteht aus zwei Aktionen:
• Versteigerung der Schiffskarten
Der Auktionator würfelt einmal und deckt die Anzahl Schiffskarten- gemäß den Würfelaugen – auf. Diese Karten werden als Paket versteigert. Es wird solange geboten, bis nur noch ein Spieler übrig bleibt. Entsprechend seines Gebotes zahlt der Spieler, der die Auktion gewonnen hat nun die Wechsel an die unterlegenen Bieter. Er nimmt die Schiffskarten auf die Hand
• Aktionen der Spieler: Er kann zwei Schiffskarten nachziehen (Spielzug ist dann beendet) oder Schiffskarten ausspielen. Beim Ausspielen der Schiffskarten, werden folgende Schritte ausgeführt:
1. Schiffskarten auslegen: Er legt beliebig viele Schiffskarten aus, muss aber dabei die Mehrheit (Gleichstand zählt nicht) mindestens einer der 5 Kompanien erreichen. Er nimmt sich das dazugehörige Kompanie-Siegel. Die Anzahl der ausgespielten Karten, wird mit der Kanone markiert.
2. Kaufmannsfigur weiterziehen
Der Spieler zieht nun mit seiner Kaufmannsfigur auf das nächste Stationsplättchen, dessen Siegel er ausliegen hat. Er legt eine Kiste in das Kontor mit dem gleichen Warensymbol auf das Feld der entsprechenden Kompanie. Leere Felder, Stationsplättchen anderer Kompanien oder andere Kaufmannsfiguren werden übersprungen. Passierte Stationsplättchen bleiben liegen und haben für das Spiel keine Bedeutung mehr
3. Stationsplättchen in Gold umtauschen
Voraussetzung dafür ist, dass das neu hinzugekommene Plättchen, von einer Kompanie stammt, von der der Spieler kein weiteres Plättchen hat. Es gibt für 1 Plättchen 1 Gold; für 2 verschiedene Plättchen 3 Gold; für 3/6; für 4/10; für 5/15.
• Piratenangriff: Liegen mehr als 25 Karten aus, gibt es einen Piratenangriff, bei dem alle ausgelegten Karten der Kompanie, von der die meisten Schiffskarten ausliegen, eingesammelt und abgelegt werden.
Spielende:
Das Spiel endet, wenn ein Spieler kein entsprechendes Stationsplättchen mehr findet. Die anderen Spieler dürfen, sofern sie noch ein Stationsplättchen mit dem entsprechenden Siegel erreichen können, ihren Zug noch ausführen. Ein Piratenangriff gibt es hier nicht mehr. Es erfolgt die Wertung
Wertung:
Es gibt weitere Goldstücke für:
• die meisten Waren im jeweiligem Kontor hat, bekommt 10 bis 16
• die meisten Wechsel hat, bekommt 5
• das Zielplättchen gibt es 4
• für jedes Kompanie-Siegel gibt es 2
Fazit:
Ein nettes Handelsspiel mit einfachen Regeln und einer sehr gut strukturierten Anleitung.
Es verfügt über verschiedene Mechanismen. Z.B. *das Ersteigern* ist originell, denn die Gebotssumme wird an die unterlegenen Mitbieter bezahlt. Das ist auch gleichzeitig einer der Mechanismen, der neue Karten ins Spiel bringt. Die zweite Möglichkeit, 2 Karten ziehen und der Zug ist beendet, beschleunigt zwar das Spieltempo, vermittelt aber das Gefühl *nicht wirklich mit zu spielen*.
Der Mechanismus *mit Würfeln die Paketgröße zu bestimmen* ist ganz nett, solange nicht ständig die eins fällt. Hier ist der Glücksfaktor dominant. Ebenso verhält es sich mit dem Piratenangriff, der nicht nur den stärksten Spieler schädigt sondern alle.
Das Spielmaterial ist sehr ansprechend gestaltet und wertet dieses Spiel auf. Die Spieldauer von ca.60 Minuten ist angemessen.
Ein Spiel, das leider in meiner Spielrunde nicht begeistern konnte.
In meiner Bewertung ist dieses Spiel (3 bis) 4 Punkte wert.
Reinhard hat Batavia klassifiziert.
(ansehen)